Abschlusskonzert der Kammermusikreihe „Sommerclassics“ in der Mendiger Pfarrkirche St. Cyriakus
„Bewährtes bewahren, Neues wagen“
Thomas Hammes und Martin Bambauer faszinierten mit außergewöhnlicher Kombination von Trompete und Orgel
Mendig. 1998 war Premiere und seitdem ist sie aus dem Portfolio der klassischen Musik in der Region nicht mehr wegzudenken: Die vom Landkreis Mayen-Koblenz ausgerichtete Kammermusikreihe „Sommerclassics“ besticht seit jeher durch herausragende Künstler und einzigartige Veranstaltungsorte. Bewährtes bewahren, Neues wagen: Ein Spagat, der den Sommerclassics immer wieder hervorragend gelungen ist. In diesem Jahr war Premiere auf Burg Namedy in Andernach, dann folgten die Matthiaskapelle in Kobern-Gondorf, die Alte Kirche in Spay und zuletzt begrüßte Landrat Dr. Alexander in der Mendiger Pfarrkirche St. Cyriakus viele Freunde der klassischen Musik zu einem Abschlusskonzert der besonderen Art: Thomas Hammes und Martin Bambauer beeindruckten die Zuhörer mit einer ebenso außergewöhnlichen wie reizvollen Kombination von „Trompete und Orgel“ und eröffneten den musikalischen Kunstgenuss mit verschiedenen, zum Teil berühmten Werken von Georg Friedrich Händel, die der 1948 geborene Trompeter, Barocktrompeter und Hochschullehrer in Köln und Amsterdam, Friedemann Immer für Trompete und Orgel arrangierte. Nach einem brillant intonierten Präludium G-Dur von Nicolaus Bruhns durch Martin Bambauer, der unter anderem seit 1999 als Kantor und Organist an der Konstantin-Basilika zu Trier engagiert ist, folgten aus der Kantate „Herz und Mund und Tat und Leben“ von Johann Sebastian Bach zwei ebenfalls für Trompete und Orgel arrangierte Werke. Mit einem zunächst etwas gewöhnungsbedürftigen, aber dennoch „pfiffigen“ Trompetensolo des zeitgenössischen Komponisten Stanley Friedmann wurden die zwischen Irritation und Heiterkeit schwankenden Konzertbesucher in eine kurze Pause „entlassen“. Danach begeisterte Martin Bambauer mit einem Orgelwerk von Johann Sebastian Bach (Toccata, Adagio und Fuge C-Dur, BWV 564), dem das von Tomaso Albinoni ursprünglich für Geige und Orchester komponierte „Celebre Adagio“ folgte, welches ebenfalls für Trompete und Orgel arrangiert wurde. Im Anschluss an die Toccata F-Dur, TuxWV157 von Dieterich Buxtehude, zu dessen Schülern übrigens auch Nicolaus Bruhns zählte, brillierten Thomas Hammes und Martin Bambauer mit einigen hinreißend interpretierten Stücken des englischen Barockkomponisten Jeremiah Clarke, wie zum Beispiel der Suite D-Dur oder dem bekannten Rondeau („Prince of Denmark´s March“), die neben vielen anderen Werken Jeremiah Clarke´s häufig dem Komponisten Henry Purcell zugeordnet werden, jedoch eindeutig von Clarke stammen. Für den lang anhaltenden Applaus ihrer Zuhörer revanchierten die beiden Künstler sich mit einem Werk von Oscar-Friedrich Gröndahl. In seiner Altersgruppe zählt Thomas Hammes zu den gefragtesten Trompetern. Geboren an der Mosel, ist er in der hiesigen Region verwurzelt und bereits 2011 und 2012 bei den „Sommerclassics“ in Erscheinung getreten. Mit perfekter Technik, starkem Ausdruck und höchster musikalischer Kunstfertigkeit zieht er die Zuhörer immer wieder in seinen Bann. Martin Bambauer wurde in Wesel am Niederrhein geboren. Er studierte Musik an Hochschulen in Düsseldorf und Frankfurt am Main. Als Organist konzertierte er in Europa, Russland und den USA. Als Dirigent führte er eine Vielzahl bedeutender oratorischer Werke auf und arbeitet erfolgreich mit dem Trierer Bach-Chor und dem von ihm gegründeten Caspar-Olevian-Chor.
Die beiden Künstler spielten auf der Empore der Pfarrkirche St. Cyriakus.
