Wirtschaft | 24.06.2013

VR-Bank Neuwied-Linz und Volksbank Vallendar-Niederwerth fusionieren

Die Banken-Hochzeit ist perfekt

Vertreter des genossenschaftlichen Neuwieder Instituts votierten mit 100 Prozent für den Zusammenschluss

Bruno Lehnen (v. l.) und Peter Adolphs, beide Vorstandsmitglieder der Volksbank Vallendar-Niederwerth, Notar Dr. Andree Adler, Michael Paul, Aufsichtsratsvorsitzender der VR-Bank Neuwied-Linz und die Bankvorstände der VR-Bank Neuwied-Linz Franz-Jürgen Lacher und Andreas Harner bei der Unterzeichnung des Verschmelzungsvertrags. privat

Neuwied. Die Fusion der VR-Bank Neuwied-Linz und der Volksbank Vallendar-Niederwerth ist seit Mittwochabend vergangener Woche beschlossene Sache. Mit 100 Prozent stimmten die Vertreter der VR-Bank Neuwied-Linz für den Zusammenschluss der beiden genossenschaftlichen Institute. 177 der 178 Vertreter sprachen sich auf der vom Aufsichtsratsvorsitzenden Michael Paul geleiteten Versammlung im Neuwieder Heimathaus für die Verschmelzung aus, einer enthielt sich. Bereits eine Woche vorher hatten sich die Mitglieder der Volksbank Vallendar-Niederwerth mit 96 Prozent für die gemeinsame Zukunft ausgesprochen. Mit diesem deutlichen Votum für die Bankenehe geht die neue VR-Bank Neuwied-Linz rückwirkend zum 1. Januar 2013 an den Start.

Der Beschluss, künftig einen gemeinsamen Weg zu gehen, sei eine Konsequenz aus den veränderten Rahmenbedingungen im Bankenmarkt, machte Vorstandssprecher Franz-Jürgen Lacher deutlich und zitierte den Genossenschaftsgründer Friedrich Wilhelm Raiffeisen: „Mehrere kleine Kräfte vereint bilden eine große Kraft. Und was man nicht alleine durchsetzen kann, dazu soll man sich verbinden.“ Zunehmender Wettbewerb und die sich ständig verschärfenden Gesetze prägen die Finanzbranche und machen vor allem kleinen Instituten das Leben schwer. Auch der zuständige Prüfungsverband, der Rheinisch-Westfälische Genossenschaftsverband, war in seinem Gutachten, das vom RWGV-Vertreter Thomas Krämer verlesen wurde, zu einem positiven Ergebnis gekommen. Der Zusammenschluss sei „für beide Genossenschaften vorausschauend und in Verantwortung für die genossenschaftlichen Aufgaben der Zukunft.“ Das fusionierte Kreditinstitut will die Nähe zu den Kunden und zur Region beibehalten, denn das ist traditionell ein entscheidender Wettbewerbsvorteil der Genossenschaftsbanken. Den gestiegenen Kundenansprüchen könne in einem größeren Haus durch speziell geschulte und qualifizierte Berater noch besser Rechnung getragen werden, so Lacher. Im neuen Gesamtinstitut, das eine Bilanzsumme von 722 Millionen Euro erreicht, arbeiten knapp 200 Mitarbeiter in 20 Geschäftsstellen. Für die insgesamt über 21.000 Mitglieder und rund 48.800 Kunden ändert sich nicht viel: Die Ansprechpartner in der Bank bleiben bestehen, und Verträge laufen unverändert weiter. Geleitet wird die neue VR-Bank Neuwied-Linz von einem Vorstandsduo, den Bankdirektoren Franz-Jürgen Lacher und Andreas Harner, die beide bereits das Neuwieder Kreditinstitut leiten. Peter Adolphs und Bruno Lehnen, die Vorstände der Volksbank Vallendar-Niederwerth, sind weiterhin für die Bank tätig und scheiden in naher Zukunft mit Altersteilzeit- und Vorruhestandsverträgen aus. Im Aufsichtsrat stellt die Neuwieder Genossenschaftsbank sieben Mitglieder, zwei Aufsichtsräte kommen von der Volksbank in Vallendar: Ulrich Zimmermann aus Vallendar und Josef Mettler aus Niederwerth wurden gewählt. Vor der entscheidenden Abstimmung zogen die Vorstände vor den Vertretern ein positives Fazit für das vergangene Geschäftsjahr: Die durchschnittliche Bilanzsumme stieg um 2,3 Prozent auf 702,5 Millionen Euro. Die Kundenkredite erhöhten sich um 1,1 Prozent und die Kundeneinlagen um 2,8 Prozent. Die Vertreterversammlung folgte dem Vorschlag, aus dem Bilanzgewinn von 2,1 Millionen Euro eine Dividende von 6,3 Prozent auszuschütten und entlastete Vorstand und Aufsichtsrat einstimmig. Auch bei den Wahlen zum Aufsichtsrat herrschte Einigkeit: Bernd Maur aus Neuwied wurde wiedergewählt.

Für den aus Altersgründen ausgeschiedenen Manfred Höfer aus Neuwied wählten die Vertreter Dr. Rotraud Meurer aus Weitersburg in das Kontrollgremium. Den Abschluss der Vertreterversammlung gestaltete Volkswirt und Sportwissenschaftler Ralph Goldschmidt mit seinem Vortrag „Nachhaltige Spitzenleistung - Balance statt Burnout“. Er hielt ein humorvolles und kurzweiliges Plädoyer für den Balanceakt zwischen Beruf, Familie und Gesundheit.

„Wer 15 Stunden am Tag arbeitet, befindet sich in einem Zustand tätiger Besinnungslosigkeit“, sagte Goldschmidt, mahnte zur Selbstkontrolle und forderte jeden auf, mehr Pausen ins tägliche Leben einzubauen. Sein Tipp: Mehr Bewegung statt Kaffee und mehr Zeit mit den Liebsten statt TV.

Pressemitteilung der

VR-Bank Neuwied-Linz

Bruno Lehnen (v. l.) und Peter Adolphs, beide Vorstandsmitglieder der Volksbank Vallendar-Niederwerth, Notar Dr. Andree Adler, Michael Paul, Aufsichtsratsvorsitzender der VR-Bank Neuwied-Linz und die Bankvorstände der VR-Bank Neuwied-Linz Franz-Jürgen Lacher und Andreas Harner bei der Unterzeichnung des Verschmelzungsvertrags. Foto: privat

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