Deutschlands berühmtester Wanderer beim Ahrtaler Gipfelfest
Wandern mit Manuel Andrack
Bad Neuenahr. Zur zehnten Auflage des viertägigen Gipfelfestes hatten sich die Veranstalter ein besonderes Schmankerl einfallen lassen. Für Freitag, den traditionell am schwächsten frequentierten Tag, wurde Manuel Andrack als Attraktion verpflichtet. Deutschlands berühmtester Wanderer war dafür eigens aus seinem saarländischen Wohnort angereist. Tagsüber führte er eine Gruppe von Bad Neuenahr zum Tagesgipfel nach Sinzig. Abends präsentierte er in der Konzerthalle im Kurpark seine „kleine Wandershow“ (siehe separater Bericht). Bei der Wanderung zum „Ännchen“ brechen morgens gegen 10 Uhr knapp hundert Personen vom Büro des Ahrtaltourismus zum Tagesgipfel auf, mit dabei "Blick aktuell"-Reporter Gregor Schürer, der sich gemeinsam mit Manuel Andrack Blasen lief...
Cashewkerne und Mineralwasser
Über den Platz an der Linde und die Kurgartenbrücke geht es hinauf zur Willibrorduskirche, dann über den Johannisberg, den Jüdischen Friedhof streifend, zum Ahrsteig. Vorbei am Idienbach, unter der A 61 durch erreichen die Wanderer die Kapelle „Maria Schutz und Fürbitte“, hoch über Heimersheim. Nach diesem strammen, von steilen Auf- und Abstiegen geprägten Beginn hat sich die Gruppe schon weit auseinandergezogen – und eine Pause verdient. Manuel Andrack tummelt sich mitten unter ihnen, beantwortet hier eine Frage, diskutiert da über die schönsten Wege und gibt dort eine Aufmunterung. Was mag der geübte Wanderer zur Stärkung zu sich nehmen? Cashewkerne und Mineralwasser! „Nüsse sind super“, sagt Andrack, der sein Hobby, das Wandern, zum Beruf gemacht hat: „Leicht zu transportieren, Energiespender, gut fürs Gehirn und schmecken tun sie auch noch.“ Während es hinunter nach Heimersheim und dann scharf rechts Richtung Ehlingen geht, erzählt Andrack, der als Redakteur und später als Sidekick der Harald-Schmidt-Show bekannt wurde: „Ich bin einer der wenigen Berufswanderer Deutschlands.“ Mit Büchern, Reportagen, Moderationen und Fernsehsendungen zu diesem Thema finanziert er seinen Lebensunterhalt. Der geborenen Kölner lebt seit 2008 im Saarland und fühlt sich dort pudelwohl. „In der Stadt zu wohnen, war okay. Aber als Familie mit Kindern ist es auf dem Land doch schöner.“ Die XXL-Bank wird erreicht, danach führt der Weg zum Ehlinger Backes, von dort hinauf in die Weinberge zur „Ehlinger Lay“, einem weiteren schönen Aussichtspunkt.
Mineralwasser - gut für Kopf und Nacken
Die Mittagssonne setzt allen Wanderern zu, wer konnte ahnen, dass diese Tour am bisher heißesten Tag des Jahres stattfindet. Selbst ein so versierter Wanderer wie Andrack gerät da ins Schwitzen. Und kippt sich kurzerhand das Mineralwasser über den Kopf und Nacken. Dank Funktionshemd trocknet ja alles schnell wieder. Vorbei geht es am Winzerhäuschen, zur letzten Etappe. Der Boden ist weich im schattigen Wald, eine Erholung! Andrack betreibt einen Wander-Blog. Wandert eigentlich der Vater von vier Töchtern gemeinsam mit der Familie? Entwaffnend ehrlich sagt er: „Ich arbeite daran.“ Weiter auf dem Panoramaweg geht's bis zum „Ännchen“ oberhalb von Westum. Hier erwartet die Wanderer ein Alphornbläser! Auch eine Wirtin, die vom prominenten Gast erst einmal in den Arm genommen werden will. Dann kriegt er nach all der Anstrengung ein Stück vom selbst gebackenen Kuchen, für den das Ausflugslokal oberhalb von Westum so berühmt ist. Und nach rund zwölf Kilometern Wanderstrecke wird sich für den Mann ohne Allüren auch ein kühles Bier organisieren lassen - gegen die drohende "Unterhopfung".
Die Wandergruppe bei der Rast an der Kapelle „Maria Schutz und Fürbitte“ hoch über Heimersheim. Fotos: SCHÜ
Als Prominenter ohne Allüren präsentierte sich Manuel Andrack bei der Wanderung, hier an der Ehlinger Ley.
