Schüler des Wilhelm-Remy-Gymnasiums Bendorf besuchten das Arp-Museum
Eine künstlerische Exkursion der etwas anderen Art
Jahrgangsstufe 12 war mit der ehemaligen Künstlerin Dagmar Articus unterwegs
Bendorf. Kurz vor Ausstellungsende reiste der Kunstgrundkurs der zwölften Jahrgangsstufe des Wilhelm-Remy-Gymnasiums (WRG) Bendorf unter Leitung der ehemaligen Künstlerin Dagmar Articus, die nun als Lehrerin am WRG Kunst unterrichtet, ins Arp- Museum nach Remagen, um sich von den fulminanten Kunstwerken der US-amerikanischen Künstlerin Tara Donovans inspirieren zu lassen. Die 21 Skulpturen und Installationen Tara Donovans erscheinen auf den ersten Blick wie aus einer anderen Welt - dem Mikro- oder Makrokosmos entlehnt. Die Betrachter gewinnen den Eindruck, als befänden sie sich im höchsten Himmelsgewölbe oder auf dem tiefsten Meeresgrund. Bei näherer Betrachtung sind die Werke aber gerade das Gegenteil: Sie entstammen der Durchschnittlichkeit der alltäglichen Produkt- und Warenwelt. Aus einfachen Massenprodukten wie zum Beispiel Strohhalmen, Papptellern oder Knöpfen kreiert Donovan spektakuläre großflächige Wand- und Bodenarbeiten, die sie in den Räumen des Museums installiert.
Zum Leben erweckt werden die raumgreifenden Kunstwerke durch den Betrachter selbst, der durch seine eigene Bewegung und den sich ständig verändernden Blickwinkel den im Licht schillernden Kunstwerken seinen ganz individuellen Rhythmus einhaucht. Dieses tänzerische Zusammenspiel zwischen Werken und Betrachter nahmen die Oberstufen-Schüler des WRG zum Anlass, das Erlebte fotografisch zum Ausdruck zu bringen.
Die Ausstellung sollte nicht bestaunt, sondern erlebt und schöpferisch durchdacht werden. So wurden neben Fotos im Sinne Tara Donovans auch eigene Kunstwerke kreiert, um diese anschließend zwischen den „Originalen“ in Szene zu setzen. Ein Höhepunkt des Tages war die spontane Wertschätzung der Schülerarbeiten durch einen Museumsbesucher. Er zeigte sich von einem der Schülerwerke derart begeistert, dass er die entstandene Arbeit mitnahm, um diese seiner privaten Kunstsammlung hinzuzufügen. An den Museumsbesuch knüpfte in Bendorf eine Verfremdung der gesammelten Fotos an. Abwechslungsreiche und individuelle Leporellos waren das Ergebnis der Kursstunden am WRG. Eine interne Schulausstellung im Foyer des Gymnasiums der Leporellos und Plastiken erinnern an einen Unterrichtstag, eben einen „Museumstag der etwas anderen Art“.