Geschichtsexkursion Verdun
Zweitägige Geschichtsexkursion der Boeselager-Realschule in Verdun
aus Königsfeld
Ahrweiler. Die 9. Klassen der Philipp Freiherr von Boeselager Realschule plus Ahrweiler unternahmen eine zweitägige Geschichtsexkursion nach Verdun. Zum ersten Mal wurde die Fahrt über zwei Tage durchgeführt – ein Schritt, der es ermöglichte, die zentralen Erinnerungsorte des Ersten Weltkriegs intensiver zu besuchen und die historischen Eindrücke nachhaltiger wirken zu lassen.
Bedeutung Verduns als Erinnerungsort
Verdun gilt bis heute als einer der bedeutendsten Erinnerungsorte Europas. Die Schlacht um Verdun steht beispielhaft für die Schrecken des industrialisierten Massenkriegs und für das Leid, das der Erste Weltkrieg über Millionen Menschen brachte. Ziel der Exkursion war es, Geschichte nicht nur im Unterricht zu behandeln, sondern sie an authentischen Orten erfahrbar zu machen.
Programmpunkte der Exkursion
Auf dem Programm standen unter anderem das Fort Douaumont, das zerstörte Dorf Douaumont, das Beinhaus von Douaumont sowie das Mémorial de Verdun. Besonders der Besuch des Forts hinterließ bei vielen Jugendlichen einen bleibenden Eindruck. In den engen Gängen, Schlafräumen und Verteidigungsanlagen wurde anschaulich, unter welchen schwierigen Bedingungen die Soldaten während der Schlacht leben und kämpfen mussten.
Auch das zerstörte Dorf Douaumont verdeutlichte die langfristigen Folgen des Krieges. Die Jugendlichen erfuhren, dass zahlreiche Dörfer der Region vollständig zerstört und nach Kriegsende nicht wieder aufgebaut wurden. Die erhaltenen Grundrisse und Gedenktafeln machten sichtbar, wie tief der Krieg auch in das Leben der Zivilbevölkerung eingriff.
Ein besonders bewegender Moment war der Besuch des Beinhauses von Douaumont. Die große Zahl unbekannter Gefallener machte die Dimension der menschlichen Verluste greifbar und führte zu nachdenklichen Gesprächen über Krieg, Verantwortung, Erinnerung und Frieden. Im Mémorial de Verdun konnten die Klassen zudem originale Ausstellungsstücke, Fotografien und Zeitzeugenberichte betrachten. Die moderne Ausstellung half dabei, historische Zusammenhänge besser zu verstehen und verschiedene Perspektiven auf die Ereignisse nachzuvollziehen.
Begleitet wurde die Gruppe von den Lehrkräften Esther Leinesser, Ornina Sarkis und Peter Bensmann sowie dem Schulsozialarbeiter Bode Wuttke.
Unterstützung und Bedeutung
Ein besonderer Dank gilt allen Unterstützern, die diese Fahrt möglich gemacht haben: dem Förderverein der Schule mit 2.500 Euro, dem Land Rheinland-Pfalz mit einer Förderzusage über 1.500 Euro sowie der Kreissparkasse Ahrweiler, der Volksbank Ahrweiler, den Rotariern Ahrweiler und dem Lions Club Ahrweiler mit jeweils 500 Euro.
Durch diese großzügige Unterstützung konnte die Exkursion finanziell deutlich entlastet werden. Für die Jugendlichen wurde die Fahrt zu einer eindrucksvollen Ergänzung des Geschichtsunterrichts und zu einem wichtigen Beitrag zur Erinnerungskultur und Friedensbildung.
