Klais-Orgel in St. Medard
"Geh aus mein Herz und suche Freud"
Klassische und romantische Musik am Freitag, 4. September
Bendorf. Am Freitag, 4. September erklingt um 19 Uhr klassische bis romantische Musik in der katholischen Kirche St. Medard. Organist Wolfgang Heinzen spielt sonst die barocke Stumm-Orgel in der Abteikirche Sayn. Sie ist ein Musterbeispiel für eine Restaurierung und in Deutschland berühmt. Aber das großartige Instrument der Firma Klais bietet einige zusätzliche Möglichkeiten. Die Zuhörer dürfen auf diesen musikalischen Ausflug gespannt sein. Die Marktmusik zum Abendläuten in Bendorf bietet ganz große Orgelmusik in bekömmlichen 30 Minuten. Kantor Gisbert Wüst bewies bereits die Fähigkeiten der jungen „Königin der Instrumente“. In seiner Heimat ist er bekannt auch durch seine Vertonung des Weitersburg-Liedes und eines an den seeligen Peter Friedhofen. Das erste Stück erinnerte an einen Ländler aus dem Barock. Einst war das der vorherrschende Tanzstil für Paare. Am Wochenende und bei schönem Sommerwetter feierte man zu solchen Melodien auch draußen auf dem Gemeindeanger. Bei dem Lied „Geh aus mein Herz und suche Freud“ durfte die Orgel ihre Vielfalt und ihr riesiges Volumen zeigen. Die Grundmelodie wurde immer wieder im Stil verschiedener Komponisten und Zeitalter abgewandelt. Der Kritiker versucht seinen Eindruck in einem Bild zu zeigen: „Die Lerche, die sich jubilierend in die Luft schwingt, erlebt eine Unterbrechung durch andere Vögel, gelegentlich sogar durch Saatkrähen.“ Johann Sebastian Bach dem Vater diente der Organist an dem hochmodernen Instrument ganz im Stil eines alten, barocken. Zu den filigranen, exakten Tönen ließ sich wundervoll meditieren. Der Schluss des Kanadiers Denis Bédard erinnerte an eine klassische amerikanische Austattungsrevue. Der Kritiker hätte sich nicht wirklich gewundert, wenn mit einem Mal eine Treppe mit Helene Fischer darauf im Chorraum der Kirche erschienen wäre. Es wird sicherlich zum Segen für die Musikszene unserer Heimat, dass Ausnahmemusiker Gisbert Wüst sich ihr mit ganzer Schaffenskraft widmen kann. Bis zum Schuljahrsende lehrte er zusätzlich 36 Jahre lang am Werner-Heisenberg-Gymnasium in Neuwied.
Paul Peter Baum