Ehrenamtliche Helfer helfen Leben retten
First Responder Bendorf: Leben retten
Bendorf. Das Fahrzeug der „First Responder“ sieht man immer wieder im Straßenbild Bendorfs. Doch was steckt eigentlich dahinter, welche Personen, welcher Sinn, welche Einsätze?
„First Responder“ - was ist das?
Als „First Responder“ - dem zuerst Antwortenden - gehen Aktive in den Einsatz, die die Zeit zwischen dem Eintreten des Notfalles und der ersten medizinischen Versorgung verkürzen sollen. Je schneller qualifizierte Maßnahmen durchgeführt werden, umso besser der Heilungsablauf und umso kürzer ist im Durchschnitt die nachfolgend notwendige Behandlungszeit. Jede Minute, die beispielsweise bei Kammerflimmern verstreicht, lässt die Chancen auf eine erfolgreiche Genesung um zehn Prozent sinken. Durchschnittlich aber können vom Absetzen des Notrufes, Disponierung in der Rettungs-Leitstelle - die mit zwei Minuten berechnet wird - bis zum Eintreffen des Rettungswagens vor Ort 14 Minuten ins Land gehen. Eine Reanimation könnte aber von Laien als First Responder mit einer Unterweisung in Erste Hilfe, Sanitätsdienst und gegebenenfalls vorhandener Ausbildung einer Hilfsorganisation und Ausrüstung (vor allem einen Automatischen Externen Defibrillator) schon nach wenigen Minuten eingeleitet werden. Durch die Verkürzung der Hilfsfrist können viele Patienten selbst nach einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall vollständig genesen. Bei Unglücken und Unfällen ist der First Responder außerdem verantwortlich für eine konkretere Einschätzung der Lage am Unglücksort.
Einsätze in Bendorf und Umgebung
Wie sehr der Einsatz des „First Responders“ in Bendorf seit 2007 jährlich gestiegen ist, zeigt sich beim Blick auf die Jahre. 2007 waren es noch 27 Einsätze, 2008 schon 45 Einsätze, das verdoppelte sich ein Jahr später fast und 2012 waren die First Responder sogar 132 Mal unterwegs. In 2013 waren es dann nur fünf Einsätze mehr. Von 2007 - Ende 2013 wurde der Trupp über 600 Mal alarmiert. Die First Responder-Gruppe Bendorf gewährleistet an 365 Tagen im Jahr eine 24-stündige Bereitschaft. Der Ruf erreichte die Aktiven in 2012 zwischen 0 und 6 Uhr 3 Mal, zwischen 6 und 12 Uhr 48 Mal, zwischen 12 und 18 Uhr 45 Mal und zwischen 18 und 24 Uhr 41 Mal.
Diese Bereitschaft wird von sechs ehrenamtlichen Helfern aufrecht erhalten. Im Einsatz waren Henry Kantz (73 Mal), Hubert Steinbach (57 Mal), Ingo Hahn (31 Mal), Benny Steinbach (6 Mal), Max Bolsinger (4 Mal) und Stefan Müller (3 Mal).
Notfälle - schnell versorgt
Der First Responder wurde wegen folgender Notfälle alarmiert: Reanimation (4 Mal), bewusstlose Person (8 Mal), Herzinfarkt (14 Mal), Schlaganfall (4 Mal). 18 Mal kam der Ruf bei einem Verkehrsunfall, 13 Mal war Atemnot die Ursache. 15 Mal führte der Weg zu Vergiftungen, 13 Mal zu Krampanfällen und sogar 13 Mal zu plötzlicher Blutarmut im Kopf, 30 sonstige Notfälle und zwei Fehlalarme runden die Statistik ab.
Der Haupteinsatzort war dabei Bendorf (70 Mal), gefolgt von Sayn (40 Mal), Mülhofen (13 Mal), Stromberg (6 Mal) und Weitersburg (3 Mal) und einmal ging die Fahrt nach Heimbach-Weis, nach Vallendar und zu einem Einsatz auf der Autobahn A 48. Im Jahr 2007 wurde durch den Ortsverein Bendorf des Deutschen Roten Kreuzes die lokale First-Responder-Gruppe ins Leben gerufen. Bei den „Helfern vor Ort“ handelt es sich um in Bendorf ansässige Mitglieder des DRK-Ortsvereins, welche bei medizinischen Notfällen zu Hilfe eilen. Sämtliche in Bendorf eingesetzten First-Responder verfügen über eine sanitäts- oder rettungsdienstliche Ausbildung und versehen diesen Dienst ehrenamtlich in ihrer Freizeit. Die Arbeitsgemeinschaft Bendorfer Wirtschaft ermöglichte die Anschaffung eines eigenen Einsatzfahrzeuges.
Alarmierung: schneller Einsatz
Die Rettungsleitstelle alarmiert parallel zum Rettungsdienst die First Responder über Funkmeldeempfänger alarmiert, die jeden Notfallort in Bendorf in maximal 5 Minuten erreichen können. Sie sind keine Konkurrenz zum Rettungsdienst und sollen diesen auch nicht ersetzen, sondern lediglich die schnellstmögliche Einleitung lebensrettender Maßnahmen sicherstellen. Mit der Anschaffung eines Defibrillators verfügen die First-Responder in Bendorf nun über eine Ausstattung, wie sie auch in einem Krankentransportwagen mitgeführt wird. Der Einsatz der First Responder ist für den Patienten stets kostenlos und kann auch nicht über die Krankenkassen abgerechnet werden. Das First-Responder-Team freut sich über Spenden.PS