Gemeinderat Grafschaft
Verkehrerschließung Haribo
Die bisherige Trassenführung der „Südanbindung“ birgt noch Konfliktpotenzial
Grafschaft. Die Haribo-Baustelle wächst und wächst im Innovationspark. 2017 sollen dort die ersten Grafschafter Goldbären vom Band laufen. Noch nicht ganz geklärt ist allerdings die komplette Verkehrserschließung für das 27 Hektar große Grundstück, auf dem derzeit die neue Haribo-Weltzentrale mit dem Namen „Haribo-Innovationspark“ fleißig gebaut wird. Dort sollen in der ersten Stufe bis zu 700 Menschen in Verwaltung und Produktion arbeiten.
Jetzt beschäftigte sich der Grafschafter Gemeinderat erneut mit der Verkehrssituation, weil die bisher angedachten Trassenführungen der „Südanbindung“ noch Konfliktpotenzial beherbergen. Schließlich geht Haribo selbst davon aus, dass bei Verwirklichung aller Ausbaustufen ein zusätzliches Verkehrsaufkommen von 4.000 Kraftfahrzeugen pro Tag einschließlich Schwerlastverkehr zu erwarten sei. Wenn auch noch das geplante Factory Outlet Center verwirklicht würde, kämen noch einmal 5.000 Kraftfahrzeuge pro Tag hinzu. Nach zahlreichen Protesten betroffener Anlieger ist die ursprünglich angedachte Anbindung des Innovationspark Rheinland am Ringener Bürgerhaus vorbei nach Bölingen nicht mehr Bestandteil der Planungen. Die dafür notwendigen Änderungen vom Bebauungsplan und Flächennutzungsplan wurden eingearbeitet und deren räumlicher Geltungsbereich verkleinert. Weil sich dadurch beide Planwerke verändern, ist eine erneute Bürgerbeteiligung erforderlich, die bis einschließlich 29. Februar 2016 läuft und vom Rat einmütig beschlossen wurde. Laut Verkehrsgutachten wäre es der beste Kompromiss, der die Belange aller möglicherweise betroffenen Ortschaften gleichermaßen berücksichtigt - den Innovationspark mit einem kompletten Autobahnanschluss samt Autohof an die Autobahn A 61 anzubinden. Und zwar an der Kreisstraße 34 zwischen Vettelhoven und Eckendorf, wo sich jetzt schon der Parkplatz „Goldene Meile“ und das Lager der Autobahnmeisterei befindet. Auch ohne neuen Autobahnanschluss habe die dafür notwendige Kombination aus einer Verbindungsstraße parallel zur Autobahn in Richtung Eckendorf und der Südspange zwischen Vettelhoven und Bölingen die größten Vorteile für die gesamte Grafschaft. Dies sei vor allem vor dem Hintergrund wichtig, dass die Anlage einer neuen Anschlussstelle, wenn überhaupt, voraussichtlich deutlich verzögert kommen werde, die Anbindung des Haribo-Geländes jedoch kurzfristig realisiert werden müsse. Nachteil der neuen Überlegungen ist allerdings, dass dafür ein Regenrückhaltebecken notwendig wird. Weil dadurch jede Menge Erde bewegt werden müsse, so Bürgermeister Achim Juchem (CDU), könne die bisherige fußläufige Verbindung zur kleinen Kapelle, die westlich des künftigen Haribo-Geländes liegt, nicht mehr aufrechterhalten werden. Dafür benötige man einen neuen Fußweg, dessen gedachte Trasse wiederum in den Bebauungsplan einbezogen werden muss. Erfreulich wie in jedem Jahr war die Entwicklung im Grafschafter Wald, denn der Forstwirtschaftsplan für 2016 sieht einen kleinen Gewinn von knapp 3.000 Euro vor. Worüber sich der Gemeinderat einmütig freute und Revierförster Guido Ebach seinen Dank aussprach.
