Spannende Abendexkursion im Sayner Schlosspark
Die Vögel standen im Mittelpunkt
Bendorf. „Naturpark Nassau“ und der „Garten der lebenden Schmetterlinge“ hatten zu einer Abendexkursion in den Sayner Park geladen - und es kamen zahlreiche Interessierte, Kinder und Erwachsene. Zuerst standen die Vögel im Fokus, die mit ihren abendlichen Gesängen und natürlich der Nahrungssuche beschäftigt waren. Überrascht war die Exkursionsgruppe, die von Manfred und Ursula Braun geleitet wurde, von einem Grauschnäpperbrutpaar, das eifrig seine Jungen fütterte. Die Altvögel führten auch mehrfach ihren markanten Insektenfangflug vor und waren sehr nah zu beobachten. Häufig waren Amseln auf den Rasenflächen zu sehen und Mönchsgrasmücken an ihrem flötenden Gesang aus dem Unterholz zu erkennen. Blicke an den Himmel ermöglichten die Größenbestimmung fliegender Vögel. Es konnten Turmfalke, Mäusebussard, Graureiher, Ringeltaube, Mauersegler und Mehlschwalbe bestimmt und an der Flugsilhouette erkannt werden. Am Saynbach fanden sich Stockente, Bachstelze und Gebirgsstelze. Mit dem Waldkauz in der Dämmerung kam die Gruppe auf fast 30 Vogelarten. Teil zwei der Veranstaltung war die Einordnung der jahreszeitlichen Aktivitäten der Fledermäuse. Hier wurde mit Arbeitskärtchen gearbeitet. Eine Schülerin verlas zuerst die in Deutschland bisher nachgewiesenen Fledermausarten, Manfred Braun informierte über die in Sayn zu erwartenden Arten. Ein Vater übernahm das Erläutern eines Ultraschalldetektors, denn nur mit diesem können die hohen Töne der Fledermäuse hörbar gemacht werden. Zum zeitlichen Auftreten der Fledermäuse an diesem Abend wurden „Wetten“ abgeschlossen. Mit Blick auf den Sayner Abendhimmel wurde den Mauerseglern zugeschaut. Mit deren Abtritt vom Himmel konnte mit der Venus auch der erste Planet gesehen werden. Und dann flog überraschend ein großer männlicher Hirschkäfer schwerfällig nah an der Exkursionsgruppe vorbei. Die Referentenerläuterten kurz dessen Entwicklung, die stark an Totholz gekoppelt ist. Und dann, um etwa 21.45 Uhr, war es so weit. Die Detektoren gaben ein lautes „plipp-plopp“ ab, und am Himmel waren große Abendsegler zu sehen, die vermutlich aus einer Baumhöhle im Park zur Insektenjagd ins Sayntal abflogen. Die Exkursionsgruppe setzte sich in Bewegung, um bei etwa 40 Megahertz weitere Fledermausarten zu finden. Schon bald war das Knattern der Zwergfledermäuse zu vernehmen. Am Teich gesellten sich noch die gut zu beobachtenden hellbäuchigen Wasserfledermäuse hinzu. Auch das Tackern der Fransenfledermäuse war mit Hilfe des Detektors zu hören. Viele Fragen zu Fledermäusen wurden geklärt und auch immer wieder Rufe des großen Abendseglers vernommen und einzelne fliegende Hirschkäfer gesehen. Eine Stempelaktion („Fledermaustattoo“) und essbare „Fruchtgummifledermäuse“ sowie das Verteilen von Broschüren des Naturparks Nassau rundeten die Exkursion ab. Sie zeigte wieder auf eindrucksvolle Weise die hohe Artenfülle im Sayner Schlosspark und den hervorragenden Lernort für naturschutzpädagogische Unternehmungen. Gabriela Fürstin zu Sayn-Wittgenstein-Sayn und die beiden Exkursionsleiter Manfred und Ursula Braun waren sich dabei in der Beurteilung einig.