Dietrich Schabow hält jüdische Geschichte wach
„Den Lebenden zur Mahnung“
„Familie sayn“ lädt ein - Angebot richtet sich insbesondere an Jugendliche ab 14 Jahren
Bendorf-Sayn. Dietrich Schabow aus Sayn ist profunder Kenner der Geschichte der Juden in Bendorf und Sayn. Deren Geschichte wachzuhalten, dafür setzt sich der aktive Historiker seit vielen Jahren ein. Am Freitag, 21. März, ab 15 Uhr, wird er auf Einladung des Zusammenschlusses „Familie sayn“ zurück blicken. Treffpunkt ist das „Knabenheim“ an der Koblenz-Olper-Straße in Sayn, am Mahnmal, das am 17. November 2002 eingeweiht wurde mit dem Text „Zum ehrenden Gedenken der 573 jüdischen Frauen und Männer aus der ehemaligen Jacoby’schen Heil- und Pflegeanstalt Sayn und der Stadt Bendorf, die 1942 in die nationalsozialistischen Vernichtungslager deportiert und dort ermordet wurden“. Dietrich Schabow wird ein Bild der Menschen zeichnen, die früher Mitbürger in der Stadt Bendorf waren und die ehemalige Anstalt skizzieren. Die „Israelitische Krankenanstalt in Sayn - Asyl für Nerven und Gemütskranke“ wurde 1868/69 durch Meyer Jacoby gegründet. Aus einem zunächst familiären Betrieb - im Gebäude des späteren Gasthauses Siebert in Alt-Sayn - mit einer Betreuung im Haushalt des Gründers wurde innerhalb von wenigen Jahren eine Anstalt mit mehreren Gebäuden auf einem großen Grundstück. Ein Neubau wurde 1880/81 erstellt, dem bald weitere folgen sollten. 1888 lebten in der Anstalt 112 Patienten, 1905 waren es 174. Es gab getrennte Abteilungen für „Nerven- und Gemütsleidende“, aber auch für Erholungsbedürftige. Das Haus verfügte über eine eigene Haussynagoge. Auf dem Gelände gab es mehrere Werkstätten, aber auch eine eigene Landwirtschaft. Um 1950 übernahm der Orden der Salesianer Don Boscos das Anwesen und verwendete es als Heim für Jungen. Die ehemalige Haussynagoge im Hauptgebäude wurde jetzt als römisch-katholische Kapelle verwendet. Heute ist die Josefs-Gesellschaft Eigentümer des Komplexes.
Angebot richtet sich insbesondere an Jugendliche ab 14 Jahren
Fragen und Anmeldungen bitte unter der Mailadresse u.stuhltraeger@googlemail.com
. -PS-