Allgemeine Berichte | 27.07.2015

Großer Andrang am Römerbergwerk Meurin

Antike Technikwelt zum Anfassen

Schon mal selbst Steine gesägt? Im Vulkanpark ist das sicherlich kein Problem. Simon David Zimpfer

Kruft. Seit Eröffnung haben schon über 3500 Besucher die „Antike Technikwelt“ am Römerbergwerk Meurin besichtigt. Highlight ist die von einem gewaltigen Wasserrad angetriebene Steinsäge nach byzantinischem Vorbild. Ohne Unterlass fährt das Sägeblatt hin und her und schneidet langsam in den gewaltigen Marmorblock. Auch die historischen Getreidemühlen aus Basalt oder die Steinsäulen-Drehbank stoßen auf großes Interesse.

Wenn Archäotechniker Kuno Menchen vor Ort ist, muss er seine Arbeit immer wieder unterbrechen und Besuchern Säge, Mühlen oder Töpferofen erklären. Er schlüpft gern in die Rolle des römischen Steinmetzes, Schmieds oder Soldaten und bindet Besucher mit ein. Er leitet sie an, Steine mit dem römischen Baukran zu heben, mit der Schiebemühle Mehl zu mahlen oder auch im Steinbruch einen Tuffstein mit Fäustel und Meisel zu bearbeiten. „Kinder und Erwachsene sind begeistert, wenn sie nicht nur sehen und hören, wie die Römer arbeiteten und wie die antiken Maschinen funktionierten, sondern wenn sie anfassen und mitmachen können. Und nicht nur Jungs wollen das, auch Mädchen sind interessiert. Die Mädchen wollen nicht nur Mehl mit den Basaltmühlen mahlen, sondern auch einen Tuffstein bearbeiten oder mit Pfeil und Bogen schießen“, erzählt Kuno Menchen.

Die neue Ausstellung „Antike Technikwelt“ ist eine ideale Ergänzung für das römische Tuffbergwerk. Denn auch schon vor 2000 Jahren herrschte rund um die Bergwerke rege Betriebsamkeit. Schon in der Antike erleichterten Baumaschinen und technische Geräte die Arbeit auf den Baustellen. Tuff wurde gebrochen, Kräne hoben die tonnenschweren Blöcke aus dem Bergwerk.

Vielleicht wurden sie von einer ähnlichen Steinsäge in dünne Platten geschnitten, die später die Wände einer römischen Villa verkleideten. Oder sie wurden auf der Steindrehbank zu einer Säule abgedreht, die das Dach eines römischen Tempels stützte. Hier rund um das Bergwerk lebten und arbeiteten die Steinmetze und Schmiede. Hier wurde Werkzeug geschärft und geschmiedet, hier arbeiteten Steinmetze und hier wurde auch gemahlen und gekocht. Denn die Arbeiter mussten versorgt werden. Breie und Fladenbrote aus Getreide, gemahlen mit den ausgestellten Basaltmühlen, bildeten die Grundnahrungsmittel.

Auch Keramik war zu römischer Zeit gefragt. Die Römer brauchten Gebrauchskeramik wie Schüsseln, Teller und Becher und auch Bodenplatten aus Ton für ihre Fußbodenheizungen in den Villen. Nicht weit vom Römerbergwerk entfernt, im römischen Mayen, gab es eine große Ansiedlung römischer Töpferwerkstätten mit Töpferöfen mit ausgefeilter Heiztechnik. Auch dieses Thema wird in einer eigenen Werkhütte in der antiken Technikwelt dargestellt. So können sich die Besucher nun an einem Ort umfassend über die römische Arbeit im Bergwerk und die technischen Errungenschaften der Römer informieren.

Pressemitteilung der

Kreisverwaltung

Mayen-Koblenz

Schon mal selbst Steine gesägt? Im Vulkanpark ist das sicherlich kein Problem.Foto: Simon David Zimpfer

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