„Wohin mit dem Vogelhäuschen?“
Leserbrief zur Abfallentsorgung in der Region
Seit vielen Jahren trenne ich brav meinen Müll, bestücke ordnungsgemäß Gelbe, Braune, Graue und Blaue Tonne, schleppe Glasflaschen zum vier Straßen entfernten Glascontainer und ausrangierte Kleidungsstücke noch weiter zum Kleidercontainer. Nun haben eine hölzerne Gartenbank und ein mit Schrauben auf drei Birkenstämmen befestigtes Vogelhäuschen das Zeitliche gesegnet. Also forderte ich per Karte die Sperrmüllabfuhr an, musste drei Wochen auf einen Abholtermin warten und bat eine Freundin, mir zu helfen, die schweren Teile aus dem Garten auf die Straße zu tragen.
Dann las ich mir gewissenhaft die Anweisungen im Abfallratgeber durch und stellte fest, dass Metall- und Holzteile in getrennte Haufen zu sortieren sind. Mein Versuch, die Schrauben aus den Birkenstämmen des Vogelhäuschens zu entfernen, scheiterte. In bin Rentnerin und hatte weder die Kraft noch das passende Werkzeug dazu.
Vorsichtshalber rief ich bei dem Abfallunternehmen an und erfuhr, dass weder Vogelhäuschen noch Gartenbank zum Sperrmüll gehören, weil sie Garten- und keine Hausmöbel sind. Fassungslos fragte ich, wie ich beides denn sonst zu entsorgen hätte. Man empfahl mir, damit zum Abfallwirtschaftszentrum nach Niederzissen zu fahren. „Aber ich wohne in Ahrweiler und fahre einen Kleinwagen, in den weder eine Gartenbank noch ein Vogelhäuschen passen“, wandte ich verschüchtert ein. Dann müsse ich eben beides zerhacken, riet man mir. Wie gesagt, ich bin Rentnerin und habe in meinem ganzen Leben noch nie eine Axt geschwungen. Ich besitze nicht mal eine.
Mit letzter Kraft zerrte ich das Vogelhäuschen wieder in den Garten. Die schwere Gartenbank ließ ich vorschriftswidrig über Nacht auf der Straße stehen. Am nächsten Morgen fuhr der Sperrmüllwagen vor - und nahm anstandslos die Gartenbank mit! Ich werde wohl zum Dank eine Kerze stiften. Aber welcher der himmlischen Nothelfer ist für Gartenbänke und Vogelhäuschen zuständig?
Astrid Gehrmann,
Bad Neuenahr-Ahrweiler
