Jugendoffizier besuchte das Wilhelm Remy Gymnasium
Diskussion mit einem „Staatsbürger in Uniform“
Bendorf. Den Schülerinnen und Schülern der Klasse 10c vom Wilhelm Remy Gymnasium Bendorf bot sich die Möglichkeit zu einem direkten Gespräch mit einem Bundeswehroffizier. Der für die Region Koblenz zuständige Jugendoffizier Dennis Liebenthal stand der Klasse im Rahmen des Sozialkundeunterrichts von Frau Bardel in einem circa 90-minütigen Gespräch Rede und Antwort und gewährte den Schülerinnen und Schülern in Form einer PowerPoint-Präsentation Einblicke in die Arbeit der Bundeswehr.
Nach einer kurzen Einführungsphase, in der Dennis Liebenthal zu Beginn seine Person vorstellte und den Schülerinnen und Schülern einen kurzen Überblick über seine Laufbahn bei der Bundeswehr verschaffte, begann er zunächst mit der Schilderung des Aufbaus der Bundeswehr sowie des gesetzlichen Rahmens, in dem diese agieren darf. Bereits hier band der Offizier die Klasse aktiv über Fragen in seinen Vortrag ein, sodass die Jugendlichen ihr politisches Wissen unter Beweis stellen konnten. Danach wurden die Schülerinnen und Schüler über die Bedeutung von Bündnissen wie der NATO, den Vereinten Nationen oder der EU für das Handeln der Bundeswehr aufgeklärt. Dennis Liebenthal sprach auch die Auslandseinsätze der Bundeswehr an und kam damit auf ein Thema, mit dem die Jugendlichen bereits durch diverse Debatten bezüglich der Legitimität, Effizienz und Vertretbarkeit solcher Einsätze im Unterricht bestens vertraut waren. Dennis Liebenthal scheute zu keinem Zeitpunkt die Konfrontation mit eher strittigen Themen. Ganz im Gegenteil legte er den Fokus seiner Präsentation mit dem Afghanistaneinsatz gar auf einen der meist umstrittenen Auslandseinsätze der Bundeswehr.
Dennoch ließen es sich die Schülerinnen und Schüler der Klasse 10c nicht nehmen, auch kritische Rückfragen bezüglich dieses Themas zu stellen. So stellte eine Schülerin infrage, ob das Töten von Menschen selbst in solchen Krisengebieten erlaubt bzw. moralisch vertretbar sei. Abschließend hatten die Schülerinnen und Schüler dann noch die Gelegenheit, ihre verschiedensten Fragen bezüglich der Bundeswehr an den Jugendoffizier zu richten. Die Jugendlichen nutzten diese Möglichkeit, um zum Beispiel über die Pläne der Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, die Bundeswehr familienfreundlicher zu gestalten, und deren Umsetzbarkeit zu diskutieren.
Insgesamt erlebte die Klasse 10c ein abwechslungsreiches Gespräch mit einem „Staatsbürger in Uniform“, der intensiv über die Arbeit der Bundeswehr berichtete und dennoch selbst kritische Fragen ehrlich und offen beantwortete. Somit wurden diese 90 Minuten zu einer interessanten Erfahrung für die Schülerinnen und Schüler der Klasse 10c. Obwohl sich die Schüler zu zahlreichen Themen unterschiedliche Meinungen entwickelten, waren sie sich in einem Punkt einig: Die rege Diskussion und der intensive Austausch von Argumenten haben dazu beigetragen, dass sie viele aktuelle Themen nun differenzierter betrachten.