Sechs außergewöhnliche Holzbau-Elemente zieren Weg rund um Lantershofen
Spatenstich für den Birnenwanderweg
Lantershofen. Die Gemeinde Grafschaft wird demnächst mit einer besonderen Attraktion auf der touristischen Landkarte erscheinen. Der Birnen-Rundwanderweg ist noch nicht offiziell eröffnet und zählt dennoch schon zu den „111 Orten in der Eifel, die man gesehen haben muss“. Landrat Dr. Jürgen Pföhler, Bürgermeister Achim Juchem, Ortsvorsteher Leo Mattuschek und zahlreiche Mitglieder des Fördervereins „Zukunft Lantershofen“ machten jetzt den Spatenstich an einem von sechs sehenswerten Holzbau-Elementen, die den Birnen-Rundwanderweg künftig schmücken sollen. Der Trierer Bischof Stephan Ackermann wird also an seiner ehemaligen Wirkungsstätte bei der offiziellen Eröffnung am Freitag, 29. Mai, ab 14 Uhr etwas weithin Einmaliges zu sehen bekommen. Das „Fliegende Dach“ ist eines der sechs Holzbau-Elemente, die künftig den 8,2 Kilometer langen, an den Rotweinwanderweg angedockten Birnen-Rundwanderweg zieren werden.
Bänke mit schönem Blick
Auch die hohe Sitzbank „Vogelhäuschen“, ein dachgeschütztes schiefes Holztrapez auf der Ringener Höhe in der Nähe des Asbacher Hofes, und die „Z-Bank“ im unteren Bereich des Birnensortengartens stehen schon. Auf dieser Bank können auf verschiedenen Ebenen bis zu 32 Wanderer den Blick schweifen lassen. Es folgen noch die „Spirituelle Tankstelle“ als ungewöhnliche kleine Schutzhütte und zwei „Futterkrippen“ als überdachte Sitzbänke. Auch die Beschilderung mit am Wegesrand stehenden Birnen soll bis Mitte Mai abgeschlossen werden. Die Wanderer sollen schon vom Bahnhof Ahrweiler aus geleitet und vom Kreisel „An den Ulmen“ Richtung Lantershofen links über die „Schwallhüll“ ins Dorf geführt werden. Durch die alten Gassen und an denkmalgeschützten, historischen und ortsbildprägenden Bauten entlang führt der Weg an Kirche, Studienhaus und Winzerverein vorbei zum eigentlichen Birnensortengarten. Von dort aus geht es weiter Richtung Ringen und am alten Bahndamm zurück auf den Rotweinwanderweg.
Früher gab es viele Birnen
Früher habe es viele Birnen in Lantershofen gegeben, erinnert sich Horst Same, Vorstandsmitglied des Fördervereins „Zukunft Lantershofen“. Im Rahmen eines Wettbewerbs "Unser Dorf hat Zukunft“ sei dann die Idee geboren worden, es wieder aufleben zu lassen, so habe man 2012 den Birnensortengarten angepflanzt. Hannsjörg Pohlmeyer aus dem Landesbeirat Holz stellte das Projekt in Mainz bei der Landesregierung vor, woraufhin sich Fördermittel vom Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung auftaten. Allerdings unter der Bedingung, dass es einen sogenannten „Dialog von Kunst und Landschaft“ geben müsse. Daraufhin nahm der Förderverein Kontakt auf mit der Universität Trier und der Fachbereich Innenarchitektur, wo ein Ideenwettbewerb gestartet wurde. Zwei der elf Vorschläge – das Vogelhäuschen und die Futterkrippe – fanden die Zustimmung der Lantershofener und werden jetzt in die Tat umgesetzt. Für das „Fliegende Dach“ und die „Spirituelle Tankstelle“ zeichnet das Bad Neuenahrer Architekturbüro Mertens verantwortlich. Die Firma Holzbau Adams aus Niederzissen wurde mit der Umsetzung beauftragt. Die Kosten für die sechs Holzbau-Elemente belaufen sich auf insgesamt 78.000 Euro, wovon der europäische Fonds für Regionale Entwicklung 39.000 übernimmt. Weitere 20.000 Euro kommen von der Gemeinde Grafschaft, die restlichen 19.000 Euro muss der Verein aufbringen. Deshalb freuten sich die Mitglieder umso mehr, als Landrat Dr. Jürgen Pföhler den mit 2.500 Euro dotierten Sonderpreis aus dem Förderprogramm Ländlicher Raum für die Tourismusförderung mitbrachte und an Ortsvorsteher Mattuscheck überreichte. Begründet wurde der Preis damit, dass der Wanderweg in besonderem Maße der Tourismusförderung diene. Die Vereinsinitiative habe hohe Vorbildwirkung und sei für andere Dorfgemeinschaften beispielgebend, so Pföhler.
