Heimatfreunde-Ausstellung in Bendorf-Sayn
„Frieden als höchstes Gut“ - Es war grausam“
„Sayner Schicksale“ wurden im Saal des „Lindenhofs“ in Sayn ausgestellt
Bendorf-Sayn. Im Saal des „Lindenhof“ in Sayn liegen die weit über hundert Familienschicksale geordnet in Klarsichthüllen nach Kriegsjahrgängen und Vermissten und Gefallenen. Sorgsam hatte Fritz Bode die Fotos, Totenzettel und Briefe zusammengetragen. „Wenn die Texte gelesen werden, schreit es geradezu aus den Unterlagen heraus.“ Vor allem das junge Alter der Menschen ist erschreckend“, konnte von den sehr interessierten Besuchern gehört werden, und immer wieder lebt ein Stück Familiengeschichte auf. „Das ist doch der Bruder von dem“, „Wäs de noch?“ oder „Ich erinnere mich noch, der ist in Frankreich gefallen“. Schnell entsteht auch unter den Besuchern ein Dialog. Die „Sayner Heimatfreunde“ sehen es als Verpflichtung an, diese Ausstellung im Sinne von Fritz Bode regelmäßig zu präsentieren. „Heute kann ja kaum noch jemand die lange Friedenszeit wirklich schätzen“, heißt es. Aus der weiten Region waren Familienangehörige angereist, um sich die Unterlagen ansehen oder um die Sammlung nun weiter mit Exponaten zu bereichern. Heimatfreunde-Sprecher Peter Siebenmorgen, in dessen privatem „Heimatarchiv Sayn“ das Vermissten und Gefallenen-Archiv eingegliedert wurde, kommt vielfach ins Gespräch, erstmals wird auch nach Duplikaten gefragt. Auch eine Sammlung vom Niederwerth konnte mit einem Foto aus der Bode-Sammlung nun vervollständigt werden. Und hier und da tropft sogar eine kleine Träne auf die Klarsichthülle beim Lesen der ergreifenden Nachrufe oder dem Briefwechsel mit der Heimat. Verwundert sind die Besucher auch über die hohe Zahl der Gefallenen „aus einem so kleinen Ort“. Und so sollen „die Kriegstoten mahnen, für den Frieden zu leben“, das war auch schon der Leitspruch der ersten Präsentation der Unterlagen 1986. Die Vereinigung der „Sayner Heimatfreunde“ wird auch im nächsten Jahr interessante Vortragsabende anbieten-PS-