Lizenz-Trainer-Lehrgang „Basiswissen“ beim SV Sayn
Der zeitgemäße Jugendfußball: „Trainieren - betreuen - begleiten
Verein übernimmt Lehrgangskosten für Vereinsmitglieder
Sayn. Rund zwanzig Trainerinnen und Trainer aus dem Fußballkreis Koblenz fanden vor Kurzem den Weg zum Sayner Sportgelände, auf dem der Fußballverband Rheinland mit dem SV Sayn seinen Lizenz-Lehrgang „Basiswissen“ durchführte. Laut Ausbildungsordnung des DFB kann eine Trainer-Lizenz grundsätzlich auf zwei Wegen organisiert werden: durch den Besuch eines mehrwöchigen Kompaktlehrgangs an den anerkannten Sportschulen oder aber stückweise durch Absolvieren einzelner Qualifizierungsbausteine. Der Grundbaustein einer jeden Lizenz-Ausbildung ist der „Basiswissen“-Lehrgang, der einen breiten Einblick in die Aufgaben des guten Jugendtrainings vermittelt. Es geht um den grundsätzlichen Aufbau einer Trainingseinheit, um Leitlinien des Jugendfußballs, um die Kompetenzentwicklung bei Kindern und Jugendlichen sowie um Fragen von Aufsichtspflicht und Erstbehandlung bei Verletzungen. An den erfolgreichen Besuch des Basiswissen-Lehrgangs können sich weitere Bausteine wie die Lehrgänge „Teamleiter Jugend“, „Teamleiter Torwart“ und schließlich der Prüfungslehrgang anschließen. „Ideal wäre es, wenn alle Jugendtrainer eine Lizenz hätten, aber dieses Ziel ist unrealistisch“, weiß Jugendleiter Dirk Schade. „Alle unsere Trainer arbeiten hier ehrenamtlich neben ihrem Beruf. Sie investieren sehr viel Zeit und Energie in die Begleitung ihrer Mannschaften, die sie bis zu viermal wöchentlich im Training und im Spiel coachen. Da noch Zeit aufzubringen, um sich auf den Weg in eine Sportschule zu machen und dort die geforderten 120 Lerneinheiten zu absolvieren, fällt den meisten verständlicherweise schwer.“ Gleichwohl wollen er und sein Vorstandskollege, Geschäftsführer Descourvières, systematisch Fortbildungen für die Trainer des SV Sayn realisieren. Trainer-Lehrgänge sind ein wichtiger fachlicher Input für Trainer. Und Input für die Trainer heißt Input für die Kinder im Training, lautet die feste Überzeugung im Sayner Fußball-Vorstand. Für Descourvières heißt das in logischer Konsequenz: „Wenn der Trainer nicht zur Sportschule gehen kann, dann muss die Sportschule zum Trainer kommen.“ Seine Mission klar vor Augen hat der SV Sayn mit dem Bildungsreferenten des Fußballverbandes, Uli Ludwig, die Initiative „Trainer-Ausbildung vor Ort“ entwickelt. Demnach können einzelne Bausteine der Trainer-Ausbildung direkt in Sayn an Wochenenden stattfinden, wenn sich genügend Trainerinnen und Trainer anmelden. Für den „Basiswissen“-Lehrgang ist das Ziel mit knapp 20 Anmeldungen voll erreicht worden. Gut die Hälfte der Lehrgangsteilnehmer stellt der SV Sayn selbst, worauf der Vereinsvorstand sehr stolz ist. So können sich die Sayner Vereinstrainer komfortabel ohne lange Anfahrtswege und ohne Zugriff auf den Erholungsurlaub im Heimatort weiterbilden. Für den Vereinsvorstand ist klar, dass die Ausbildungskosten gänzlich übernommen werden. „Damit senden wir ein klares Signal, in wen und was wir investieren - in die Qualität unser sportpädagogischen Arbeit“, erläutert Schatzmeister Oliver Schmitt, der selbst zu den begeisterten Lehrgangsteilnehmern gehörte. Die Bilanz des Lehrgangs stimmt Trainer und Vorstand des SV Sayn sehr zufrieden. Alle Sayner Trainer haben den Lehrgang erfolgreich abgeschlossen und drängen auf die nächsten Fortbildungsbaustein. Diesem Drängen seines Trainerstabs kommt der Sayner Vorstand gerne nach. Der Lizenz-Lehrgang „Teamleiter Kinder/Jugend“ ist bereits beim Fußballverband für den kommenden Januar 2016 angemeldet. „Dafür werde ich mir auch noch einmal meine Fußballschuhe schnüren“, kündigt Geschäftsführer Descourvières seine Anmeldung an. Dirk Schade kann sich gut vorstellen, dass sich einige Trainer bis zum Lizenzerwerb durchbeißen werden, aber das ist nicht das Hauptziel. Wichtigstes Anliegen ist ihm der strukturierte fachliche Austausch, das gemeinsame Denken über gutes, zeitgemäßes und erfolgreiches Fußball-Training.
Diverse Parcoure führten durch den praktischen Teil.