Vallendarer Lions helfen da, wo es nötig ist
DRK Niederwerth erhält den Bürgerprojektpreis
Dreizehn Projekte aus Vallendar, Bendorf und Höhr-Grenzhausen hatten sich um die Fördersumme beworben
Vallendar / Bendorf / Höhr-Grenzhausen. Es ist schon eine ungewöhnliche Förderung – der Bürgerprojektpreis des Vallendarer Lions Clubs – und außergewöhnlich hoch ist das Preisgeld: 5.000 Euro. Am 14. Juni wurde er zum zweiten Mal in einer Feierstunde im Rathaus der Verbandsgemeinde Vallendar vergeben.
Den Bürgerprojektpreis 2016 erhält der DRK Ortsverein Niederwerth e.V. für sein Projekt: „Betreiben eines First-Responder-Dienstes“ – doch dazu später mehr.
Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Vallendar, Fred Pretz, begrüßte im großen Sitzungssaal des Rathauses alle eingeladenen Gäste auf das Herzlichste. Er freue sich über das überaus hohe ehrenamtliche Engagement der Menschen in ihren Institutionen, nicht nur in der Vallendarer Verbandsgemeinde, sondern auch in Höhr-Grenzhausen und Bendorf. Die Vallendarer Lions hatten den Bürgerprojektpreis für Aktionen in diesen Gemeinden ausgeschrieben. Ebenso begrüßte der Präsident des Vallendarer Lionsclubs Dr. Horst Freitag die Anwesenden und stellte ihren besonderen Einsatz für die Allgemeinheit hervor. Durch verschiedenen Aktionen, wie den Vallendarer Adventskalender, einen Stand auf dem Weihnachtsmarkt und Konzerte in der Niederwerther Kirche, habe man Gelder zusammentragen können, die dann gemäß dem Auftrag der Lions, dem Gemeinwohl zu dienen und soziale Projekte umzusetzen und zu fördern, verwendet werden. Ganz besonders dankte er Adolf T. Schneider.
Er sei sozusagen der Urvater des Bürgerprojektpreises. Umrahmt und musikalisch ins passende Licht gesetzt wurde die Feierstunde durch die Komischen Harmoniker in bewährter humorvoller und unterhaltsamer Weise.
Mut zur Verantwortung, Ehrfurcht und Dankbarkeit
Prof. P. Dr. Heribert Niederschlag hielt die Festrede zu diesem besonderen Anlass. „Wer den Zeitgenossen Gutes tun will, muss bereit sein, was von vielen nicht als zeitgemäß empfunden wird“, so der Pallottinerpater. Er erinnert an drei Haltungen, „die den Humusboden für eine zutiefst menschliche Gesellschaft bilden können, die aber eben nicht gerade zu den Stärken unserer heutigen Weltzeit gehören.“ Diese wären: Mut zur Verantwortung, Ehrfurcht und Dankbarkeit. Der Theologe und Philosoph begründet seine Ansicht verständlich. Das Tun für die Gemeinschaft und Kommunen bezeichnet Prof. Niederschlag ganz biblisch als „Salz der Erde“. „Ich habe dieses Salz der Erde, diese öffentliche und auch unbezahlte, ehrenamtliche Verantwortungsfreude durchaus in beglückender Form kennengelernt. Und ich darf hier sagen, dass auch Vallendarer und Niederwerther und viele andere in der Umgebung in meiner Erinnerung sind, die mich durch ihr ehrenamtliches Engagement beeindruckt haben und nach wie vor beeindrucken.“
Der Preisträger bliebt bis zum Schluss geheim
Nun stellte Adolf T. Schneider den Bürgerprojektpreis und die Gruppen vor, die sich um diesen beworben haben. Insgesamt waren es dreizehn an der Zahl und die Bewerberliste zeigt die ungemeine Vielfalt des ehrenamtlichen Engagements in den drei großen Gemeinden. Und jedes Mal geht es um ein ganz bestimmtes Projekt, für das eine Förderung erbeten wird. Die Bewerberliste reicht vom Kinderschutzbund über das Rote Kreuz, von Literatur- und Kunst- und Kulturprojekten, bis zu Karnevalsaktionen, von einer ökologischen Schulidee bis zur Katzenhilfe von der Arbeitsloseninitiative bis zu weiteren Projekten.
Adolf T. Schneider erläutert das Vergabeverfahren. Hier gehe es nicht um eine Bauchentscheidung. Die Vallendarer Lions haben ganz exakte Vergabekriterien, die dann nach einem Ampel- und Punktesystem angewendet werden. Auch habe man sich entschlossen, die Fördermittel nicht in kleinen Häppchen zu verteilen, sondern mit einem guten Batzen Geld, immerhin 5.000 Euro, einer guten Sache auf die stabilen Beine zu helfen. Alle Bewerber erhielten aus der Hand von Lionspräsidenten Dr. Horst Freitag zunächst eine Teilnahmeurkunde.
Der Preisträger blieb bis zum Schluss geheim. Das erhöhte natürlich die Spannung. Schließlich stand fest: Der Gewinner ist das Projekt „Betreiben eines First Responder Dienstes“ des DRK Ortsvereins Niederwerth e.V. Andre Klöckner und Laura Klöckner nahmen den symbolischen Scheck völlig überrascht mit großer Freude aus der Hand von Dr. Horst Freitag und Adolf T. Schneider in Empfang und dankten im Namen aller Niederwerther Rotkreuzler auf das Herzlichste.
First Responder – zum Hintergrund:
Seit April 2011 betreibt der DRK-Ortsverein Niederwerth e.V. ein ehrenamtliches First Responder-System in der Ortsgemeinde Niederwerth. First Responder – auch „qualifizierte Ersthelfer“ oder „Ersthelfer vor Ort“ genannt – sind Rotkreuzler, die bei einem medizinischen Notfall von der Integrierten Leitstelle Koblenz zusätzlich zum regulären Rettungsdienst alarmiert werden können. Ihre Aufgabe am Einsatzort ist es, erweiterte Erste Hilfe zu leisten, eine qualifizierte Rückmeldung an die Leitstelle zu geben, sowie den eintreffenden Rettungsdienst bei seinen Maßnahmen zu unterstützen, um somit einen Vorteil für den betroffenen Patienten zu erreichen. Dadurch werden – das ist wissenschaftlich belegbar – Folgeschäden, zum Beispiel bei einem Schlaganfall oder Herzinfarkt, verringert, beziehungsweise sogar vermieden. Es verkürzt sich das sogenannte „therapiefreie Intervall“ zwischen dem Auftreten des medizinischen Notfalls und der Einleitung adäquater Maßnahmen.
Adolf T. Schneider rief ausdrücklich dazu auf, sich schon jetzt für den Bürgerprojektpreis 2017 zu bewerben, denn eine Bewerbung sei auch mehrmals in Folge möglich. AND
