Rheinisches Eisenkunstguss-Museum und Freundeskreis Sayner Hütte e.V.
Auf den Spuren des preußischen Eisenkunstgusses
Berlin/Sayn. Berlin war das Ziel einer Exkursion des Rheinischen Eisenkunstguss-Museums in Kooperation mit dem Freundeskreis Sayner Hütte e.V. Die Stiftung Stadtmuseum Berlin hatte eingeladen zum dritten Internationalen Treffen der Freunde des Eisenkunstgusses. Anlass für das Symposium war das 200-jährige Jubiläum des vaterländischen Spendenaufrufs „Gold gab ich für Eisen“ von 1813, der als einer der wichtigsten Impulse für den preußischen Eisenkunstguss gilt.
Zwei vorhergehende internationale Treffen fanden bereits in Graz (Österreich) 2009 und in Sayn 2011 statt.
Nach der Begrüßung durch die Generaldirektorin der Stiftung Stadtmuseum Berlin, Dr. Franziska Nentwig, trafen sich die Tagungsteilnehmer bei einer Ausstellung „Eisenkunstguss aus zwei Jahrhunderten“ im Kunsthaus Lempertz. Erfreut waren Barbara Friedhofen, Leiterin des Rheinischen Eisenkunstguss-Museums in Sayn, und Rehlinde Glöckner, Vorsitzende des Freundeskreises Sayner Hütte, im Kunsthaus Lempertz einen gusseisernen Spiegel zu entdecken, der die Signatur „S.H.“ für Sayner Hütte trägt. Er wird zukünftig die ständige Ausstellung im Rheinischen Eisenkunstguss-Museum zieren, da der Museumsförderverein, vertreten durch Kassierer Peter Friedhofen, kurzentschlossen das besondere Exponat erwarb. Im weiteren Verlauf nahmen kulturgeschichtliche und technologische Aspekte zum Thema des Symposiums einen großen Raum in einem interessanten Vortragsprogramm ein. Dem Vortragsprogramm und Erfahrungsaustausch folgte am nächsten Tag eine Exkursion „mit Schinkel und Fontane“ ins Löwenberger Land. Besichtigt wurden das gusseiserne Denkmal für Preußen-Königin Luise in Gransee, die Eisenkunstguss-Sammlung „Gunzenhauser“ in Neuruppin sowie die „Siegessäule“ in Hakenberg. Den Abschluss des eindrucksreichen Exkursion-Tages bildete eine abendliche Sonderführung für die Tagungsteilnehmer in die Kellergewölbe des an die Befreiungskriege erinnernden Kreuzbergdenkmals auf dem Kreuzberg in Berlin, wo bekannte Exponate aufbewahrt werden, darunter auch zwei noch gerettete Original-Pferdeköpfe der Quadriga vom Brandenburger Tor.
Passend zum Programm der Fahrt stand die Rückreise wieder im Zeichen der Befreiungskriege. Sie führte die Teilnehmer über Leipzig und zum Völkerschlachtdenkmal.
Bei einer Führung im Museum in der ehemaligen Bauhütte der berühmten Denkmalanlage wurde den Fahrtteilnehmern ein anschaulicher Überblick über das Thema Befreiungskriege und die Völkerschlacht im Jahre 1813 vermittelt.
Sehr eindrucksvoll war die Führung durch die Fundamentanlagen des Völkerschlachtdenkmals, wo derzeit umfassende Sanierungsmaßnahmen stattfinden.
Mitglieder des Freundeskreises Sayner Hütte vor dem von Schinkel und Fontane besuchten Gymnasium in Neuruppin. Foto: privat