Dorferneuerung im Landkreis Mayen-Kobenz
Gebäude erhalten - Arbeitsplätze sichern
Bilanz für 2014: Altengerechtes Wohnen gewinnt mehr und mehr Bedeutung
Kreis Mayen-Koblenz. Dörfer lebenswert gestalten und die Attraktivität des ländlichen Raums erhalten, das ist Programm der „Dorferneuerung“. Über Fördermittel wird eine nachhaltige und zukunftsbeständige Entwicklung der Dörfer als eigenständiger Wohn-, Arbeits-, Sozial- und Kulturraum gefördert. 40 Vorhaben konnten alleine im Jahr 2014 unterstützt werden. Dabei flossen Fördergelder in Höhe von mehr als 550.000 Euro. Erfreulich: Das Thema Demografie und altengerechtes Wohnen gewinnt an Bedeutung. Bedeutsam sind für die Mitarbeiter der Kreisverwaltung vor allem die Initiativen von Privatleuten. Neben der Renovierung verschiedener Anwesen und Umbauten von Scheunen zu Wohnzwecken freuen die Verantwortlichen sich im Kreishaus besonders über „strukturfördernde“ Vorhaben wie den Umbau zur gewerblichen Nutzung, sodass auch neue Arbeitsplätze entstehen können.
Die Förderung aus dem Programm ist nicht bloß ein Baukostenzuschuss, erklärt Kreismitarbeiterin Barbara Münnich: „Sie ist ein Anreiz, am Gebäude zusätzliche Arbeiten durchzuführen, die der Bauherr sonst nicht machen würde. Den größten Teil der Investitionen bringen die Eigentümer des betroffenen Gebäudes selbst auf.“ Für Landrat Dr. Alexander Saftig ist besonders erfreulich, dass bei den Umbauten nicht nur auf moderne Wohnbedürfnisse abgestellt wird: „Bei den Menschen ist angekommen, dass wir altengerechten Wohnraum brauchen. Barrierefreiheit ist bei einer älter werdenden Bevölkerung von zunehmender Bedeutung. Für unsere Dörfer ist entscheidend, dass sie sagen können: Seht her, bei uns könnt Ihr selbstbestimmt leben, auch wenn jemand körperlich nicht mehr so fit ist.“
Nickenich als gutes Beispiel
Ein gutes Beispiel ist die Renovierung eines Wohnhauses in Nickenich. Bei dem Gebäude in der Hauptstraße handelt es sich um ein repräsentatives Wohngebäude von 1905, welches sich nahezu noch im Originalzustand befindet. Die Fassade aus für die Region typischem sichtbarem Basaltmauerwerk war in gutem Zustand, weshalb hier kein Handlungsbedarf bestand. Das Dach wurde wieder mit Naturschiefer eingedeckt und gegliederte Holzfenster eingesetzt. Abgesehen von dieser „kosmetischen“ Aufwertung wurde im Erdgeschoss seniorengerechtes Wohnen ermöglicht, indem der rückwärtige Schuppen abgerissen und in einem Anbau ein neuer Eingangsbereich und ein barrierefreies Bad integriert wurde. „Insgesamt wird ein moderner Wohnraum im alten Ortskern geschaffen, ein historisches Gebäude erhalten und die Ortsmitte gestärkt“, unterstreicht Barbara Münnich.
Um eine Aufwertung der Dorfmitte ging es auch bei verschiedenen kommunalen Projekten. Auf dem Niederwerth wurden Gebäude abgebrochen und der Bereich Steinstraße/Schultheißgang neu gestaltet. In Spay und in Thür stand die Neugestaltung der Dorfplätze im Fokus. Ein schönes Beispiel gibt auch der Kottenheimer Mehrgenerationenplatz. Die Gemeinde hat seit 1990 ein abgestimmtes Dorferneuerungskonzept. Eine Arbeitsgruppe „Ortsmitte-Schulhof“, der auch Jugendliche angehört haben, beschäftigte sich eingehend mit dem Dorfmittelpunkt, der als besonders sensibler Bereich in der Ortsmitte gesehen wurde. Erklärtes Ziel: ein Dorfplatz für jedermann, der die unterschiedlichen Nutzungsansprüche vereint. Die Tristesse des einstigen Parkplatzes ist einer attraktiven Dorfmitte gewichen. Sitzplätze laden zum Verweilen und für den Plausch ein, es gibt einen Spielbereich für die Kleinsten und zusätzliche grüne und bepflanzte Flächen.
Auch in diesem Jahr hat der Kreis bereits Mittel für die Dorferneuerung erhalten und es können Anträge gestellt werden. Weitere Auskünfte über die Dorferneuerung im Landkreis Mayen-Koblenz geben: Barbara Münnich, Tel. (02 61) 10 82 08, E-Mail: Barbara.Muennich@kvmyk.de und Theo Reichert, Tel. (02 61) 10 84 69, E-Mail: Theo.Reichert@kvmyk.de.
Pressemitteilung
Kreisverwaltung Mayen-Koblenz
