Jusos Mayen-Koblenz bei Anti-Nazi-Demo in Remagen dabei
Friedlich gegen Neonazis demonstriert
Andernach. Rund 600 Menschen waren am Samstag, 21. November, in Remagen vor Ort, um die Neonazis dort nicht ohne Gegenprotest aufmarschieren zu lassen. Der Aufmarsch gilt als größter regelmäßiger dieser Art in Rheinland-Pfalz und findet seit 2009 jedes Jahr statt. Grund ist die „Trauerfeier“ beziehungsweise „Totenehrung“ von toten Nationalsozialisten. 1945 wurden von den Alliierten bei Remagen die sogenannten Rheinwiesenlager errichtet, in denen kriegsgefangene Nazis inhaftiert wurden und von denen circa 5000 bis 10000 starben, meist an Kriegsverletzungen oder Krankheiten. Im Neonazi-Umfeld werden die Zahlen deutlich höher betitelt auf bis zu mehrere Millionen, um die dort gestorbenen Nazi-Täter und das „deutsche Volk“ bewusst als „Opfer“ darzustellen. Aus diesem Anlass versammeln sich jedes Jahr mehr als hundert Neonazis, um durch Remagen zur „Schwarzen Madonna“ zu marschieren und dort ihren Opfermythos aufleben zu lassen. In diesem Jahr kamen nach Angaben des Bündnisses „Remagen Nazifrei“ circa 120 von ihnen nach Remagen. Ihnen gegenüber standen um die 600 Gegendemonstranten, die den Marsch der Neonazis blockieren und ihre „Trauerfeier“ stören wollten. Aufgerufen zu dem Gedenkmarsch und der anschließenden Gegendemonstration hatte das Bündnis „Remagen Nazifrei“, in dem verschiedene Organisationen zusammenarbeiten, so auch die Jusos. Neben den Jusos Mayen-Koblenz, waren auch Jungsozialistinnen und Jungsozialisten aus Neuwied und Umgebung, Koblenz und dem Westerwald vor Ort. „Es war toll, mit Genossinnen und Genossen aus verschiedenen Unterbezirken gegen rechte Propaganda zu demonstrieren“, freut sich Alessia Radomski, Jusos MYK-Mitglied und Jan Baumgarten, ebenfalls Mitglied der Jusos Mayen-Koblenz, fügt an: „Wir sind froh, dass insgesamt so viele dem Aufruf gefolgt sind, um gemeinsam mit anderen ein Zeichen gegen Rechtsterrorismus zu setzen und waren überwältigt von der Beteiligung an dem Gedenkmarsch und der Gegendemonstration. “Natürlich spielte in diesem Jahr auch die Flüchtlingssituation eine große Rolle. „Im Moment stellt gerade die Fremdenfeindlichkeit der rechten Szene mehr als sonst eine Gefahr dar. In Deutschland werden wieder Ausländer angegriffen, rechte Parolen gebrüllt und Flüchtlingsheime niedergebrannt. Organisationen wie Pegida erhalten einen Zustrom, den wir mit Sorge beobachten. Wir wollen ein buntes Deutschland. Natürlich stellt die Flüchtlingswelle eine Herausforderung dar, aber wenn alle an einem Strang ziehen, kann man diese Herausforderung bewältigen! Auch dafür haben wir in Remagen demonstriert“, erklärt Svenja Budde, stellvertretende Vorsitzende der Jusos MYK. „Wir rufen alle auf, sich rechten und fremdenfeindlichen Äußerungen und Taten entgegenzustellen und sich für ein offenes und buntes Deutschland einzusetzen.“
Pressemitteilung Jusos
Mayen-Koblenz
