Arbeitsmarkt bleibt im Aufwärtstrend
Agentur für Arbeit: Arbeitslosigkeit in Stadt Koblenz und Landkreis Mayen-Koblenz ging im April zurück
Kreis MYK/Koblenz. So konsequent sich der Frühling bislang von seiner Sonnenseite zeigte, so positiv ist auch die Entwicklung am regionalen Arbeitsmarkt. Im Landkreis Mayen-Koblenz ging die Arbeitslosigkeit im April um 380 auf jetzt 5.641 arbeitslose Menschen zurück. Auch gegenüber dem Vorjahr verzeichnen die Statistiker eine günstige Entwicklung. Im April 2013 waren 118 Menschen mehr arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote sinkt gegenüber März um 0,3 auf 5 Prozent. Vor einem Jahr lag sie bei 5,1 Prozent. Auch in der Stadt Koblenz sank die Zahl der Arbeitslosen in den letzten vier Wochen um 162 auf jetzt 3.953 ab. Allerdings bleibt hier nach wie vor eine Lücke zum Vorjahr bestehen: Damals waren 256 Frauen und Männer weniger arbeitslos gemeldet. Die Quote sinkt in Koblenz damit um 0,3 auf 6,9 Prozent, liegt aber weiter um 0,2 Prozent über dem Vorjahreswert.
Trotz dieser Einschränkung bewertet Ulrike Mohrs, die Leiterin der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen, die aktuellen Zahlen der Statistiker positiv. „Unterm Strich zeigt sich der Arbeitsmarkt in der Region sehr stabil und bleibt im Aufwärtstrend. Deshalb gehen wir davon aus, dass die Arbeitslosigkeit auch in den nächsten Wo-chen weiter zurückgehen wird - und dass sich die Lücke zum Vorjahr auch in Koblenz schließen lässt.“
Beim Blick auf die beiden Rechtskreise des Sozialgesetzbuches (SGB), in denen die Arbeitslosigkeit geregelt wird, zeigt sich für die Region ein differenziertes Bild. So ging die Arbeitslosigkeit im Landkreis in den vergangenen vier Wochen bei jenen, die in der Regel noch nicht länger als ein Jahr arbeitslos sind und damit zur Versichertengemeinschaft des Sozialgesetzbuches (SGB) III gehören, um 470 auf 2.355 zurück. Im SGB II - also bei den sogenannten Hartz IV-Empfängern des SGB II, die vom Jobcenter betreut werden und auf Grundsicherung angewiesen sind - stieg sie hingegen um 90 auf 3.286 an.
Ähnlich sieht es im Jahresvergleich aus. Demnach waren vor einem Jahr 164 Menschen mehr nach SGB III arbeitslos gemeldet, im SGB II waren es 46 weniger. In der Stadt Koblenz sank die Arbeitslosigkeit im April hingegen sowohl im SGB III - um 110 auf nun 1.240 Arbeitslose - als auch im SGB II, wo nun 2.713 Menschen arbeitslos gemeldet sind, das sind 52 weniger als im März.
Beide Rechtskreise liegen hier jedoch hinter den Vorjahreswerten zurück: Im SGB III waren damals 60 und im SGB II 196 Frauen und Männer weniger arbeitslos gemeldet. Insgesamt gehören im Landkreis Mayen-Koblenz damit 41,7 Prozent der Arbeitslosen dem SGB III an und 58,3 Prozent dem SGB II. In Koblenz gehören 31,4 Prozent zum SGB III und 68,6 Prozent zum SGB II.
Bewegung auch auf dem Stellenmarkt
Bewegung gab es auch auf dem Stellenmarkt. Dem Arbeitgeberservice wurden im April 474 offene Stellen aus dem Landkreis und 364 aus der Stadt gemeldet. Damit liegen insgesamt 2420 unbesetzte Stellen aus der Region vor - 1.239 davon aus dem Landkreis und 1.181 aus der Stadt.
Nur eine Zwischenbilanz lässt sich Ende April für den Ausbildungsmarkt ziehen, da Ausbildungsverhältnisse zu festen Zeiten im Jahr abgeschlossen werden und deshalb keiner permanenten Fluktuation unterliegen.
„Da erst im Oktober feststeht, wie viele Ausbildungsverträge tatsächlich abgeschlossen wurden, lassen sich derzeit nur Trends ablesen“, erklärt Ulrike Mohrs. „Die weisen aber bereits deutlich auf einen grundsätzlichen Wandel hin, der sich bereits in den letzten Jahren abzeichnete und sich im laufenden Jahr fortsetzt.“ So gelten im Landkreis 689 der ursprünglich 1.313 seit Oktober registrierten Bewerber um einen Ausbildungsplatz als unversorgt. Ihnen stehen 638 unbesetzte Stellen gegenüber, ursprünglich gemeldet wurden bislang 1.129 Stellen. In der Stadt Koblenz sind laut Statistik noch 373 von 730 gemeldeten Bewerbern auf der Suche nach einer passenden Stelle. Demgegenüber stehen 684 offene Lehrstellen - gemeldet wurden bislang 1.139 Stellen.
„Damit wird besonders in Koblenz deutlich, dass es einen wesentlich höheren Bedarf an Nachwuchskräften gibt als Bewerber vorhanden sind. Aber selbst die mehr oder weniger ausgeglichene Situation im Landkreis ist trügerisch. Denn erfahrungsgemäß vergessen junge Leute sehr viel häufiger, sich bei uns abzumelden, wenn sie eine Stelle gefunden haben, als Arbeitgeber, wenn sie eine Stelle besetzen konnten.“ Be-sonders für Arbeitgeber, die ihre Bedarfe noch nicht gemeldet haben, werde es deshalb höchste Zeit, dies nachzuholen, rät die Agenturleiterin. „Aber auch Jugendliche, die bislang gezögert haben, sollten sich schnell melden. Denn die reine Anzahl offe-ner Stellen sagt nichts darüber aus, ob sie auch den Vorstellungen der jungen Leute entsprechen - oder ob die Jugendlichen die Anforderungen der Arbeitgeber erfüllen können.“
Pressemitteilung der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen
