Lokalsport | 14.03.2013

Deutsche Nationalmannschaft begeistert die Koblenzer

Handball-Stars hautnah erlebt

Verband freut sich über sehr gute Werbung

Der Wetzlarer Kevin Schmidt war mit zehn Toren der beste Schütze des Spiels.  -RW-

Koblenz. Als Helmut Bündgen, Präsident des Handball-Verbandes Rheinland, im Presseraum der Koblenzer CONLOG-Arena am Mikrofon auf die Frage antwortete, ob man sich Chancen ausrechnen darf, auf absehbare Zeit wieder in den Genuss eines Gastspiels der besten deutschen Handballer in der Region zu kommen, bezog er direkt den sich gerade am Getränkestand bedienenden Bundestrainer mit ein. „Wir werden es auf jeden Fall versuchen, wieder ein Länderspiel herzuholen und ich denke, wir haben uns als guter Gastgeber bewiesen, oder Herr Heuberger?“, fragte Bündgen. Und der bestätigte überzeugend ohne langes Überlegen: „Mir hat’s gefallen. Die Stimmung war klasse.“ Angefeuert von 3208 Zuschauern bezwang die deutsche Mannschaft die Schweizer mit 30:25 und präsentierte sich im Vorfeld der EM-Qualfikation gegen Tschechien auf einem guten Weg.

Beim deutschen Team stand das Fortführen des erfolgreich eingeleiteten Umbruchs im Mittelpunkt. Ohne etablierte Kräfte wie die nicht nominierten Holger Glandorf oder Lars Kaufmann sowie die im Europacup eingebundenen Akteure aus Magdeburg und von den Rhein-Neckar-Löwen angetreten, zeigten „Nationalmannschafts-Frischlinge“ wie Kai Häfner, Christian Dissinger, Fabian Gutbrod und Co., dass sie ebenfalls in der Lage sind, die Massen zu begeistern. „Die jungen Spieler haben ihre Sache alle ordentlich gemacht“, verteilte der Bundestrainer reichlich Lob.

Die deutsche Mannschaft startete mit einem 4:1-Lauf in die Partie, erfuhr danach von sich steigernden Schweizern aber deutlich mehr Gegenwehr als noch am Vortag beim 36:22-Erfolg im ersten Aufeinandertreffen in Wetzlar. „Wenn wir die erste Viertelstunde nicht so verschlafen hätten, wäre ein noch besseres Resultat möglich gewesen. Trotzdem bin ich mit den 25:30 zufrieden“, fasste der Schweizer Trainer Goran Perkovac zusammen. Beim 16:15 für die DHB-Auswahl konnten die Eidgenossen noch auf eine Überraschung hoffen, als Deutschland dann aber einen Acht-Tore-Lauf folgen ließ, stand der Sieger fest. „Ich gratuliere den Deutschen gerne zum Sieg, hoffe aber, dass wir in künftigen Länderspielen nicht ewig gratulieren müssen“, meinte Perkovac auf der Pressekonferenz mit einem Augenzwinkern.

Neben den beiden Trainern war auch die Seite der Veranstalter überaus zufrieden. „Wir haben heute gesehen, dass es sich für den DHB absolut lohnt, Länderspiele auch in der Provinz in mittelgroßen Hallen auszurichten. Solche Veranstaltungen helfen an der Basis ungemein, den Handballsport zu fördern“, sagte HVR-Präsident Helmut Bündgen. Geschäftsführer Hermann-Josef Häring machte ergänzend seine Visionen klar: „Mit den Spielen der Vulkan-Ladies bekommt die Region regelmäßig Spitzenhandball der Frauen zu sehen, jetzt gab es Männerhandball auf Weltklasse-Niveau - das ist die beste Werbung und wirkt hoffentlich nach. Wir versprechen uns von dem Länderspiel einen Schub für die heimischen Vereine, die hoffentlich künftig an einem Strang ziehen und ihre Kräfte bündeln. Das wäre ein großer Schritt in eine erfolgreiche Handball-Zukunft in Koblenz und Umgebung. Unser Ziel muss es sein, hier einen Drittliga-Verein zu etablieren.“

Bei den Besuchern kam das Spiel, das trotz einer überschaubaren Bedeutung und eines international zweitklassigen Gegners eine sehr gute Kulisse hatte, bestens an. „Stell dir vor, ich habe nach dem Spiel den Heinvetter gefragt, warum er nicht gespielt hat. Er hat geantwortet, dass die anderen heute mal den Vorzug bekommen sollten“, schwärmte eine Dame beim Verlassen der Halle über ihre Erlebnisse ihrer Begleitung vor. Sie war nicht die einzige, die den deutschen Nationaltorhüter und seine Mitstreiter zuvor nur im TV-Gerät gesehen hatte und diese nun hautnah begegnete.

Der Wetzlarer Kevin Schmidt war mit zehn Toren der beste Schütze des Spiels. Foto: -RW-

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