Allgemeine Berichte | 21.01.2014

Katholische Pfarrgemeinde St. Medard Bendorf: Arbeitskreis Santa Rosa

„Charmant und stimmgewaltig“

Begeisternde Darbietungen erwarteten die Zuhörer beim Neujahrskonzert mit Luz Riveros und 16 Freunden in Bendorf

Schlussapplaus von links nach rechts.Privat

Bendorf. Eingeladen hatte die katholische Pfarrgemeinde St. Medard Bendorf zum Neujahrskonzert mit Luz Riveros und Freunden. Gekommen waren viele Zuhörer zur zweiten Auflage des Benefizkonzertes zugunsten des Kinderheims Arco Iris in Cochabamba/Bolivien. Von dort stammte auch die verstorbene Bendorfer Frauenärztin Rosario Kessler, die sich für die Förderung dieses Projektes im Santa-Rosa-Kreis der Pfarrgemeinde engagiert hatte. Die in Chile geborene und in Koblenz lebende Sopranistin und Gesangslehrerin Luz Riveros hatte sich von Rosario Kessler für dieses Hilfsprojekt begeistern lassen und diese Begeisterung auf ihre Freunde übertragen. Diese waren der Bitte zum gemeinsamen Konzertieren gefolgt und aus halb Europa nach Bendorf angereist. So konnte Erika Birk als Vorsitzende des Pfarrgemeinderats und Mitglied des Santa-Rosa-Kreises nicht nur die charmante und zierliche wie stimmgewaltige Sopranistin Luz Riveros begrüßen, sondern auch eine ganze Schar ihrer Freunde, die sich alle in den Dienst der guten Sache stellten. Als Ehrengast wurde Pfarrer Claus Weber begrüßt, der das Kinderheim während seiner beruflichen Tätigkeit als Pfarrer in Bolivien in einen menschenwürdigen Zustand versetzt hatte. Mit insgesamt 17 Sängern und Musikern spannte das Konzert in der voll besetzten Medardus-Kirche einen weiten Bogen von klassischer Gitarrenmusik über südamerikanischer Kunstlieder und eine Eigenkomposition von Pablo Paredes bis hin zu Volksliedern.

Von klassischer Gitarre bis zum südamerikanischen Volkslied

„Man hätte eine Stecknadel zu Boden fallen hören“, so still wurde es in dem Kirchenkonzertsaal, als der international tätige Gitarrist Alexis Vallejos die Stücke „Asturias“ von Isaac Albeniz und „Julia Florida“ von Augustin Barrios interpretierte.

Diesem zart beschwingten Auftakt folgten die Darbietungen der Sopranistinnen. Die in Zürich lebende Mexikanerin Rosa Maria Hernandez verzauberte das Publikum mit dem Ave Maria von Schubert. Dem schloss sich Luz Riveros mit volksliedhaften Liedern von Atahualpa Yupanqui und Ariel Ramirez an, zu denen die modernen Stücke von Ginastera kontrastierten, die Doris Silva Saavedra aus Löwen in Belgien sicher und überzeugend vortrug. Eine Abrundung der sopranistischen Darbietungen bot die in Freiburg lebende Mezzo-Sopranistin Olga Garza mit einer Eigenkomposition des Pianisten Pablo Paredes, der die Sänger während des gesamten Konzerts am E-Piano und mit dem Akkordeon begleitete.

Beim Auftritt des brasilianischen Baritons Frederico de Oliveira mochte mancher Zuhörer sich nicht entscheiden, ob er mehr die Stimmgewalt des zurzeit in Koblenz lebenden Künstlers oder dessen schauspielerisches Talent bewundern sollte. Auch ihm wurde lang anhaltender Applaus zuteil. Mit dem volkstümlichen Tanzlied „Sariri“ wurde das Publikum schon auf den zweiten Teil des Konzerts eingestimmt. Virtuos flogen Alvaro Pinto aus Amsterdam, Michael Zöllner und Lena Scheu aus Frankfurt regelrecht über die verschiedenen, teils wechselnden Instrumente wie dem Bongo, der Flöte, der Panflöte, der Gitarre un der Charango.

So in Schwung gebracht ging es in die Pause, in der die Zuhörer von Mitgliedern des Santa Rosa Kreises mit Getränken bewirtet wurden, die örtliche Sponsoren zur Verfügung gestellt hatten. Höhepunkt des zweiten Konzertteils war die Aufführung der Misa Criolla des argentinischen Komponisten Ariel Ramirez, der Elemente der regionalen Volksmusik mit den entsprechenden Instrumenten in seiner Messe verarbeitete. Zunächst stellte Michael Kessler, der Sprecher des Santa-Rosa-Kreises, die einzelnen Künstler vor. Anschließend wurden die Zuhörer mit zwei Stücken von Ariel Ramirez und Atahualpa Yupanqui akustisch vorbereitet, die Alvaro Pinto an der Gitarre und der Klarinettist Gonzalo Abarca aus Barcelona mit der Flöte darboten. Unterstützt wurden sie von Michael Zöllner und Lena Scheu.

Die ungebremste Lebensfreude beim Musizieren übertrug sich in den gesamten Kirchenraum und fand eine Fortsetzung in der Misa Criolla, der kreolischen Messe. Beeindruckend das präzise mehrstimmige Miteinander unter der Führung von Luz Riveros, die dies Mal in die Rolle der Dirigentin geschlüpft war. Der amerikanische Tenor Martin Shalita und der aus seinen Engagements beim Theater Koblenz bekannte Bariton Michael Mrosek füllten mit ihren Stimmen den Kirchenraum aus, getragen vom Chor, dem alle bereits erwähnten Sänger und Sängerinnen angehörten, zusätzlich verstärkt durch die Alt-Stimmen von Patricia Alvarez aus Bern und Stella Bourmer aus Andernach. Das Publikum klatschte insgesamt zwei Zugaben heraus, vor denen Pfarrer Joachim Fey zusammen mit dem jüngsten Musikanten, dem elfjährigen Perkussionisten Mario Hoeder, überzeugend um Spenden für das Kinderheim „Arco Iris“ warb.

„Auf Wiedersehen bis zum nächsten Jahr“

„Es war ein wunderschöner Konzertabend“, so die einhellige Bewertung von Besuchern und Künstlern. Es wurde auch tüchtig in die bereitstehenden Spendenboxen und auf das Spendenkonto für „Arco Iris“ eingezahlt. Jeder Euro kommt ohne Abzug dem Kinderheim zugute. Dem Vernehmen nach wollen die Künstler gerne wiederkommen. Ihnen hat Bendorf, das Konzert mit begeistertem Publikum und die familiäre Betreuung durch den Santa Rosa Kreis gefallen.

Schlussapplaus von links nach rechts.Foto: Privat

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