Michael Syré lud zum Ehrenmal auf dem Friedhof Sayn ein
Ein Tag zum Gedenken
Bendorf. „Der Mensch ist erst wirklich tot, wenn niemand mehr an ihn denkt“, so zitierte Kreisbeigeordneter Rudi Zenz Bertolt Brecht und beantwortete damit seine provokativ gestellte Frage, ob Volkstrauertage in unserer Zeit noch Sinn machen. Bürgermeister Michael Syré lud zu einer Gedenkfeier anlässlich des Volkstrauertages an die Ehrenstätte auf dem Friedhof in Sayn. 100 Jahre nach dem Beginn des ersten Weltkrieges sollten gerade solche Anlässe gegen das Vergessen mahnen. Der Volkstrauertag wurde durch den 1919 gegründeten Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge zum Gedenken an die Kriegstoten des Ersten Weltkrieges eingeführt. Ziel war die Solidarität der heutigen Generation und damit denen, die keinen Verlust zu beklagen hatten, mit den Hinterbliebenen der Gefallenen. Der Musikverein Sayn und der Männergesangverein Sayn untermalten die Gedenkfeier würdevoll, die Kameraden des Löschzuges Sayn der Feuerwehr Bendorf stellten die Mahnwache und Fackelbeleuchtung. Bürgermeister Syré erinnerte exemplarisch an Gefallene aus allen vier Stadtteilen. Pater Norbert Maliekal und Pfarrer Dr. Uwe Hein mahnten, auch im Heute für Frieden und Versöhnung einzutreten. „Durch die vielen Gedenkfeiern in diesem Jahr gerieten die Kriegsgräber im In- und Ausland wieder stärker in den Fokus der Aufmerksamkeit. Das ist gut so, denn sie können uns eine Ahnung von dem massenhaften Leid vermitteln, welches der Krieg über die Menschen bringt - und das Leben von Generationen beeinflusst“, zitierte Syré Markus Meckel, den Präsidenten des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge. „Die Beschäftigung mit den Katastrophen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und den daraus mit der Gestaltung eines integrierten Europa gezogenen Lehren führt uns deutlich vor Augen, dass die Europäische Union mehr ist als ein Finanz- und Wirtschaftsprojekt. Sie ist ein großes Friedens- und Versöhnungswerk, das zu erhalten und weiterzuentwickeln sich nicht nur lohnt, sondern unsere künftige Existenzbedingung darstellt. Angesichts der Krisen in der Ukraine und in Palästina wird uns aktuell wieder bewusst, wie wichtig das Eintreten für einen Frieden ist, der Freiheit und Unabhängigkeit sichert - und dass dafür Solidarität gefordert ist“.
-PS-
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