Kreisbauernverband Mayen-Koblenz
Betriebsbesichtigungen beendeten Vorurteile
Kreis MYK. Im vergangenen Sommer hatte die Evangelische Kirche Maifeld das Thema Landwirtschaft und Medikamenteneinsatz sowie Massentierhaltung in einem eigens dafür angesetzten Umwelt-Gottesdienst thematisiert und dafür in den örtlichen Zeitungen geworben. Die Landwirte im Maifeld waren über diese verallgemeinernde Darstellung empört und so wurde vereinbart, den Vertretern der Kirchengemeinde einmal einige landwirtschaftliche Betriebe zu zeigen. Ziel war es, den örtlichen Kirchenvertretern deutlich zu machen, dass landwirtschaftliche Tierhaltung, wie sie im Maifeld praktiziert werde, keineswegs mit hohem Medikamenteneinsatz und schädlichen Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit einhergehe.
Diese Zusammenkunft fand nun Ende Januar statt und führte den Kreisvorstand des Bauernverbandes Mayen-Koblenz und neun Kirchenvertreter auf drei unterschiedliche Tierhaltungsbetriebe im Maifeld. Kreisvorsitzender Rudolf Schneichel freute sich über die rege Teilnahme und die Bereitschaft, auf Einladung des Kreisbauernverbandes über die Aussagen zur Landwirtschaft zu diskutieren. Wie wichtig dies dem Kreisvorstand sei, könnten die Gäste an der Vielzahl der Teilnehmer seitens der Landwirtschaft erkennen: Neben den Mitgliedern des Kreisvorstandes waren auch die Kreisgeschäftsführerin Ursula Krupp und die stellvertretende Hauptgeschäftsführerin des Gesamtverbandes, Karin Bothe, extra gekommen, um gemeinsam mit dem Ehrenamt Rede und Antwort zu stehen.
Zunächst wurde der Schweinemastbetrieb von Vorstandsmitglied Tobias Fuchs in Kehrig besucht. Hier erfuhren die Besucher auch etwas über die notwendigen Vorbeugemaßnahmen gegen den Eintrag von Krankheitserregern von außen. Um dies zu verhindern, wurden alle Teilnehmer mit Schutzkleidung versorgt, bevor sie die Ställe betreten durften. Während der Führung informierte Tobias Fuchs auch über die Fütterung und Vermarktung der Schweine. Die Gäste zeigten sich beeindruckt und lobten die Bereitschaft des Betriebsleiters, den Stall für sie zu öffnen.
Im anschließend besichtigten Betrieb der Familie Manfred Ludwig in Monreal wurden die Besucher über die Milchproduktion, die Kälberaufzucht und die Rindermast informiert. Hier konnte die Entwicklung der Milchviehhaltung über die Anbinde- bis zur Laufstallhaltung nachvollzogen werden. Intensiv wurde auch über die Kälberaufzucht debattiert. Die wenige Tage alten Kälber in den Außenhütten hatten es den Besuchern angetan. Sie erfuhren, dass diese aus gesundheitlichen Gründen in den ersten Tagen in den Iglus stehen würden, dabei aber Sicht- und Berührungskontakt zu anderen Kälbern hätten und schon bald in Gruppen mit gleichaltrigen Kälbern auf Stroh gehalten würden.
Ihren Abschluss fand die fast fünfstündige Besichtigungstour auf dem Geisbüschhof der Familie Eberhard Horst-Saur bei Mayen. Der Betriebsleiter berichtete über seinen Betrieb mit 60 Pferden, die teils Einsteller und zum Teil eigene Pferd für den Reitbetrieb seien. Im gemütlichen Reiterstübchen wurden die Teilnehmer der Tour auch mit regionalen Wurst- und Käsespezialitäten aus dem Hofladen von Familie Ludwig versorgt. Bei Kaffee, Tee und belegten Broten wurden die Diskussionen über Tierschutz und Ernährung fortgeführt. Der Kreisvorsitzende Rudolf Schneichel sah sich bestätigt, dass die Besichtigung beiden Seiten „die Augen und Ohren geöffnet hat“ und das Verständnis für die wirtschaftlichen Notwendigkeiten und Zwänge, auch seitens der Kirchenvertreter, gesehen würden. Die Kirchenvertreter ihrerseits dankten den Betriebsleitern für ihre Offenheit und Bereitschaft, mit ihnen zu diskutieren.
Pressemitteilung
Kreisbauernverband
Mayen-Koblenz
