Allgemeine Berichte | 11.09.2026, 10:17 Uhr

Kulturgutrettung im Ahrtal

Staatssekretär Dr. Alt zu Besuch im Temporären Museumsdepot in Ahrweiler

Austausch im Temporären Museumsdepot: Staatssekretär Dr. Denis Alt, Heike Wernz-Kaiser, und Erster Beigeordneter Peter Diewald.
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Bad Neuenahr-Ahrweiler. Am vergangenen Wochenende nutzte Staatssekretär Dr. Denis Alt aus dem Ministerium für Kommunen, Bauen, Wohnen und Kultur Rheinland-Pfalz seinen Besuch im Ahrtal als Anlass, auch im temporären Museumsdepot in der Niederhutstraße in Ahrweiler vorbeizuschauen. Im Gespräch mit dem Ersten Beigeordneten Peter Diewald und der Kulturbeauftragten der Stadt, Heike Wernz-Kaiser, informierte er sich über die Chancen und Herausforderungen der Kulturgutrettung nach der Flutkatastrophe.

Im Museumsdepot zeugen die bereits zahlreich zurückgekehrten Exponate der städtischen Kunstsammlung von der großen Solidarität und Hilfsbereitschaft, die der Stadt seit der Flut von Universitäten und Museen aus ganz Deutschland zuteilgeworden ist und weiterhin zuteilwird. Noch heute befinden sich zahlreiche Kunstwerke aus Bad Neuenahr-Ahrweiler im ganzen Land in der professionellen Restaurierung, wobei verschiedene Objekte und Materialien auch Gegenstand von aktuellen Forschungsarbeiten sind. Neben den Gemälden gilt es unter anderem auch viele Skulpturen und Keramiken zu reinigen und wiederherzustellen, wobei der Stadt zusätzlich zur Unterstützung aus ganz Deutschland auch Mittel aus dem Sondervermögen „Aufbauhilfe 2021“ von Bund und Ländern zur Verfügung stehen.

Im Austausch mit Staatssekretär Dr. Alt konnte Heike Wernz-Kaiser auch aus der Zeit unmittelbar nach der Katastrophe und der akuten Bergung der Kunstwerke berichten. Dabei kam auch die Frage der zukünftigen Präsentation der geretteten Kunstwerke in einem geplanten Schaudepot in Bad Neuenahr-Ahrweiler zur Sprache, in dem die Flut auch als Teil der Objektgeschichte vermittelt werden kann. Denn nicht alle Exponate können rückstandslos von den Folgen der Katastrophe befreit werden.

Ein weiteres Thema des Gesprächs war die Zukunft der Kulturgutrettung in ganz Deutschland. Denn durch seine Erfahrungen aus der Katastrophe im Juli 2021, unter anderem mit Blick auf die „Schlammproblematik“, nützliche personelle Strukturen und Netzwerkarbeit, kann das Ahrtal Vorbildcharakter dafür einnehmen, wie sich andere kleine Kommunen im ganzen Land mit eigener Kunstsammlung gegen vergleichbare Ereignisse absichern und auf eine mögliche Kulturgutrettung im Ernstfall vorbereiten können. Hier spielt die landesweite Vernetzung von Notfallverbündeten eine entscheidende Rolle.

„Das Museumsdepot des Stadtmuseums in Ahrweiler ist gleichermaßen beeindruckend wie ermutigend - hier wird die große Solidarität der Menschen weit über das Ahrtal hinaus in Kunstwerken sichtbar“, so Staatssekretär Dr. Denis Alt nach dem Termin. „Die Flut hat nicht nur das Museum, sondern auch eine Vielzahl von Kunstwerken zerstört. Die Restaurierung erfolgt getragen von breiten Schultern in Museen in ganz Deutschland. Das zeigt eindrücklich, dass Kunst und Kultur für die Identität der Menschen eine bedeutende Rolle spielen.

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Austausch im Temporären Museumsdepot: Staatssekretär Dr. Denis Alt, Heike Wernz-Kaiser, und Erster Beigeordneter Peter Diewald. Foto: Stadtverwaltung / F. Düngen

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