Außergewöhnliches Konzert in der Abteikirche Bendorf-Sayn
Ensemble „Musici di Sayn“ setzte herbstliche Akzente
Themenkonzert zwischen Spätsommer und Herbst
Bendorf. Das Ensemble „Musici di Sayn“ ist immer wieder für eine Überraschung gut, diesmal war es eine herbstliche. Schon der bunte Wald um die Abteikirche Bendorf- Sayn stimmte auf dieses außergewöhnliche Ereignis ein. Doch boten die Musiker mit der „La Pastorella“, dem Konzert in D-Dur von Antonio Vivaldi, zunächst einen spätsommerlichen Aspekt. „Wir haben den Sommer ausgespielt, denn Pastorellen sind entweder sommerlich ländliche oder weihnachtliche Stücke“, so Professor Johannes Geffert, Cembalo, der auch diesen Abend durch seine Moderation bereicherte. Dabei konnte man beim verträumten Largo mit der Traversflöte von Ulrike Friedrich durchaus an den Herbst denken. Mit der Sonate in G-Dur von Johann Friedrich Fasch und dem Trio in G-Dur von Johann David Heinichen stellte das Ensemble zwei sächsische Künstler vor, wobei Heinichen eher selten aufgeführt wird. Ebenso ist es mit Gregor Josef Werner, der, obwohl Vorgänger Joseph Haydns am Hof Esterhazys, heute leider vergessen ist. 1748 hatte Werner die Suite aus dem „neuen und sehr curios-musikalischen Instrumental-Calender“ geschrieben, dessen roter Faden durch das Jahr das Menuett bildet. Das Menuett für den Monat Oktober hat im ersten Teil 11 und im zweiten Teil 13 Takte, entsprechend der Tages- und Nachtzeiten dieses Monats. Und „Der Fassmacher“ ist im seltenen 12/16-Takt geschrieben. Professor Johannes Geffert: „Dort steht nicht, ob schnell oder langsam. Das spielen wir fleißig. “Bei „Die Jagd“ im Jagdhornrhythmus geschrieben, fühlten sich die Zuhörer in eine barocke Jagdszene versetzt. Die Streicher setzten bei Johann Christian Bach noch einmal besondere Akzente. Da bezauberte das Zusammenspiel der beiden Violinen von Veronika Stickel und Robert Mang, herbstlich spröde und im Klang wunderbar das Violoncello von Mizuki Ideue-Tanabe. Der „Mailänder Bach“ ist auch der „Londoner Bach“, Lebensstationen von Johann Christian Bach, dem jüngsten Sohn von Johann Sebastian. Und Johannes Geffert erinnerte an das historische Ereignis, als der kleine Mozart auf dem Schoß Johann Christians in London Klavier spielte. Diese Begegnung muss den kleinen Wolfgang Amadeus musikalisch geprägt haben, verarbeitete Mozart doch später, so Johannes Geffert, Johann Christians Musik in seinen Stücken. In der Abteikirche Sayn spielten die Musici das Quartett in C-Dur von Johann Christian Bach. Das Publikum dankte den Solisten mit großem Applaus, die als Zugabe noch einmal ein Stück aus dem D-Dur Konzert von Antonio Vivaldi präsentierten. Damit ging ein wunderschönes Themenkonzert zum Monat Oktober zu Ende. Manch einen Zuhörer mag der Abend möglicherweise inspiriert haben, sich die dunkle Jahreszeit auch zu Hause mit guter Musik zu verschönern. Alle Freunde der Musik können sich außerdem auf den 31. Dezember freuen. An Silvester um 20 Uhr wird das Ensemble „Musici di Sayn“ Festmusik für Trompete, Flöte, Streicher und Cembalo von Georg Phillip Telemann, Gregor Josef Werner und Antonio Vivaldi darbieten. Vorverkauf im „Notengarten“ in Andernach, Breite Straße 102, Telefon: (0 26 32) 30 4 66, Email: notengarten@t-online.de
Weitere Informationen unter Telefon: 02631 / 5 88 44