-Anzeige- Dernauer Betrieb erhält Markenzeichen vom Bundesfamilienministerium und Handwerkerzentralverband
Schreinerei Rönnefahrt ist ein generationsfreundlicher Betrieb
Dernau. Große Ehre für den Schreinerbetrieb Rönnefahrt „Die Holzwürmer“: Die innovative Firma aus Dernau gehört zu den ersten zehn Betrieben deutschlandweit, die mit dem Markenzeichen „Generationsfreundlicher Betrieb (Service und Komfort)“ ausgezeichnet wurden. Schreinermeister Maik Rönnefarth nahm die Urkunde Mitte April während der Vorstellung des neuen Markenzeichens in Berlin entgegen.
Es wurde vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) im Rahmen der Initiative „Wirtschaftsfaktor Alter“ gemeinsam mit engagierten Handwerkskammern, Fachverbänden und Betrieben entwickelt. Künftig soll es Unternehmen kennzeichnen, die ihre Beratungs- und Dienstleistungen besonders auf die Bedürfnisse sowohl älterer Menschen als auch von Familien mit Kindern abgestimmt haben.
Dabei steht die barrierefreie Gestaltung einer Wohnung und des Wohnumfeldes im Vordergrund. Besonders Menschen im höheren Alter, die Haus oder Wohnung altersgerecht umbauen möchten, profitieren von der durch das Zeichen geschaffenen Transparenz. So erkennen sie schnell, dass der Handwerksbetrieb entsprechende Angebote präsent hält.
„Älteren Menschen ein selbstbestimmtes Wohnen zu Hause zu ermöglichen, ist für das Bundesfamilienministerium ein wichtiges Ziel“, sagte Staatssekretär Lutz Stroppe bei der Vorstellung des Markenzeichens. „Die meisten Menschen wollen auch im Alter in der vertrauten Wohnumgebung bleiben - auch wenn sie auf Hilfe und Pflege angewiesen sind. Sie brauchen dann eine an ihren Bedürfnissen und Erwartungen ausgerichtete Wohnung und ein gutes Wohnumfeld. Dem Handwerk kommt hier eine bedeutende Rolle zu. Und: Von einer barrierefreien Gestaltung der Wohnung und des Wohnumfeldes können nicht nur ältere Bürgerinnen und Bürger profitieren, sondern alle, zum Beispiel auch Familien mit Kindern“, so Stroppe weiter.
ZDH-Geschäftsführer Schulte betonte in seiner Rede die wirtschaftliche Bedeutung des neuen Markenzeichens: „Mit dem Markenzeichen ‚Generationenfreundlicher Betrieb‘ geben wir älteren Menschen, die ihre eigene Wohnung oder ihr Haus altersgerecht umbauen wollen, eine Hilfestellung an die Hand. Sie erkennen auf einen Blick, dass der Handwerksbetrieb ein auf Service und Komfort ausgerichtetes Angebot vorhält. Damit schafft das Zeichen Transparenz für Kundinnen und Kunden und erleichtert ihnen den Zugang zu den Dienst- und Beratungsleistungen der Betriebe.“
Beginn im eigenen Betrieb
In der Schreinerei fängt aber das generationenfreundliche Denken schon vor dem Kundenkontakt statt, nämlich bereits bei der Ausbildung der Mitarbeiter und der Architektur der Betriebshallen. „Wir haben schon beim Bau daran gedacht, ebene Flächen ohne Stufen zu schaffen“, erklärt Maik Rönnefarth. „Denn wir werden zusammen alt im Betrieb“, sagt der Schreinermeister, der viel Wert auf Kontinuität im Mitarbeiterstamm legt. So wurde bei der Beschaffung von modernsten Hobelbänken daran gedacht, dass sie höhenverstellbar und schiebbar sind, um nicht nur die Gesundheit der Bediener zu schonen, sondern auch altersgerecht zu sein - für den 20- wie 60-Jährigen. Maschinen werden zudem so aufgestellt, dass Wege mit schweren Arbeitsmaterialien so kurz wie möglich sind.
Die Mitarbeiterschulung hinsichtlich einer optimalen Beratung der Kunden für generationentaugliches Wohnen ist bei den „Holzwürmern“ gerade im Zuge der Markenzeichenverleihung noch einmal forciert worden. „Wir nehmen unsere Mitarbeiter mit ins Boot, schon weil wir auf ihre Impulse angewiesen sind“, betont Rönnefarth. „Denn sie stehen schließlich im engsten Kontakt mit den Kunden.“
So werden die Mitarbeiter angeleitet, Kunden hinsichtlich ergonomischer Küchen zu beraten, die die familiären Verhältnisse berücksichtigen - ob hinsichtlich älteren Menschen im Haushalt oder mithelfenden Kindern in der Küche. „Mancher Kunde möchte gerne Treppenstufen und Absätze beispielsweise im Wohnzimmer. Wir fragen ihn nun, ob er das wirklich braucht und machen ihn darauf aufmerksam, dass unterschiedliche Höhenniveaus in der Wohnung im Alter ein Problem darstellen können. Damit wollen wir ein Bewusstsein für solche Fragen bei ihm wecken“, ergänzt der Schreinermeister. Betten werden von den „Holzwürmern“ so gestaltet, dass sie sich später hochbauen lassen, damit Ältere später einfachen Zugang haben.
Insgesamt misst Rönnefarth dem generationenfreundlichen Einrichten ein „großes Kundenpotenzial“ zu. Dies hat seine Schreinerei bereits seit Jahren erkannt und deswegen schon langjährige Erfahrung in dem Thema „Es ist unsere Pflicht, weiter zu denken als der Kunde und ihn zu sensibilisieren, dass er ja noch ein paar Jahre sicher wohnen will“, sagt der Einrichtungsexperte.
Nicht umsonst war deswegen die Handwerkskammer (HWK) Koblenz auf den Dernauer Betrieb zugegangen, als es um eine Auswahl geeigneter und besonders innovativer Betriebe für das neue Markenzeichen ging. Die Ausbildung und Zertifizierung erfolgte vor rund zwei Monaten im Rahmen eines Seminars bei der HWK in Koblenz. Referenten und Handwerker wie etwa Fliesenleger informierten dabei beispielsweise über das Thema Barrierefreiheit. Ein Schwerpunkt dabei war das Bad. „Früher waren bodentiefe Duschen bei der breiten Masse nicht akzeptiert, da mit dem Etikett , behindertengerecht‘ behaftet. Heute sind sie Standard, weil ein Wandel im Denken eingesetzt hat“, freut sich Rönnefarth über diesen Prozess. Diesen zu fördern ist auch sein Anliegen, dem er sich mit seinem Team intensiv widmen will.