Lokalsport | 04.03.2014

SV Blau Weiß 1911 Sayn e. V.

Auf den Spuren der ganz Großen

E1-Jugend ist auf der Tauris-Hallenmeisterschaft mit Fairnesspreis ausgezeichnet worden

Die Sayner E1-Jugend.Privat

Sayn. Im Meisterschaftsspiel SSC Neapel gegen Lazio Rom: Stürmer-Star Miroslav Klose erzielt im Trikot von Lazio das 1:0 in der dritten Spielminute. Der Schiedsrichter gibt das Tor, aber Klose lässt diese Entscheidung annullieren, weil er direkt im Anschluss sein Handspiel zugibt. Die italienischen Medien feiern daraufhin den Legionär als Leuchtturm der Fairness inmitten eines von Spielmanipulationen beherrschten Profi-Fußballs.

In die Fußstapfen des großen Stars, der jenseits der Alpen das unvergessene Beispiel von Charaktergröße gab, trat der Sayner E-Jugend-Torwart Felix Gräf während der jüngst gespielten Tauris-Hallenkreismeisterschaft. Im Spiel gegen die erste Mannschaft von Mülheim-Kärlich lag sein Team mit 0:2 zurück. Das war ein Rückstand, aber die Sayner hielten mit dem Favoriten gut mit und es war noch nichts verloren. Wie aus dem Nichts tauchte plötzlich ein gegnerischer Stürmer vor dem Sayner Kasten auf und platzierte das Leder unhaltbar im Netz. Der Schiedsrichter hatte jedoch wegen Stürmerfouls am Sayner Torwart abgepfiffen und das Tor nicht gegeben. Der Sayner Torwart wollte fair bleiben und gab dem Schiedsrichter an, nicht gefoult worden zu sein. Das Tor wurde gegeben, damit stand es 3:0, was einer Vorentscheidung gleichkam. Für den Unparteiischen wie für die Turnierleitung stand bald fest: Eine solche Geste von Fairness und Anstand verdient Auszeichnung. Genau diese wurde dem gesamten Team mit dem Fairness-Titelgewinn zuteil. Für Trainer Lutz Rosenbaum zeigt sich mit diesem Erfolg einmal mehr, dass‚ Fußball mehr als ein 1:0 ist: „Wer betrügt, betrügt letztlich ja nur sich selbst. Wir wollen keine Leder-Zinker, sondern Ball-Könner ausbilden.“ Sportlich rundete die E1 ihre sensationelle Hallenrunde mehr als respektabel ab. In drei fantastisch gespielten Qualifikationsturnieren verließen sie zweimal als Turniersieger und einmal als Zweiter die Hallen. Im Gesamtfeld von 60 Mannschaften aus der Region setzten sie sich beeindruckend bis zur Runde der letzten acht Spitzenjugendmannschaften durch. In dieser finalen Runde traf die Sayner E1 auf sehr arrivierte Teams vom Kaliber TuS Koblenz oder SG Mülheim-Kärlich. Für die ganz große Sensation reichte es in der Finalrunde leider nicht mehr. Im Wettkampf der übrig gebliebenen großen Acht blieben trotz mitreißender Spielzüge und fast gleichberechtigter Spielanteile die süßen Siege für die Sayner E-Jugend-Kicker aus. Trainer Dirk Schade erkennt im Turnierverlauf trotz ausgebliebener Tor- und Punkterfolge einen wertvollen Lerneffekt: „Die Mannschaft hat seit Saisonbeginn auf hohem Niveau gespielt und sich auch heute nicht unter Wert verkauft. Aber sie hat heute eben genau den Punkt erreicht, an dem wir gemeinsam weiterarbeiten müssen, um uns in der Leistungsklasse zu behaupten. Sportliche Entwicklung ist kein Selbstläufer, sondern permanente Arbeit. Ich bin jedoch sehr zuversichtlich, dass wir noch eine Steigerung erreichen.“ Schon das kommende Auftaktspiel in der Leistungsklasse am Samstag, 8. März um 14 Uhr auswärts gegen Mülheim-Kärlich wird den Jugendkickern aus der Sayntal-Arena viel abverlangen. Neben Trainern und Eltern ist auch Sponsor Thorsten Hoppen (Kern-Haus) sehr gespannt auf die weitere Entwicklung: „Die Jungs sind fit und gut eingestellt. Ich freue mich gemeinsam mit dem Team auf diese Herausforderung.“ Und weil sich die gemeinsame Freude durch kleine Geschenke mitunter verstärken lässt, bringt er dem E1-Team nagelneue Sporttaschen mit Vereinslogo mit.

Die Sayner E1-Jugend.Foto: Privat

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