Barockkonzert Sayn
Barockensemble Musici di Sayn begeistert mit Kammermusik in Abteikirche Bendorf-Sayn
aus Burgbrohl
Bendorf-Sayn. Erneut hatte das Barock Ensemble „Musici di Sayn“ am letzten Sonntag im September zu einem Konzert in die Abteikirche Sayn eingeladen. Eröffnet wurde der Nachmittag mit der Sonata in F-Dur op. 22,1 von Johann Christian Schickhardt (1682 – 1762), ein musikalischer Leckerbissen für Flöte, Violine, Oboe und Continuo. Herausragend der Klang der Oboe, die bisweilen einer Barocktrompete ähnelte, hier gespielt von Julia Fankhauser. Eine abwechslungsreiche Sonate, einmal getragen und dann wieder heiter, ergab ein wunderschönes Zusammenspiel beider Blasinstrumente von Ulrike Friedrich, Flöte, und Julia Fankhauser, Oboe.
Dann widmeten sich die Musici dem Hauptthema des Nachmittags, „Mozart und der Londoner Bach“ im Jahr 1764. Und Johannes Geffert, Leiter des Ensembles, erzählte vom heiteren Zusammentreffen zwischen dem achtjährigen Wolfgang Amadeus Mozart und dem neunundzwanzigjährigen Johann Christian Bach, jüngster Sohn des Leipziger Thomaskantors. Leopold Mozart, Wolfgangs Vater, hatte mit seinem Sohn eine Reise durch mehrere europäische Länder organisiert. Auch der Aufenthalt in London wurde zum großen Erfolg, als beide Künstler ein gemeinsames Konzert gaben und eine Klaviersonate auf derselben Klaviatur spielten. Die Einflüsse des Älteren auf das Kind Mozart waren prägend und die Anerkennung des jungen Genies durch Bach fördernd.
In der Abteikirche war dann von Johann Christian Bach (1735 – 1782) das Quintett in D-Dur zu hören, wobei u.a. im Andantino die gezupfte Geige von Hendrike Steinebach sowie die wirbelnden Töne des solistischen Cembalos, Johannes Geffert, besondere Momente boten.
Danach kredenzten die Musici die Triosonate in F-Dur von Georg Philipp Telemann (1681 – 1967) für zwei Blockflöten, dargeboten von Ulrike Friedrich und Julia Fankhauser, begleitet von Mitsuki Ideue am Violoncello. Und Johannes Geffert berichtete, dass Telemann wie viele seiner Kollegen damals Jura studieren sollte, ein Studium, das im Gegensatz zur „brotlosen Kunst“ finanzielle Sicherheit versprach.
Mit Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791) brachte das Ensemble das Flötenquartett Nr. 4 in A-Dur KV 298 zu Gehör, um im Anschluss mit Michel Corrette (1709 – 1795) einen musikalischen Ausflug ins Paris des 18. Jahrhunderts zu machen. Das Concerto comique in G-Dur „Le Plaisir des Dames“ op. 8,6 ist ein weltlich heiteres Stück, das zur Kirchweih oder bei Heiligenfesten gespielt wurde. Ein fröhlicher Ausklang, für den sich die Zuhörer mit großem Applaus bedankten.
Mit einer Zugabe von Telemann verabschiedete sich das Barock Ensemble „Musici di Sayn“, das am Silvesterabend um 19:00 Uhr wieder in der Abteikirche Bendorf-Sayn zu Gast sein wird und den Jahresausklang mit Werken von Haydn, Manfredini und Händel feiern wird.
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Als Zugabe spielte das Ensemble ein Stück von Georg Philipp Telemann. Foto: Eberhard Thomas Müller