TS Bendorf - B-Junioren
B-Jugend zwingt Tabellenzweiten in die Knie
TS Bendorf - SV 64 Zweibrücken 28:23 (13:11)
Bendorf. Die, die dem Spektakel in der WRG-Arena beigewohnt hatten, konnten nach Abpfiff ihre Münder nicht mehr schließen.
Was da von den Oberligisten aus Bendorf wieder an Spitzenhandball geboten wurde, entbehrt jeder Grundlage. Voller Ehrfurcht empfing die Turnerschaft den bis dato auf Platz zwei der Tabelle überwinternden SV 64 Zweibrücken. Zwar verlor Bendorf noch im Hinspiel mit drei Toren, was unter anderem einem Auswahlspieler der DHB-Jugendnationalmannschaft geschuldet war, dennoch wollte das Team diesmal alles richtig machen.
Die Hausaufgaben waren gemacht: Nach einer abschließenden Videoanalyse des Hinspiels Ende der Woche waren die Akteure bestens gewappnet und jeder war nochmals in sich gegangen. Denn schließlich war dies mitunter eines der wichtigsten Saisonspiele. Sollte die Turnerschaft verlieren, würde s Zweibrücken sich absetzen und die Silbermedaille würde etwas mehr in unerreichbare Ferne rücken. Sollte der Coup jedoch gelingen, bliebe alles offen. Mit dementsprechend angespannter Miene betrat das Team die Halle und unterstützte noch lautstark die dritte Mannschaft der Herren, welche vorbildlich mit einem 20-Tore-Vorsprung gewann. Schon beim Aufwärmen überquerte der eine oder andere Blick die Mittellinie, um den Gegner auszuloten.
Als das Spiel begann, ging die TSB im ersten Angriff bereits innerhalb weniger Minuten durch einen mutigen Schlagwurf von Torben Waldgenbach in Führung. Da es anfangs recht zart zuging, konnte der Gegner auch immer gut mithalten und glich den Eintorerückstand aus, konnte aber nie die Oberhand gewinnen. Nachdem Torben Waldgenbach mit drei Treffern vorlegte, ließ sich Jonas Strüder nicht lange bitten und hakte sich in den Torreigen ein und verwandelte zweimal in Folge. In der neunten Minute gesellte sich dann noch Lars Dreidoppel mit schönen Hebern zu dem Schützentrio und versenkte den Ball zu einem komfortablen Dreitorevorsprung.
Doch was sind die besten Torschützen ohne die nötige Rückendeckung. Eine solch geschlossene Abwehrreihe, die auf flinken Füßen unterwegs war, brachte den Gegner zur Weißglut. Durch diese vermeintliche Demütigung kam das, was kommen musste: Die Zweibrückener ließen jetzt „die Sau raus“ und entwickelten ihr - vom Hinspiel bereits bekanntes - körperbetontes Spiel. Da musste so mancher Bendorfer einiges einstecken, es kam zu unschönen Szenen. Das bis dato sehr gut agierende Schiedsgericht war ganz schön gefordert. Fabian Schmitt, der am Kreis hervorragende Sperren gestellt hatte, wurde nun von zwei Spielern eingekesselt, mit Ellenbogenchecks drangsaliert und stellenweise seines Trikots entledigt durch Reißen am Selbigen.
Leistungsexplosion im zweiten Spielabschnitt
In der 18. Minute war das Bollwerk des TSB dann kurzzeitig bezwungen und der Ringkampf gipfelte in einem 8:8. Doch jetzt gesellten sich Moritz Gutfrucht und Christian Schaub in die Torschützenliste. Leicht abgesetzt mit 13:11 ging es in die Kabine zum Wunden lecken und analysieren. Doch was dann in der zweiten Halbzeit zu sehen war, toppte die erste Halbzeit noch um ein Vielfaches. Von wegen müde: Stetig spielte die Turnerschaft ihren Stiefel runter und setzte sich auf einen Fünftorevorsprung ab. Herrlich auch mit anzusehen, wie mit einer offenen Deckung der vermeintlich stärkste Spieler ausgeschaltet wurde. Jetzt kam der Zeitpunkt, wo der Gegner nicht mehr weiter wusste und so mit seinem recht unschönen Spiel fortfuhr. Doch den Unparteiischen war dies jetzt auch zu viel und es folgten auch die notwendigen Bestrafungen. Dies artete in Folge so weit aus, dass der SV 64 plötzlich stellenweise mit drei Feldspielern gegen eine gnadenlos kämpfende Turnerschaft verzweifelte. Auch die durchaus sehenswerten Glanzparaden von Torwart Marcel Schenk und Dominik Knoll sicherten der TSB die nötige Distanz bis in die Schlussphase.
Der Vielzahl der Zweiminutenstrafen der Saarland-Pfälzer geschuldet verließen zwei Gegner mit einer Roten Karte den Platz. Zwar verlor das Team den zwischenzeitlich hart erkämpften Achttorevorsprung aus den Augen, aber das Signal der Anzeigetafel verwandelte die ganze Anspannung in Freudentaumel, nachdem Manuel Staudt den Schlusspunkt zum 28:23 setzte. Die zahlreich erschienenen Fans der TSB bekamen wieder mal Spitzenhandball geboten und das sogar ohne Eintritt. Alle waren sich einig: Das war wieder ein wichtiges Puzzleteil im Gesamtbild der Saison, aber nichtsdestotrotz auch eines der Wichtigsten.
Es spielten: Marcel Schenk, Dominik Knoll (beide im Tor), Janik Ockenfeld, Fabian Schmitt (3), Benjamin Oster, Christian Schaub (4), Manuel Staudt (1), Moritz Gutfrucht (2), Benedikt Brügel, Lars Dreidoppel (5), Jonas Strüder (4/1), Torben Waldgenbach (9/1).