Jahreshauptversammlung der Werbegemeinschaft Aktivkreis Bad Neuenahr-Ahrweiler
Volker Danko ist neuer Vorsitzender
Ahr-Thermen, Feste und finanzielle Situation weitere Themen
Bad Neuenahr. Eigentlich wollte er gar nicht. Doch mit dem gesundheitsbedingten Rückzug von Alberto Riemer als Vorsitzendem der Werbegemeinschaft Aktivkreis Bad Neuenahr-Ahrweiler musste das Vakuum in der Leitung gefüllt werden. So rang sich dessen langjähriger Stellvertreter Volker Danko, zuletzt Schatzmeister, durch, das Amt auf der Jahreshauptversammlung vergangene Woche zu übernehmen – die Wahl war eher Formsache. „Prämisse“ sei für ihn jedoch die „Doppelspitze“ mit Patrick Küpper vom Kaufhaus Moses als Stellvertreter. Auch in dieser Personalie erfolgte die Wahl ebenso wie die weiteren Postenvergaben. Der bisherige Schriftführer Gerd Weigl wechselt das Ressort und übernimmt das nun vakante Amt des Schatzmeisters von Danko. Neue Schriftführerin ist Blick-Mitarbeiterin Marina Manten, die zuvor sieben Jahre beim Ahrtal-Tourismus tätig war und schon von daher die nötige Sach- und Ortskenntnis sowie Hintergrundwissen zum regionalen Gewerbe mitbringt. Der wiedergewählte Jörg Schäfer wird künftig als Beisitzer von Matthias Meier (Intersport Krumholz) unterstützt, der mehr „Impulse aus dem Mittelzentrum“ für die Werbegemeinschaft und ihre Aktivitäten bewirken möchte.
Abschied
Begonnen hatte die Jahreshauptversammlung aber mit der Abschiedsrede von Alberto Riemer, der sich nach langer Krankheit nicht nur aus dem Amt, sondern auch von der Region verabschieden wird und „Richtung Bayern“ zieht. Er dankte seinen Vorstandskollegen für die Unterstützung und zog kurz Bilanz seiner Amtszeit.
Ausgaben wurden gesenkt
Der scheidende Schatzmeister Volker Danko gab anschließend seinen Kassenbericht ab. „Die Finanzen der Werbegemeinschaft mussten auf den Prüfstand gestellt werden“, eröffnete er. Minusbeträge wie im Geschäftsjahr 2011 von 2.500 Euro und 6.200 Euro 2012 seien auf Dauer nicht tragbar gewesen. „Einnahmen- und Ausgabensituation mussten wir in den Griff bekommen. Jetzt haben wir den Turnaround aber geschafft“, freute sich Danko. Zu den Maßnahmen, die getroffen wurden, um die Ausgaben zu senken, gehörte beispielsweise der Wegfall einer der beiden kostenintensiven Bühnen beim Fest der guten Laune. So sanken die Ausgaben vom Geschäftsjahr 2012 mit rund 57.000 Euro auf 32.000 Euro 2013. Zwar fielen auch die Einnahmen (44.000 Euro) geringer aus als 2012 (57.000 Euro), doch bleibt total damit ein Überschuss von satten 11.900 Euro. Hiervon gehen allerdings noch der Zuschuss an den Uferlichter-Verein in Höhe von 5.000 Euro, Versicherungsbeiträge und eine Rechnung für die Veranstaltung „Rund um den Weckmann“ ab. „Insgesamt stehen wir wieder solide da“, so das Resümee Dankos zum Kassenbericht. Belastet hätte die Einnahmenseite aber der Rückgang der Mitgliederbeiträge von rund 21.000 Euro (2012) auf 18.900 Euro (2013) – auch aufgrund des Austritts einiger Zahler wie der Aktiengesellschaft Bad Neuenahr oder des Dorint Parkhotels.
Aussprache
In der anschließenden Aussprache meldete sich vor allem Hotelier Günther Uhl zu Wort. Eben diese Mitgliederentwicklung beschäftige ihn sehr. „Warum sind nur so wenig Einzelhändler unter den Mitgliedern?“, fragte er. „Bei rund 300 Unternehmen in Bad Neuenahr und nur 67 Mitgliedern in der Werbegemeinschaft ist das doch ein katastrophaler Mitgliederstand. Was ist jetzt geplant, um dies zu ändern?“ Sorgen mache ihm außerdem die gegenwärtige Schließung der Ahr-Thermen. „Das spüren wir bereits bei den Einnahmen“, bedauerte Uhl.
Für den Erhalt der Ahr-Thermen
Nach seiner Wahl nahm der neue Vorsitzende Volker Danko die Anregungen und Fragen von Uhl auf. „Der Einzelhandel ist von der Schließung der Ahr-Thermen ebenso betroffen wie die Hotellerie und Gastronomie. Deswegen sind wir für den Erhalt des Bades.“ Danach widmete er sich intensiv dem von Uhl angesprochenen Thema der Mitgliederentwicklung. „Ich möchte klar machen, dass die Werbegemeinschaft irgendwann nicht mehr funktioniert, wenn sie immer kleiner wird.“ Dadurch seien die von der Werbegemeinschaft organisierten Veranstaltungen in Gefahr, von denen schließlich alle Geschäfte in Bad Neuenahr profitieren würden. Das Ziel für seine Amtszeit wäre eine Erhöhung von derzeit 67 auf mindestens 90 Mitgliedern. „Wenn wir das nicht erreichen, werde ich künftig nicht mehr als Vorsitzender zu Verfügung stehen. Ich bin nicht bereit, die Arbeit für die vielen Trittbrettfahrer zu machen“, fand Danko klare Worte und appellierte an die Unternehmen in der Kurstadt, die Arbeit der Werbegemeinschaft als Mitglied zu unterstützen.
Brief an die Firmen
Erste Maßnahme sei nun ein „Brief an die Bad Neuenahrer Unternehmen mit Bildern vom neuen Vorstand“, um dem Neuaufbruch auch Gesichter zu geben. Außerdem würde es Konsequenzen für die geben, die in Bad Neuenahr partout nicht mitziehen wollten. „Ich spreche hier konkret einmal Ketten wie NKD und Zeeman an. Von dort heißt es stets: ,Wir kalkulieren so knapp, da ist ein Mitgliedsbeitrag nicht möglich’. Das werden wir in Zukunft so nicht mehr akzeptieren. Dann wird bei einem Fest auch einmal ein Verkaufswagen vor deren Türe stehen“, machte der frisch gebackene Vorsitzende deutlich.
Für Mitglieder werben
Um neue Mitglieder zu werben, will die Werbegemeinschaft künftig „vermehrt auf die Straße gehen“, so Danko. „Wir wollen die Unternehmen in den einzelnen Straßenzüge abholen für punktuelle, überschaubare Aktionen bei Veranstaltungen wie ,Rund ums Ei’. Damit wird niemand überfordert.“ Gleichzeitig müssten aber auch der Beitrag für die Weihnachtsbeleuchtung von 50 aus 75 Euro sowie der seit rund 20 Jahren konstant gebliebene Mitgliedsbeitrag von derzeit 20,43 Euro leicht steigen. Außerdem will die Werbegemeinschaft die Struktur der Beiträge dahin gehend verändern, dass „größere Betriebe mehr zahlen als kleinere“, regte Danko an. Bei Unternehmen, die auch noch in anderen Organisationen wie GrünCard oder ServiceQualität Deutschland zahlende Mitglieder seien, solle der Gesamtbetrag „gedeckelt werden“. Überhaupt möchte die Werbegemeinschaft die Vernetzung mit den vielen anderen regionalen Organisationen verbessern.
Bessere Vernetzung
Wie eine bessere Vernetzung künftig aussehen könnte, stellte Frank Mies vom Marketing- und Webdesignunternehmen Shapefruit AG aus Bad Neuenahr anhand des künftigen Web- und Stadtportals vor, für das die Stadt ihre Domain www.bad-neuenahr-ahrweiler zur Verfügung gestellt hat. Hier werden die verschiedenen gewerblichen Organisationen der Stadt bereits auf der Startseite übersichtlich dargestellt und gebündelt. Gewollt ist, dass der User durch eine emotionale Ansprache mit Bildern erreicht wird, ergänzt durch klassische Textteile, Karten zu jedem gewerblichen Anbieter, eine große Übersichtskarte der Stadt und intelligente Suchfunktionen. „Wir erwarten anfänglich mindestens 10.000 Aufrufe der Seite im Monat“, so Mies. Er machte aber auch deutlich, dass es eine Zweiklassendarstellung gebe: Zahlende Mitglieder von einer der beteiligten Organisationen würden stärker hervorgehoben als andere. Er rief abschließend dazu auf, sich bereits jetzt unter http://stadtportal.shapefruit.de für das Webportal zu registrieren, „um vom Start an mit dabei zu sein“.
Uferlichter: Schwarze Null geschafft
Zum Abschluss der Jahreshauptversammlung widmete sich die Werbegemeinschaft noch einmal der Zukunft der Uferlichter. Künftig sollen Geschäfte an drei Samstagen bis 18 Uhr parallel zur Veranstaltung öffnen. 2013 hatten 40 Unternehmen an allerdings nur einem Samstag mit der verlängerten Öffnungszeit mitgemacht. Ein Sorgenkind sei weiterhin die Poststraße. Hier müsse die Beleuchtung verbessert werden, betonte Danko. Die sei in der Telegrafenstraße deutlich besser, allerdings stiegen auch hier die Kosten, da die gewachsenen Bäume künftig Steiger erforderten, um die Beleuchtung anzubringen. Insgesamt sei das neue Konzept der Uferlichter aber bestens angekommen. Gerade der neue „Jahrmarkt der Genüsse“ wäre sehr gut gelaufen – „die meisten Standbetreiber mussten sogar Ware nachordern“. Es gebe zwar noch keine genauen Zahlen, doch könne davon ausgegangen werden, dass im vergangenen Jahr „mindestens die schwarze Null mit den Uferlichtern geschafft“ wurde, so Danko. Erfreulich sei auch die Zahl von bereits 40 Fördermitgliedern im ersten Jahr des Uferlichter-Vereins. „Unser Ziel ist: Die Uferlichter müssen sich jedes Jahr verändern, sonst schlafen sie ein“, so der Schlusspunkt von Danko unter eine kontrovers-sachliche, fruchtbare Jahreshauptversammlung der Werbegemeinschaft Aktivkreis Bad Neuenahr-Ahrweiler.
