Allgemeine Berichte | 04.08.2015

Puppenmuseum Bad Breisig präsentiert die Arbeiten Jany Gräfs

Filigrane Miniaturen haben nun eine neue Heimat

Kirsten Gräf übergab die Sammlung ihrer Mutter an Oscar Feirrera. PS

Bendorf/Bad Breisig. Das Puppenmuseum Bad Breisig beherbergt eine große Sammlung antiker Porzellankopfpuppen aus der Zeit von Ende des 19. bis Beginn des 20. Jahrhunderts. Es wird von Spielzeugliebhabern und Sammlern antiker Puppen aus der ganzen Welt besucht.

Irgendwie passt das zu Jany Gräf, die Anfang Juni verstorben ist. Sie hinterlässt nicht nur ihre selbst geschriebenen Texte und Zeichnungen, sondern auch eine Sammlung selbst gefertigter Miniaturszenen, die sie mit viel Liebe zum Detail meist als Dioramen geschaffen hat. Ihre Brieffreunde aus der ganzen Welt hielten mit Jany Gräf Kontakt und interessierten sich für dieses filigrane Hobby. Nun konnte ihre Tochter Kirsten Gräf die besonderen Arbeiten als Dauerleihgabe an das Puppenmuseum Bad Breisig übergeben. Peter Siebenmorgen hatte mit der Museumsleitung die Ausstellung vereinbaren können.

Oscar Feirrera hat das „Alte Rathaus“ aus dem Jahre 1873 vor zwei Jahren samt dem von Waldy Ringel ins Leben gerufenen Puppenmuseum erworben und beginnt nun liebevoll mit der Aufarbeitung von Historie und Restaurierung der rund 400 ausgestellten Puppen, Stuben und Kaufläden. Er war schon im ersten Mailverkehr bei Durchsicht der Fotos begeistert von den Fingerfertigkeiten Jany Gräfs und wird die Sammlung wechselweise in seinen Vitrinen präsentieren. „Da wir den Bestand momentan komplett neu sortieren und überarbeiten, können wir die neuen Stücke vielleicht ab Oktober zeigen“, meint er. „Das Museum öffnet eine Zeit, als unsere Großeltern Kinder waren“, umschreibt er die zur Leidenschaft gewordene Sammlung. Wer die Ausstellung besuchen möchte, kann unter info@dollmuseum.net einen Termin vereinbaren oder die Öffnungstermine im Internet nachschauen.

Jany Gräf hat beispielsweise einen herrlichen Verkaufsladen gestaltet, ein Beduinenzelt oder eine Flohmarktsituation. Damenfiguren mit Spiegel, Sofa oder Sekretär, eine Stube des Osterhasen oder ein Stoffgeschäft runden die gestalteten Szenen neben weiteren Motiven von Kinderstube, Küche oder Wohnzimmer ab. Die künstlerisch überaus begabte und kommunikative Jany Gräf hatte bereits im Rheinischen Eisenkunstguss-Museum in Sayn - in dem sie auch in der Touristinformation gearbeitet hat - eine Sonderausstellung im Oktober 2010. Nun überdauern sie ihre Arbeiten und machen hoffentlich noch vielen Menschen Freude oder bieten Freunden und Bekannten eine gute Erinnerung.

-PS-

Kirsten Gräf übergab die Sammlung ihrer Mutter an Oscar Feirrera. Foto: PS

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