Allgemeine Berichte | 30.09.2014

Expressionismus-Projekt in der Sayner Hütte ging mit Klavierkonzert zu Ende

Ein besonderer Ort für besondere Veranstaltungen

Die Stummfilmvorführung „Der Golem, wie er in die Welt kam“ wurde mit Live-Musik von Stephan Graf von Bothmer untermalt und interpretiert. Als Solist am Flügel verstand von Bothmer es, die eindringlichen Bilder des Filmklassikers mit der Musik zu einer neuen, expressiven Einheit zu verschmelzen. Die historische Gießhalle der Sayner Hütte bot dafür das einzigartige Ambiente.

Bendorf-Sayn. Vier Wochen lang stand das Denkmalareal der Sayner Hütte im Zeichen der „Welt in Schwarz und Weiß Expressionismus als Gesamtkunstwerk“, ein Veranstaltungsprojekt der Stiftung Sayner Hütte und der Stadt Bendorf im Rahmen des diesjährigen Kultursommers Rheinland-Pfalz. Das ambitionierte Projekt umfasste eine Licht- und Klanginstallation, Stummfilmaufführungen mit Live-Musik, Konzerte, eine literarische Soiree und eine Ausstellung mit expressionistischen Holz- und Linolschnitten und zog zahlreiche interessierte Besucher an. Mit einem anspruchsvollen Klavier-Abend mit dem jungen rheinland-pfälzischen Pianisten Joseph Moog ging die Veranstaltungsreihe jetzt zu Ende. Rehlinde Glöckner, Geschäftsführerin der Stiftung und Werner Prümm, zuständiger Fachbereichsleiter der Stadtverwaltung Bendorf für Wirtschaftsförderung, Touristik und Kultur, zogen bereits während der Veranstaltungen ein sehr positives Fazit: „Das Echo unserer Besucher ist einhellig: Alle bestätigen uns, dass Stiftung und Stadt mit diesem Projekt etwas ganz Besonderes, auch in Sachen Qualität, geboten haben. Gleichzeitig wurden wir von Künstlern und Besuchern ermutigt, in dieser Richtung weiter zu arbeiten.“ Weiterarbeiten mit besonderen Veranstaltungen für einen besonderen Raum, für die 1830 in fortschrittlicher Eisengusskonstruktion erbaute Gießhalle der Sayner Hütte, deren aufwendige Sanierung bis Ende dieses Jahres abgeschlossen sein wird. Auch Joseph Moog, von Kritikern als einer der „interessantesten Interpreten seiner Generation“ gerühmt, zeigte sich von dem Raum und seiner Atmosphäre begeistert. „Das hat wirklich etwas von einer Kathedrale, besitzt aber glücklicherweise eine wesentlich unkompliziertere Akustik, wie man sie sich als Interpret nur wünschen kann.“ Für das Konzert hatte Moog, in Zusammenarbeit mit der Kulturjournalisten Dr. Lieselotte Sauer-Kaulbach, Kuratorin des Projekts, ein spezielles Programm unter dem Titel „Werke um Feuer und Krieg“ erarbeitet, konzentriert auf Kompositionen, die überwiegend kurz vor bzw. während des Ersten Weltkriegs geschaffen wurden. Ein Programm, bei dem Moog sich einmal mehr als „Schatzgräber mit überirdischer Klaviertechnik“ profilieren konnte, als den ihn Radio Bremen lobte. Elegant, weich der Beginn mit einer der von Gabriel Fauré so geliebten „Barcarolles“, der Nr. 1 op. 26 in A-Moll. Dann tut Moog gleich den Schritt in ausgefeilteste Klaviertechnik fordernde virtuose Regionen, mit den farbigen „Études tableaux“ op. 33 und 39 Sergej Rachmaninows, üppig ausgarnierte, von Moog differenziert nachvollzogene Klangbilder. Harte, scharfe Dissonanzen züngeln dagegen in den „Deux Danses“ op. 73 auf, insbesondere in den „Flammes sombres“, die Alexander Skrjabin 1914, ein Jahr vor seinem Tod, schrieb. Moog verzichtet auf alles Glätten, stürzt sich selber rückhaltlos und trotzdem jederzeit beherrscht in dieses (noch) tonale Lodern. Ähnlich ausdrucksintensiv gestaltet er die „Masques“, die teilweise aphoristisch knappen, literarisch inspirierte Stücke des op. 34 Karol Szymanowskis, nicht allein im zweiten, „Tantris der Narr“, ihrer Expressivität und klanglichen Schärfe halber zeitgenössischen Holzschnitten vergleichbar.

Den Schluss widmet Joseph Moog Werken Claude Debussys, von denen die im abgemilderten Marschtritt daherkommende „Berceuse héroique“, gewidmet dem belgischen König Albert I., und die in berührenden Klagen sich ergehende „Élégie“ Bezug nehmen auf den Ersten Weltkrieg, auch auf eigenes Leid. Das Ende ist versöhnlich mit Debussys von Moog träumerisch, zart gesungener „L’Isle Joyeuse“, Hoffnung auf eine Insel der Glückseligkeit, heute wie damals.

Die Stummfilmvorführung „Der Golem, wie er in die Welt kam“ wurde mit Live-Musik von Stephan Graf von Bothmer untermalt und interpretiert. Als Solist am Flügel verstand von Bothmer es, die eindringlichen Bilder des Filmklassikers mit der Musik zu einer neuen, expressiven Einheit zu verschmelzen. Die historische Gießhalle der Sayner Hütte bot dafür das einzigartige Ambiente.

Die Stummfilmvorführung „Der Golem, wie er in die Welt kam“ wurde mit Live-Musik von Stephan Graf von Bothmer untermalt und interpretiert. Als Solist am Flügel verstand von Bothmer es, die eindringlichen Bilder des Filmklassikers mit der Musik zu einer neuen, expressiven Einheit zu verschmelzen. Die historische Gießhalle der Sayner Hütte bot dafür das einzigartige Ambiente.

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