Landkreis Mayen-Koblenz lud Unternehmen zum Aktionstag nach Saffig ein
Familienfreundlichkeit als Wettbewerbsvorteil erkennen
Saffig. Ins Haus der gastgebenden Westnetz GmbH, einem Unternehmen der RWE Deutschland Gruppe, hatte die Kreisverwaltung Mayen-Koblenz Vertreter der Wirtschaft und Führungskräfte aus der Region zur Rauschermühle eingeladen. Zahlreiche mittelständische Unternehmerinnen und Unternehmer sowie andere Personalverantwortliche nahmen die Gelegenheit wahr, sich am Aktionstag „Fach- und Führungskräfte durch familienfreundliche Personalpolitik gewinnen“ intensiv über ein in dieser Zeit immer wichtiger werdendes Personalentwicklungs-Thema zu informieren und auszutauschen.
Fred Strässer, Personalchef der Westnetz GmbH, ein Unternehmen, das 2012 als Preisträger im Wettbewerb „Familienfreundliches Unternehmen“ hervorging, begrüßte als Hausherr die rund 60 Gäste.
Landrat Dr. Alexander Saftig warnte in seiner Rede: „Sollte ein Unternehmen noch nicht die Vorteile einer auf Familienfreundlichkeit und Chancengleichheit ausgerichteten Personalpolitik erkannt haben, so dürfte sich dieses sehr schnell negativ bemerkbar machen.“ Umgekehrt, so der Landrat, würden familienbewusste Betriebe mit flexiblen und bedarfsgerechten Angeboten zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf ihre Attraktivität im Wettbewerb um Fachkräfte steigern und einen deutlichen Imagegewinn erzielen.
Der Landkreis Mayen-Koblenz geht in Sachen familienfreundlicher Personalpolitik mit gutem Beispiel voran: sein diesbezügliches Engagement wurde bereits 2007 zertifiziert. „Nur gemeinsam können wir Sieger in der Binnenwanderung sein“, so Dr. Saftig. Die Moderation des weiteren Ablaufs lag bei Katrin Wolf, bekannt durch TV Mittelrhein.
In ihrem Referat „Fach- und Führungskräftesicherung: Notwendigkeit und Chancen für den Mittelstand“ stellte Stefanie Schneider, Personalleiterin der Rhodius-Unternehmensgruppe die Notwendigkeit einer arbeitnehmer- und familienfreundlichen Personalpolitik heraus, deren Prägung von „oben“, also von der Geschäftsführung ausgehen müsse.
Sie überzeugte die Zuhörer dann mit der eindrucksvollen Darstellung des Rhodius-Instrumentariums arbeitnehmerfreundlicher Maßnahmen. Die langjährige IHK Personalentwicklungsberaterin und jetzige Personalverantwortliche stellte abschließend fest, dass die aktuellen Herausforderungen in der Personalentwicklung andauern. Die Gewinnung von Nachwuchskräften werde immer wichtiger und Angebote für spezielle Zielgruppen (ältere Arbeitnehmer, Mütter, Angehörige pflegende Mitarbeiter) seien wettbewerbsentscheidend. Zudem müsse Arbeitgeberattraktivität neu definiert und bekannt gemacht werden.
Ein interessanter Meinungs- und Erfahrungsaustausch ergab sich im sich anschließenden von Katrin Wolf geleiteten Podiumsgespräch zum Thema „Von den Besten lernen, gute Ideen auf den Punkt gebracht“. Preisträger des Wettbewerbs „Familienfreundliche Unternehmen“, nämlich die Westnetz GmbH (Fred Strässer), die Colak GmbH (Abuzer Colak) und das Mayener Institut für Radiologie (Dr. Heinz-Peter Haupt) berichteten von ihren Personalentwicklungs-Maßnahmen und Erfahrungen. Des Weiteren besetzten Birgit Hess von der Arbeitsagentur, Uta Hemmerich-Bukowski von der Informationsstelle ZeitZeichen und Stefanie Schneider das Podium. Ein Fazit der Runde: Unternehmen sollten ihre wertschätzende Unternehmenskultur und Familienfreundlichkeit im Stellenmarkt deutlich als Arbeitnehmervorteil herausstellen, getreu dem Motto „Tue Gutes und rede darüber!“
Begleitet wurde der Aktionstag von der Agentur für Arbeit Koblenz Mayen, der Informationsstelle ZeitZeichen sowie vom Arbeitskreis „berufundfamilie“ Mayen.
Im Anschluss nahmen viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Gelegenheit wahr, sich an Infotischen der Netzwerkpartner auszutauschen und Anregungen aufzunehmen.
Auf den Internetseiten des Landkreises (www.kvmyk.de/kv_myk/myk-familienstark) finden Interessierte weitere Informationen und Veranstaltungshinweise.
Landrat Dr. Alexander Saftig führte die Zuhörerinnen und Zuhörer in das Thema ein.
