Allgemeine Berichte | 04.11.2014

Peter Siebenmorgen aus Sayn engagiert sich für seine Heimatstadt

„Große Statur und ein ebenso großes Herz für die Menschen“

Peter Siebenmorgen ist immer da, wenn in Sayn etwas los ist. VA

Bendorf-Sayn. Bescheiden, wie er ist, steht er nicht gerne im Mittelpunkt des Geschehens, sondern hält sich am liebsten hinter den Kulissen auf. In ganz Bendorf kennt man ihn trotzdem, Peter Siebenmorgen, den Mann mit Stift, Block und Kamera, den man nahezu auf jeder Veranstaltung im Ort trifft.

Peter Siebenmorgen aus Sayn, heute Journalist und Autor, entdeckte schon in der Schulzeit seine Liebe zum Schreiben. Er war damals in der Redaktion der Schülerzeitung tätig und ist dem Print-Journalismus bis heute treu geblieben. Er schreibt seit 1984 als freier Mitarbeiter für die Bendorfer Zeitung, später Rhein-Zeitung, das Kleeblatt, den Lokalanzeiger, den Super Sonntag und für BLICK aktuell. Was viele nicht wissen: Der Journalist schreibt honorarfrei. Alle seine Artikel erscheinen ohne Bezahlung. Hauptberuflich macht er nämlich etwas ganz Anderes: Peter Siebenmorgen ist Leiter der Abteilung Werbetechnik bei Schablo Design in Bendorf. Nach Feierabend, gegen 18 Uhr, fängt für ihn die Freizeit an. Das heißt aber nicht, dass er den Rest des Abends mit seinen zwei Katzen auf dem Sofa verbringt. Auch wenn das für den Katzenliebhaber sicher auch eine schöne Alternative wäre, erzählt er gegenüber BLICK aktuell: „Vereinsarbeit ist meine Freizeit“.

Peter Siebenmorgen ist Mitglied in vielen Vereinen und betreut zahlreiche ehrenamtliche Projekte. Seit 1985 kümmert er sich unter anderem um die Aufarbeitung der Historie der Heins Mühle in Sayn. Er ist Gästeführer für die Stadt Bendorf und bietet Führungen im Mühlenmuseum an. Ein Ehrenamt, das der 45-Jährige nun seit über 15 Jahren ausübt.

Fritz Bode, einer der drei Mühlmänner, die für die Renovierung der Heins Mühle verantwortlich waren, nahm ihn damals bei den „Sayner Heimatfreunden“ auf. Bode sei auf die Idee gekommen, alte und neue Fotos von Sayn zu vergleichen, erzählte Siebenmorgen viel über die Historie des Ortes und begann ein Archiv für Sayn anzulegen. Er vererbte es an Peter Siebenmorgen, der dieses bis heute verwaltet. Auch die Sayner Heimatfreunde leitet er nun seit 1996.

Heimatarchiv Sayn beherbergt bisher 450 Ordner Material

Über 450 Ordner sind bis zum heutigen Tag zusammengekommen, die Unterlagen, Zahlen, Fakten oder Fotos über Firmen, Bauwerke, Sehenswürdigkeiten und Gaststätten über und aus Sayn beinhalten. Für diese gewaltige Menge an Material hat Peter Siebenmorgen nicht etwa einen separaten Archivraum oder ein Büro - er verwaltet das Archiv von zu Hause. Laut eigener Aussage wäre es für ihn wünschenswert, endlich einen Raum zu finden, in dem man das Archivmaterial auch der Öffentlichkeit zugänglich machen könnte. Bisher ist dies nicht gelungen.

Peter Siebenmorgen wurde im November 2001 mit dem Wappenteller des Landkreises Mayen-Koblenz für besondere Leistungen um das Heimatarchiv und im September 2013 mit dem „Deutschen Bürgerpreis“ ausgezeichnet. Da müsste es doch erst recht im Interesse alle Sayner und Bendorfer sein, dieses wertvolle Archiv für die Ewigkeit zu sichern. Sollte sich niemand finden, der diese Sammlungen irgendwann einmal von Peter Siebenmorgen übernimmt und weiterführt, würde die Arbeit von fast 30 Jahren vielleicht irgendwann verloren gehen. Das wäre ein Albtraum für den Journalisten.

Dass dieses Archivmaterial nicht nur für Sayner interessant ist, zeigen diverse Anfragen, unter anderem von der Universität Koblenz-Landau oder von Vereinen, die aus den Dokumenten des Heimatarchivs zum Beispiel Chroniken erstellt bekommen möchten. Peter Siebenmorgen appelliert deshalb an alle: Bevor bei einer Haushaltsauflösung Dokumente, Fotos, Briefbögen oder Gegenstände, die irgendwie mit der Sayner Historie zusammenhängen, weggeworfen werden, können sie bei ihm im Heimatarchiv abgegeben werden. Private Sachen werden dabei natürlich nicht dokumentiert.

Das „Sayner Kochbuch“ ist sein aktuelles Projekt

Aktuell sammelt der „Allrounder“ Familienrezepte aus Sayn und Umgebung, die an Ostern 2015 in Form eines „Sayner Kochbuches“ erscheinen werden. Auch prominente Fernsehköche und die Ministerpräsidentin Malu Dreyer haben sich in diesem Buch in Form von Grüßen verewigt.

Außerdem läuft zurzeit das Projekt „Mosaikzeitung“, bei dem türkisch-deutsche Jugendliche gemeinsam ihre eigene Zeitung erstellen und veröffentlichen werden. Peter Siebenmorgen unterstützt die Moscheegemeinde Mülhofen schon seit einigen Jahren. Über den Zusammenschluss „Familie sayn“, indem er auch - beispielsweise bei der Organisation der Benefizläufe - aktiv ist, kam der Kontakt zu Fatma Sönmez von der Moscheegemeinde zustande. Der Sayner half zum Beispiel bei der Renovierung des Jugendraumes „Mosaik“, in dem nun die wöchentlichen Redaktionssitzungen für die Mosaikzeitung stattfinden.

Zudem läuft seit August dieses Jahres die Entwicklung der „Edition Sään“, eine Reihe von Werbeartikeln wie Aufkleber oder T-Shirts, die die Silhouette von Sayn tragen und um Firmenlogos ergänzt werden können. Erste Abnehmer sind die Sparkasse, der Lindenhof oder die Feuerwehr in Sayn, die nun ihr individuelles „Sayn-Logo“ haben.

„Heimatliebe“ als Motiv

Dies alles ist nur eine kleine Auswahl an ehrenamtlichen Projekten und Organisationen, für die Peter Siebenmorgen in seiner Freizeit tätig ist. BLICK aktuell hat nach der Motivation des Sayners gefragt. „Heimatliebe“ ist das Stichwort, das Peter Siebenmorgens Engagement wohl am besten beschreibt. Fritz Bode habe ihn damals damit infiziert. Für den Journalisten ist es heute wichtig, Vereine durch seine Zeitungsarbeit zu unterstützen, die selbst keine Pressearbeit betreiben. Mittlerweile sind es etwa 20 Vereine aus ganz Bendorf, wie zum Beispiel der Malteser Hilfsdienst, die Feuerwehr, das DRK, die KG Sayn oder die BNZ. Kaum auszumalen, wie viel Zeit und Geduld der hilfsbereite Werbetechniker freiwillig und ohne Honorar in die Vereinsarbeit steckt.

Auch zukünftig scheint er unermüdlich zu sein. „Ich mache diese Arbeit gerne weiter, allerdings würde ich mich freuen, wenn ich gerade im und für das Heimatarchiv interessierten Nachwuchs finden würde“.

Peter Siebenmorgen ist immer da, wenn in Sayn etwas los ist. Foto: VA

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