Theaterstücke unter dem Motto „Plätzchen, Punsch und Pulverschnee“
Die gnädige Frau ist plötzlich wie verwandelt
Bendorf-Sayn. Eigentlich ist die gnädige Frau nicht gerade freundlich zu ihrem Hausmädchen Mariechen. Doch diesmal ist sie beim Theaterstück „Eine Weihnachtsgeschichte“ wie verwandelt. Unter dem Motto „Plätzchen, Punsch und Pulverschnee“ gibt die gnädige Frau sich im Sayner Eisenkunstguss-Museum ganz lieb, nett und freundlich.
Das hat natürlich einen Grund, denn vor der Tür des Hauses in der Sayner Abteistraße Nummer 1 hatte jemand heimlich in dunkler Nacht ein neugeborenes Mädchen abgelegt. Und schon schmilzt die gnädige Frau dahin und umsorgt und umhegt die kleine Dorothea. Selbst die Nachricht, dass der Cousin an diesem Heiligabend nicht anwesend sein kann, weil die Eisenbahn nicht fährt, bringt die Gnädigste nicht aus der Fassung. Das stets mit Liedern und tiefsinnigen Sätzen garnierte Stück passt so absolut in die Advents- und Weihnachtszeit, auch wenn die beiden Protagonistinnen noch unbekannte Infos aus der Region einbauen.
Jedenfalls kommt es nach einigen Anrufen für Mariechen, die meist „Sääner Platt“ spricht, wegen des Findelkinds zum Eklat. Das geht sogar soweit, dass Mariechen das Haus der gnädigen Frau verlassen will, um dann in der Fliegenfängerfabrik (die gab es tatsächlich) zu arbeiten. Und auch Hintergründe über die Entstehung des weltweit bekanntesten Weihnachtsliedes „Stille Nacht“ im österreichischen Oberndorf an der Salzach durch Franz Gruber und Pfarrer Joseph Mohr, unehelich in Wagrain geboren, sind in dem Stück enthalten. Stephanie Geifes (die gnädige Frau) und Heike Kamp (Mariechen) schreiben alljährlich ein Stück für die Aufführungen im Eisenkunstguss-Museum, spielen es selbst und beziehen die Gäste mit ein. So will Mariechen ihre Traurigkeit nur beenden, wenn die Zuschauer das Lied „Morgen wird´s was geben“ mitsingen. Jedenfalls prophezeit zum Schluss Mariechen in Reimform, was mit der kleinen Thea im Laufe ihres Lebens Schönes angestellt wird und was sie alles lernen soll. Den beiden Protagonistinnen ist bei ihren vielen Aufführungen der begeisterte Applaus der Zuschauer sicher. Apropos Zuschauer: Die erleben für ihre Eintrittskarte nicht nur das Stück „Eine Weihnachtsgeschichte“, sondern können sich auch das Museum anschauen und erhalten noch ein Glas Punsch.
Bereits im sechsten Jahr führen Stephanie Geifes, sie ist Vorsitzende des Förderkreises Rheinisches Eisenkunstguss-Museum, und Heike Kamp weihnachtliche Theaterstücke unter „Plätzchen, Punsch und Pulverschnee“ auf. „Das ist dann unser Herzstück, da wir uns schon seit fast einem Jahr mit der Musik und den Texten - hier recherchieren wir immer sehr viel - auseinandergesetzt haben. Denn wenn wir spielen, wissen wir schon, was wir nächstes Jahr machen werden und unsere Gäste feiern mit uns“, erklärte Stephanie Geifes gegenüber „Blick aktuell“. In diesem Jahr bieten die beiden Frauen insgesamt 33 Aufführungen ihres Stücks „Eine Weihnachtsgeschichte“ an, da im vergangenen Jahr alle Vorstellungen komplett ausverkauft waren. Schließlich kommen mittlerweile die Gäste mit Bussen sogar aus dem Ruhrgebiet nach Sayn, um das Theaterstück im Ambiente des Eisenkunstguss-Museums zu erleben. Das freut natürlich auch Karolina Zschacke von der Touristinfo Bendorf, wo es noch einige Eintrittskarten (Tel. (0 26 22) 902 - 931 oder 918) für das Theaterstück gibt. Aufführungen sind noch bis einschließlich Donnerstag, 18. Dezember täglich, mit Ausnahme des 15. Dezembers, jeweils um 16.30 und 19 Uhr zu sehen.
33 Mal führen Heike Kamp (r.) und Stephanie Geifes das Theaterstück auf.