Übungseinsatz der Feuerwehr Bendorf
72 Aktive probten Waldbrandbekämpfung
Bei Großübung der Bendorfer Feuerwehr wurden acht Fahrzeuge und 600 Meter Schlauchleitung eingesetzt
Bendorf. „Schwerer Waldbrand zwischen Meisenhof und dem Römerturm“, meldeten Wanderer beim Aufstieg aus dem Brexbachtal. Sofort wurde über Funkmeldeempfänger die Bendorfer Feuerwehr alarmiert, die mit vielen Fahrzeugen und Kräften zum Einsatzort eilte. Das war das Szenario einer Großübung, die sich der Bendorfer Wehrleiter Markus Janßen ausgedacht hatte. Schließlich sind Waldbrände für Feuerwehrleute oft ein Problem, denn viele Wege sind für die Einsatzwagen nicht befahrbar und auch die Besorgung des Löschwassers wirft Fragen auf. Bei der Übung ging es los am Meisenhof, wo mit den 2.000 Litern im Tanklöschfahrzeug erst mal ein Riegel gebildet wurde, damit das Feuer nicht auf die Gebäude übergreift. Da die Floriansjünger bei einem ausgedehnten Waldbrand mit 2.000 Litern Löschwasser nicht weit kommen, bauten sie einen 2000-Liter-Vorratsbehälter auf, der durch einen Pendelverkehr von Tanklöschfahrzeugen und dem 8.000 Liter großen Kanalwagen der Stadt Bendorf, die das Wasser in der Mühlenstraße aus dem Netz holten, immer wieder aufgefüllt wurde.
Richtig schwierig wurde es jedoch am Römerturm. Denn, wo sollte hier das Wasser herkommen? Am besten aus dem Brexbach. Der liegt aber 160 Meter tiefer und fast 500 Meter weit weg. Etwa 40 Minuten brauchten die Feuerwehrleute, um in diesem sehr steilen Hang eine solch lange Schlauchleitung zu legen. Drei Pumpen, eine zur Entnahme am Bach und zwei weitere auf der Strecke waren notwendig, um das Löschwasser auf die Höhe zu befördern. Da der schmale Waldweg zum Römerturm von den schweren Tanklöschfahrzeugen nicht genutzt werden kann, mussten sich die Wehrleute, bis die Wasserversorgung aus dem Brexbach stand, etwas einfallen lassen. So kam der Bauer Erhardt mit seinem Traktor und dem Gülleanhänger, der 5 Kubikmeter Wasser geladen hatte, zum Einsatz. Dieses Wasser wurde in eine 4.000 Liter fassende Stahlmulde, die mit Kunststofffolie ausgelegt war, gepumpt und diente den Strahlrohren als Vorratsbehälter.
Für den Ernstfall gewappnet
Aber dann - die Entnahmepumpe am Brexbach war defekt. Dazu Frank Lohrum, bei der Feuerwehr Bendorf zuständig für Presse- und Medienarbeit: „Im Ernstfall hätten wir eine Ersatzpumpe von der Feuerwehr Vallendar bekommen. Das wollen wir jetzt aber nicht, da die Vallendarer den Grundschutz für Bendorf und die Autobahn stellen, falls es dort zu Realeinsätzen kommt.“ Während der Übung waren für Ernstfälle in Mülhofen die Feuerwehr Engers, in Sayn die Heimbach-Weiser Wehrleute und in Stromberg die Feuerwehr Nauort zuständig. Um dann doch noch Löschwasser aus dem Brexbach zu bekommen, wurde ein Fahrzeug von der Höhe nach unten beordert.
Insgesamt waren bei der Großübung, die Stadtbürgermeister Michael Kessler, Beigeordnete, Stadtratsmitglieder und weitere Mandatsträger vor Ort beobachteten, 72 Kräfte eingesetzt. Die kamen unter anderem aus Bendorf, Sayn, Mülhofen, Stromberg, Neuwied-Niederbieber (Großtanklöschfahrzeug) sowie von DRK, MHD und dem Technischen Hilfswerk. Das hätte, falls sich im Wald ein Feuerwehrwagen festgefahren hätte, den wieder flott gemacht.
Im Einsatz waren vier Fahrzeuge der Feuerwehr Bendorf sowie das Drehleiterfahrzeug, das auch der Vallendarer Wehr gehört. Hinzu kamen das Großtanklöschfahrzeug aus Neuwied-Niederbieber, der Kanalwagen der Stadt und der Gülleanhänger. Insgesamt hatten die Wehrleute 600 m Schlauchleitungen verlegt und aus sechs C- und zwei D-Rohren Löschwasser gespritzt. Die Bekämpfung des angenommenen Waldbrandes geschah in drei Abschnitten, die geleitet wurden von Stefan Voigt (Abschnitt eins), Rainer Holler (Abschnitt zwei) und Theo Schröder (Abschnitt drei).
Die Feuerwehr Bendorf hat insgesamt 150 Mitglieder, von denen etwa 100 im aktiven Dienst sind. Die bei der Großübung eingesetzten freiwilligen Kräfte konnten erst nach etwa drei Stunden wieder zurück in die Gerätehäuser fahren.
Am Meisenhof wurde erst ein Riegel aus Löschwasser installiert, damit das angenommene Feuer nicht auf die Gebäude übergreift.
Bis zum Limesturm reichte das Löschwasser-Schlauchsystem der Feuerwehr.
Vor Ort schaute sich der Bendorfer Stadtbürgermeister Michael Kessler die Großübung der Feuerwehr an.