Lokalsport | 07.05.2013

TSB verzaubert Zuschauer

Handball der Superlative?

Handball C-Jugend Final Four der Besten im Südwesten

Jakob Schleier im Einsatz für seine Mannschaft.  Privat

Bendorf. Der Tinitus -verursacht durch den Bendorfer Jubel über die gewonnene Rheinlandmeisterschaft- war noch nicht richtig abgeklungen, hieß es wieder: Die Hühner satteln und ab in den tiefsten Südwesten zum Kräftemessen der stärksten Mannschaften der Region. Hier traf sich das Who-is-who des Handballs in Rheinland-Pfalz und dem Saarland: für Rheinhessen: SG TSG/DJK Mainz/ Bretzenheim, für die Pfalz: TV Mundenheim, für das Saarland: SV 64 Zweibrücken und für das Rheinland? Die TSB! Bereits im ersten Spiel trafen zwei Titelaspiranten aufeinander: Mundenheim gegen Zweibrücken. Spätestens hier war klar: Das ist kein Miniturnier, hier wird körperbetonter Handball gespielt. Aber das ist es, was jeder Zuschauer sehen will: Schöne Spielzüge mit schnellem Handball, gepaart mit herrlichen Toren als Abschluss. Erste Aufregung des Tages für alle Anwesenden: Im Publikum saß ein echter Profi: Christian „Blacky“ Schwarzer, deutscher Nationalspieler und Weltmeister, dessen Sohn für den SV 64 Zweibrücken auch am Turnier teilnahm. Souverän schickten die Zweibrückener den Gegner mit einem 13:18 zum Duschen. Jetzt durften die Rheinländer mit der TSB ihr Können an den Tag legen: erstes Spiel gegen die Roihesse aus Meenz. Was da geboten wurde, entbehrt jeder Grundlage: Sage und schreibe 7.48 Minuten fiel kein einziges Tor! Was einerseits für die sehr gut agierende Abwehr der Bendorfer sprach, andererseits glückte im Angriff nicht wirklich etwas, sollte hier am Ende ein Fußballergebnis auf der Anzeigetafel stehen? Doch ein verwandelter 7-Meter lockerte den Knoten und es fiel dann doch noch das ein oder andere Tor. Man kann sagen, was man will: Das 4:4 zur Halbzeit ließ erkennen, dass man hier auf beiden Seiten keine Gastgeschenke verteilt. Die zweite Halbzeit dominierte dann doch die TSB, teils durch das undurchlässige Bollwerk am eigenen Kreis, aber immer wieder auch durch schöne Tore, welche gut herausgespielt wurden. Schlussendlich zog man dem Gegner bis zu einem hochverdienten Endstand 16:11 Sieg davon. Puh, das war die Pflicht, jetzt kam die Kür: Nachdem die Zweibrückener die Mainzer mit einem 18:14 Sieg straften, ließ sich bereits erkennen: Hier geht noch was: Als nächster Gegner wurde der amtierende Pfalzmeister TV Mundenheim in Empfang genommen. Bereits nach einigen Minuten lag man mit 4:9 hinten. Völlig irritierte Abwehr, kein Glück im Abschluss vorne alles kam zusammen. Doch auch hier kam der Kampf- und Teamgeist der Mannschaft wieder zum Tragen und so bäumte man sich auf und ging mit einem knappen 8:10 Rückstand in die Kabine. Auch nach der Halbzeit hieß es zaubern, zittern, Zähne knirschen. All das half jedoch nichts und das Spiel ging mit 19:21 verloren. Aber mal ehrlich: Was sind zwei Tore bei einem solchen Turnier der Spitzenklasse? Wesentlich deutlicher ließen die Pfälzer die Rheinhessen den Schmerz der Niederlage spüren: 24:13 war an diesem Tag der höchste Sieg/die höchste Niederlage. Eins war jedoch bis dato für die TSB klar: „Dritter sind wir auf jeden Fall, Erster können wir wahrscheinlich nicht mehr werden, aber ärgern können wir es allemal“. Abschlussspiel: Zweibrücken vs. TS Bendorf. Zwar geriet man schnell durch einen stark spielenden Gegner in einen 0:3-Rückstand, konnte dann aber -wie gewohnt- durch die altbekannt und herausragende Abwehrarbeit dem vermeintlichen Turniersieger die Stirn bieten. Zur Halbzeit hieß es 7:7 Gleichstand. Die zweite Halbzeit wurde nach Ansicht einiger zum spannendsten Ereignis des Turniers. Immer auf Augenhöhe, nie über einen Zwei-Tore-Rückstand hinaus klebte man an den Fersen des Gegners. In den letzten beiden Minuten ging die TSB aufs Ganze: offene Manndeckung. Und wer nicht dabei war, dem kann man es fast nicht beschreiben: Nach dem 12:13 war Bendorf die letzten 20 Sekunden in Ballbesitz! Zweibrücken mauerte nun, was das Zeug hielt. Mit der Schlusssirene ein Foul gegen die TSB. Es hielt keinen mehr auf den Sitzen. Ein geschickt ausgeführter Freiwurf am 9-Meter: im Fall links an der Mauer vorbei, doch der gegnerische Torwart stand an der richtigen Stelle. Nichts desto trotz: hervorragende Leistung, Spitzenhandball, was die C-Jugend der TSB an diesem Tag gezeigt hat. Wieder mal ließ sich erkennen, dass auch bei diesem Turnier wieder mal alles drin gewesen wäre. Spitzenleistung, da freut man sich richtig auf die nächste Saison. Für die Turnerschaft spielten: Mike Müller (2), Torben Waldgenbach (6/3), Jannis Hofmann (4), Tido Stritzke (7), Jacob Schleier (8/2), Fabian Schmitt (8), Jann Aschowski (7), Fabian Flöck (2), Janik Ockenfeld (3), Marcel Schenk, Dominik Knoll

Jakob Schleier im Einsatz für seine Mannschaft. Foto: Privat

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