Special Olympics Rheinland-Pfalz
Bauchtänze zum Jubiläumsfestakt
In Bendorf-Sayn zehnjähriges Bestehen mit großem Programm gefeiert
Bendorf-Sayn. Bauchtänze der arabischen Tanzgruppe der ambulanten Dienste St. Rafael im Maria Grünewald-Haus Wittlich erlebten etwa 80 geladene Gäste im Festsaal von Schloss Sayn. Das Besondere war, dass die sieben Tänzerinnen behindert waren und bei der Feier zum zehnjährigen Bestehen von Special Olympics Rheinland-Pfalz auftraten. Zuvor hatte Präsident Karl-Heinz Thommes erklärt, dass Spezial Olympics durch Sportangebote und gemeinsame Programme für Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen Vorbehalte abbaue und den Athleten eigene Zugangs- und Wahlmöglichkeiten zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben biete. Die werden geschaffen durch ein ganzjähriges, regelmäßiges Sporttraining und Wettbewerbe in über 15 Sportarten für mehr als 5000 Kinder und Erwachsene. So wies Thommes auf die Special Olympics-Landesspiele in Speyer im Juni 2015 mit 2000 Teilnehmern hin. Hier gibt es für 1000 Athleten mit geistiger und mehrfacher Behinderung Wettbewerbe in 14 Sportarten.
Festrede zur Entstehung
Die Geschäftsstelle von Special Olympics Rheinland Pfalz ist in Koblenz. Deutschlandweit gehören heute mehr als 40.000 Athleten, die in 14 Landesverbänden organisiert sind, zu Special Olympics und deren Präsident Gernot Mittler (Mendig) hielt die Festrede. Er erinnerte an die Entstehung der Organisation und ihre Entwicklung. „Zu meiner Kindheit hat man Behinderte weggeschlossen und sich ihrer geschämt. Heute ist Inklusion ein gesamtgesellschaftliches Thema und eine Herausforderung für den Sport. Daher brauchen wir Offenheit des organisierten Sports und die Bereitschaft in Vereinen Berührungsängste - besonders mit geistig Behinderten - abzubauen. Es gibt Beweise, dass dies möglich ist. Deshalb appelliere ich an die Vereine: öffnet Euch“, sagte Gernot Mittler. Er betonte, dass bei Special Olympics oft über Wochen hinweg ehrenamtlich viel geleistet werde: „Wir geben dieser idealistischen Hilfsbereitschaft eine organisatorische Struktur. So haben wir uns bundesweit - und besonders in Rheinland-Pfalz - zu einem Kompetenzzentrum entwickelt und helfen der Gesellschaft insgesamt.“
Staatssekretär Günter Kern vom rheinland-pfälzischen Ministerium des Innern, für Sport und Infrastruktur unterstrich die Bedeutung von Special Olympics: „Etwa 50 Jahre nach der Gründung sind bei Special Olympics heute vier Millionen Menschen in 170 Ländern organisiert. Inklusion ist die Diskussion, die wir politisch führen. Aber der Sport macht es deutlich, als bestes Beispiel die für Politik.“
Moderator der Jubiläumsfeier war Tom Theisen, der unter anderem Interviews mit Athletensprecher, Familiensprecher und dem Sponsorenvertreter von Schott in Mainz Marketing Chef Salvatore Ruggiero führte. Außerdem lockerten eine Fotoprojektion und der Saxophonist Andreas Nilges den Festakt auf.
Im Zentrum des zehnjährigen Bestehens stand der Lift-Unified-Spendenlauf (unified bedeutet einheitlich) im Sayner Schlosspark, an dem sich über 200 Sportler mit und ohne Beeinträchtigung beteiligten. Den Startschuss gab Präsident Karl-Heinz Thommes, schließlich spendeten Sponsoren für jede gelaufene Runde einen Euro für die Initiative Kinderglück von Lotto Rheinland-Pfalz. So kamen durch 1217 Runden 1300 Euro zusammen.
Für die Organisation, dazu zählte auf die Verpflegung, sorgten etwa 40 freiwillige Helfer, darunter etwa 15 vom TV Urmitz, die auf den Startnummern der Läufer deren Runden markierten. Ferner wurde in der Mehrzweckhalle ein Gesundheitsprogramm, in Schloss und Park ein Kulturprogramm unter anderem mit einer Musikgruppe aus dem Caritas Wohnheim Weißenthurm geboten.