Dernauer Junggesellen halten Tradition aufrecht
„Zacheies“ muss für alle Verfehlungen und kleine Sünden in Dernau büßen
Dernau. Wie bereits in „Blick aktuell“ berichtet, wahrte der Dernauer Junggesellenverein (JGV) am Martins-Sonntag seine alte Tradition: Die Verurteilung des „Zacheies“ (ZH). So musste die Stoffpuppe Zacheies wieder für alle großen und kleinen Sünden sowie diverse Verfehlungen im Ort übers Jahr herhalten. Die fröhliche Zeremonie endet immer mit der Verurteilung des lumpigen Gesellen zum Flammentod.
Neben einer Vielzahl kleiner Vorgänge - auch Junggesellen-interner - war natürlich auch das Projekt Weinbrunnenplatz ein Thema. Die satirisch/kabarettistische Gerichtsverhandlung stand unter dem Motto „ZH Alfred Jodocus Kwak - Kein Kommentar“.
Aus der Höhe, in einem Hubwagen, richtete das Gericht seine Verhandlung aus. Rene Creuzberg (Präsident JGV Dernau) als Rechtsanwalt, David Fuhrmann als Staatsanwalt sowie Christoph Marner (Schriftführer) stellten bei der Begrüßung der zahlreichen Zuhörer vor der Gaststätte „Op de Bach“ klar, dass die Inhalte dieser Veranstaltung „frei erfunden“ seien. In der jahrzehntelangen Veranstaltung würden Fehler und Missgeschicke im Ort aus subjektiver Sicht dargestellt - und hierfür der Zacheies zum Sündenbock gemacht.
Ein Thema war natürlich auch der Weinbrunnenplatz. „Wir umschreiben ja extra immer alles und nennen keine Namen“, klärte David Fuhrmann nach Rückfrage auf. Ortsbürgermeister Alfred Sebastian amüsierte sich unter den zahlreichen Zuschauer ebenfalls gut. Dies sei ein wichtiges Stück kritischer Dorfkultur. Nach allen Betrachtungen gab es für den Kirmesmann wieder nur ein Urteil: Verbrennen. Für den Auftritt der drei jungen Männer gab es großen Applaus des Publikums, die Satire war angekommen.
Das satirische Tribunal mit David Fuhrmann, Rene Creuzberg und Christoph Marner.
