Sternsinger bringen Segen von Haus zu Haus
55. Dreikönigssingen in der Kreisstadt: Sammelergebnisse können sich sehen lassen
Kreisstadt. Unzählige Male schrieben die Sternsinger in den Gemeinden der Kreisstadt ihr „20*C+M+B*13“ (Christus mansionem benedicat - Christus segne dieses Haus) an die Türen, sangen ihre Lieder und sagten ihr Sprüchlein auf. „Segen bringen, Segen sein: Für Gesundheit in Tansania und weltweit“ lautete das diesjährige Leitwort der Aussendung, die bereits zum 55. stattfand. Freudig ist das Ergebnis der Sammelaktion: Dank des unermüdlichen Einsatzes der Sternsinger, ihrer Betreuer sowie der Spendenbereitschaft innerhalb der Bevölkerung konnte wieder eine beachtliche Summe von mehreren Zehntausend Euro für karitative Projekte im diesjährigen Beispielland Tansania und auf der ganzen Welt erzielt werden. Unter dem aktuellen Motto machen die Sternsinger gemeinsam mit den Trägern der deutschlandweiten Aktion - dem Kindermissionswerk und dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) - darauf aufmerksam, wie gravierend die gesundheitlichen Zustände in Tansania und vielen weiteren Ländern der Welt sind. Mit der gesammelten Spendensumme sollen langfristige Projekte unterstützt, aber auch Direkthilfe durch Impfungen gegen Malaria und Verbesserungen im medizinischen und sanitären Bereich geleistet werden. Sorgen bereiten den Organisatoren der alljährlichen Dreikönigsaktion in den Kirchengemeinden der Stadt die rückläufigen Zahlen engagierter Kinder und Jugendlicher. In Heimersheim konnten deswegen erstmalig nicht alle Bewohner des Ortes besucht werden. Geburtenschwache Jahrgänge und mangelndes Interesse an der Sache nagen an einer Jahrzehnte alten Tradition. Im Folgenden ein Überblick über den Verlauf der Sammelaktion in den Gemeinden der Kreisstadt.
Heimersheim/Heppingen/ Kirchdaun/Gimmigen
Von Freitag bis Sonntag waren insgesamt 82 Kinder und Jugendliche mit goldenen Sternen, gesegneten Kreidestücken und ihren obligatorischen Sammelbüchsen in den Pfarreien St. Mauritius Heimersheim, wozu auch die Ortsteile Lohrsdorf, Green und Ehlingen gehören, St. Martin Heppingen und St. Lambertus Kirchdaun/Gimmigen unterwegs. Das Ergebnis ihres unermüdlichen Einsatzes kann sich sehen lassen: Begleitet von zahlreichen engagierten Eltern, Jugendlichen und Messdienern der Pfarreien sammelten 31 Kinder in 10 Gruppen als Caspar, Melchior und Balthasar in Heimersheim insgesamt 4680 Euro, in St. Martin Heppingen in vier Gruppen mit 16 Kindern 1203,43 Euro. In Gimmigen erzielten 20 Kinder und Jugendliche aufgeteilt in fünf Gruppen ein grandioses Ergebnis von 1400 Euro, während in Kirchdaun eine Schar von 15 Kindern in drei Gruppen eine Summe von ebenfalls überragenden 1020,64 Euro sammelte. „Das sind hervorragende Ergebnisse, die mitunter besser ausfallen, als in den Vorjahren“, so das Resümee von Gemeindereferentin Mildred Ruppert, die gleichzeitig die Gesamtleitung der Aktion in den östlichen Stadtteilen übernommen hatte. Neben der Geldsumme sind zudem manch süße Leckereien zusammengekommen, die einem hiesigen Kinderheim zugute kommen. Und so galten ihre Dankesworte neben den tatkräftigen Sternsingern vor allem den zehn Mitorganisatorinnen Ingrid Neubusch, Judith Groß und Monika Stinner (St. Mauritius Heimersheim), Hildegard Schneider und Monika Behrend (St. Martin Heppingen) und Heidi Schoenmackers, Petra Voigt und Bärbel Groß (St. Lambertus Kirchdaun/Gimmigen), die die Aussendungen betreuten. Darüber hinaus hob Ruppert die Arbeit der unterstützenden Kommunionkatecheten, Jugendlichen und Messdienern hervor, die stets warme Getränke und kleine Snacks für die Kids bereithielten. Dennoch: In Zukunft wird es immer schwieriger, Kinder und Jugendliche für die Sternsingeraktion zu begeistern, ist sich Mildred Ruppert sicher. Was im vergangenen Jahr noch eine Befürchtung war, sollte in diesem Jahr Realität werden.
„Erstmals konnten wir nicht alle Straßen mit Sternsingern besetzen“, erklärt Ruppert. „Es haben sich schlichtweg zu wenige Kinder gemeldet.“ Doch warum verliert eine langjährige Tradition immer mehr an Zuspruch? Neben den ohnehin geburtenschwachen Jahrgängen schrecke vor allem das kalte Winterwetter und die damit verbundene Erkältungsgefahr zunehmend ab, sagt Mildred Ruppert, selbst viele Jahre als Sternsingerin im Stadtgebiet unterwegs. Um dem entgegenzuwirken, gibt man sich im Vorfeld der Aktion besonders viel Mühe: So wird beispielsweise ein Infotreffen mit Filmvorführungen über unterstützte Hilfsprojekte veranstaltet und auch der Begriff Segen in spielerischer Weise näher gebracht. Darüber hinaus stehen die Gruppenfindung und die Kleideranprobe auf dem Programm.
Bad Neuenahr/Bachem
60 Sternsinger konnten Pastor Peter Dörrenbächer und seine Helfer Elena Weber, Marie-Claire Elster (St. Pius) und Maike Stadtfeld und Andrea Strauß (Rosenkranz-Gemeinde) in Bad Neuenahr und Bachem aussenden. Von Freitag bis Sonntag machten sich insgesamt 20 Gruppen auf den Weg von Haus zu Haus, um Segen zu spenden und Spenden für den guten Zweck zu sammeln. Und so kamen schließlich rund 12000 Euro in den beiden Bad Neuenahrer Gemeinden zusammen - jedoch deutlich weniger als in den Vorjahren. Dazu Pastor Dörrenbächer: „In Krisenjahren ist die Spendensumme traditionell höher und liegt dann im Schnitt bei 16000 Euro.“ Häufig gehe im Laufe der Woche aber noch die eine oder andere zusätzliche Spende im Pfarrbüro ein. Zum Rahmenprogramm gehörte auch in diesem Jahr wieder ein Aussendungsgottesdienst, der insbesondere das Thema Segen spenden und Segen empfangen behandelte.
Nach den ersten Stunden unterwegs mit Sammelbüchsen, Gewändern und Sternen gab’s zur Stärkung ein reichhaltiges Mittagessen für die jungen Sternsinger. Als Vorbereitung auf die Aussendung stand auch in Bad Neuenahr ein Infotreffen auf dem Programm, in dessen Rahmen Pastor Peter Dörrenbächer auf die Dreikönigsaktion einstimmte, letzte organisatorische Fragen beantwortete und es die Einkleidung und Einteilung in die verschiedenen Gruppen zu jeweils drei Kindern zu erledigen galt. Zum Abschluss des Wochenendes nahmen alle Sternsinger gemeinsam mit ihren Begleitern - vornehmlich Jugendliche und Elternteile aus der Gemeinde - teil. Doch auch in Bad Neuenahr sieht man sich den rückläufigen Teilnehmerzahlen gegenüber. „Besonders in der Rosenkranzgemeinde“, berichtet Pastor Dörrenbächer, „machen sich die schwachen Geburtenjahrgänge langsam aber sicher bemerkbar.“ Dennoch: Mit seinem Organisationsteam möchte der Pastor weiterhin viele Kinder für das Engagement als Sternsinger begeistern. Damit das funktioniert, arbeitet er zusammen mit zahlreichen Helfern bereits an neuen Strategien, um wieder mehr Kinder für den Dienst im Namen der Heiligen drei Könige zu ermutigen.
Ahrweiler
Insgesamt 81 Kinder in 21 Gruppen machten sich in der Pfarrgemeinde St. Laurentius auf den Weg. Unterstützt wurden die Kinder von zahlreichen Kommunionkatechetinnen, Firmbewerbern, die sich in einem Projekt im Rahmen ihrer Firmvorbereitung bereit erklärt hatten zu helfen, und Müttern, die sich insbesondere um die Kostüme kümmerten. 13000 Euro kamen so schließlich gemeinsam mit der Walporzheimer Filialgemeinde zusammen. Dort waren 20 Sternsinger in fünf Kleingruppen unterwegs. Beachtlich auch das Spendenergebnis in der St. Barbara-Gemeinde in Ramersbach: Hier kamen insgesamt 1500 Euro in den Büchsen der Sternsinger zusammen - ein überdurchschnittliches Ergebnis. Am Sonntagmorgen zogen die 16 Kinder mit ihren Betreuern durch den Ort.
Die Gesamtorganisation für Walporzheim, Ramersbach und Ahrweiler hatten Iris Berlin und Petra Kurth inne. Ihr Dank galt allen Helfern und Beteiligten der Aktion, insbesondere den Eltern, bei denen die Sternsinger mittags eine kleine Stärkung zu sich nehmen konnten. Den Ausklang einer durchaus erfolgreichen Sammelaktion bildete am Samstagabend der vom Jugendchor „LAUtstärke“ mitgestaltete Abschlussgottesdienst in der St. Laurentius-Pfarrkirche. Dabei kamen durch die Kollekte nochmals einige Euros hinzu. Und auch einige Kisten mit Süßigkeiten können die Organisatoren nun guten Herzens weitergeben - und zwar unter anderem an die Ahrweiler Tafel.
Tolle Spendensummen, zufriedene Gesichter bei Jung und Alt
Alles in allem können sich die einzelnen Gemeinden der Kreisstadt wieder über beachtliche Spendensummen freuen. Mit viel Begeisterung taten die jungen Sternsinger und ihre begleitenden Betreuer wieder Gutes und helfen mit ihrem Einsatz eben jenen, denen es nicht so gut geht wie ihnen selbst. Bleibt zu hoffen, dass auch in den nächsten Jahren das Engagement der Kinder nicht nachlässt. Geburtenschwache Jahre oder fehlendes Interesse sorgen für neue Herausforderungen, mit denen die Pfarreien jedoch gekonnt umzugehen wissen.
RERE
Kaplan Andreas Kern betreute die Sternsinger in Walporzheim.
