Lokalsport | 29.09.2014

Fußball - SC13 Bad Neuenahr - Regionalliga

Zweite Niederlage in Folge

SC 13 Bad Neuenahr - FC Marnheim1:3 (1:1)

So sah es meistens aus. Schmerzen beim SC 13, die Karten leider auch. Norbert J. Becker

Bad Neuenahr. Nüchtern betrachtet war die 1:3 (1:1)-Niederlage des Regionalligateams des SC 13 Bad Neuenahr beim FC Marnheim, nicht nur verdient, sondern hoffentlich auch lehrreich. Starke 25 Minuten zu Beginn, in denen Léa Daiz die Kurstädterinnen nach elf Minuten in Front gebracht hatte, reichten einfach nicht aus. Die restliche Spielzeit war dann geprägt von purem Kampfspiel, in der die Gastgeberinnen ihre Stärken ausspielten. Top Torjägerin Tina Doris Ruh avancierte mit ihren drei Toren zur alleinigen Matchwinnerin. Somit hat sich der SC 13 vorerst aus dem Rennen um die Topplätze der Liga verabschiedet. Mit einer Veränderung zur Vorwoche, Lena Wiersch kam für Tabea Müller in die Startelf, begann die Truppe von Trainer Thomas Remark konzentriert und ließ Ball und Gegner laufen. Nach einem Klassezuspiel von Clara Günter setzte sich Léa Daiz über die linke Seite in den Strafraum durch und erzielte überlegt die 1:0-Führung für ihre Mannschaft. Zuvor hatte es schon einen Schreckmoment gegeben, bei dem sich Johanna Kuhn nur noch mit einem Foulspiel gegen eine durchstartende Marnheimer Spielerin zu helfen wusste. Es sollte noch ein mitentscheidender Faktor im Verlauf des Spiels werden. Nach dem Führungstor spielte die Kurstadtelf weiter ihre überlegene Spielanlage aus, versäumte aber ein weiteres Tor zu erzielen. Marnheim witterte nach einer knappen halben Stunde Morgenluft und spielte mutiger nach vorne.

Als Kuhn dann in der 35. Minute erneut auf ein Foul angewiesen war, hatte die Remark Elf Glück nicht dezimiert zu werden. Remark und sein Co- Trainer Markus Rothe reagierten schnell und brachten Tabea Müller für die unglückliche Kuhn. 60 Sekunden vor dem Seitenwechsel hatte dann Fatbardha Sekiraca das 2:0 auf dem Fuß, rutschte aber leider im letzten Moment aus. Sekunden später wurde dann aus SC 13 Sicht ein Zweikampf im Mittelfeld verloren. Tina Doris Ruh war daraufhin für die aufgerückte Defensive zu schnell und erzielte aus heiterem Himmel den Ausgleich für Marnheim. Als dann auch noch SC 13 Spielerinnen beim Gang in die Kabine aufs Übelste beschimpft wurden, war es auch mit der letzten Ordnung auf dem Platz vorbei. Das SC 13 Trainerteam reagierte mit der Hereinnahme von Luisa Deckenbrock für Debora Vinci und hoffte auf die ordnende Hand im eigenen Mittelfeld. Die Pfälzerinnen hingegen legten nun angestachelt von ihrem frenetischen Publikum alle Scheu ab und dominierten nun das Geschehen. Erneut Tina Doris Ruh brachte sieben Minuten nach der Pause die Audienz in Stimmung, als sie mit einer Kopie des ersten Treffers ihre Farben mit 2:1 in Front brachte. Das SC 13 Spiel wurde immer ungenauer und Ruh war nach 69 Minuten endgültig der Schrecken des Gästeteams. 3:1 nach einem erneuten Schnellangriff. Tumultartig wurde es dann wenig später. Lena Wiersch sah nach wiederholtem Foulspiel die gelb rote Karte. Die darauf folgenden Szenen waren eines Regionalligaspiels unwürdig. Ständige Provokationen brachten nun die junge Truppe aus der Kurstadt völlig aus dem Konzept. Ein wegen Abseits aberkannter Treffer der Gastgeberinnen brachte dann die Volksseele zum überkochen. Eigentlich war es ein klares Foulspiel einer Marnheimer Angreiferin, das hätte geahndet werden müssen. Zwei Spielerinnen des SC 13 lagen im Strafraum und Betreuer und Ordner beider Seiten standen im Strafraum von Kathrin Günther, wo sie nichts zu suchen hatten, außer Markus Rothe, der für die Erstversorgung der verletzten Spielerinnen zuständig war. Schiedsrichter Jens Schmidt verlor nun völlig den Überblick, wobei er bei der gelb roten Karte für Wiersch richtig lag. Fast jeder Pfiff wurde fortan beiderseitig kommentiert, entscheidendes tat sich aber nicht mehr. Der Sieg der Pfälzerinnen ging somit auch absolut in Ordnung. Thomas Remark, der als einer der Wenigen die Ruhe bewahrte, fasste es treffend zusammen: „Erst haben wir alles richtig gemacht, dann waren wir es, die den Gegner ins Spiel zurück gebracht haben. Dieser hat das dann gut gemacht und unsere Schwächen gnadenlos konsequent ausgenutzt. Das war unnötig von uns und tat weh.“ Der SC 13 Trainerstab wird nun versuchen das Positive herauszufiltern und schnellstmöglich wieder in die Spur zu kommen.

Es spielten SC 13: Kathrin Günther; Johanna Kuhn (39. Tabea Müller), Léa Daiz, Fatbardha Sekiraca, Carolina Asteroth, Clara Günter, Mara Walther, Michelle Potthast (74. Stefanie Blazejezak), Lena Wiersch, Debora Vinci (46. Luisa Deckenbrock).

Tore: 0:1 Léa Daiz (11.), 1:1, 2:1, 3:1 Tina Doris Ruh (45., 52. und 69.).

Bes. Vorkommnis: Gelb Rote Karte für Lena Wiersch (75.).

SR: Jens Schmidt.

So sah es meistens aus. Schmerzen beim SC 13, die Karten leider auch. Foto: Norbert J. Becker

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