Dia-Vortrag führte in die wechselvolle Geschichte Bendorfs
„Heimat - früher und heute“
Heimatforscher Otto Michel stellte die spannende Entwicklung Bendorf dar
Bendorf. Nichts kann das Auf und Ab der Entwicklung einer Stadt besser verdeutlichen als die markantesten Gebäude aus den einzelnen Zeitabschnitten. Um hier einen Rückblick in die Vergangenheit aber auch einen Blick in die Zukunft zu werfen, hatte die Senioren-Union des CDU-Stadtverbandes den Heimatforscher Otto Michel zu einem Dia-Vortrag eingeladen. Der Referent verstand es, die wechselvolle Geschichte Bendorfs vom Beginn des 17. Jahrhunderts, als die Heimatstadt sich auf den Weg zu einer „Industriestadt“ machte, bis in die heutige Zeit, als der Strukturwandel zu Aussagen wie „Aufbruch nach Umbruch“ bzw. „Wirtschaftsstandort mit Perspektive“ führte, nicht nur aufzuzeigen, sondern mit Leben zu erfüllen. So blickten die Vorfahren um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert optimistisch in die Zukunft. Die Wirtschaft boomte, die Stadt Bendorf errichtete die Werft mit umfangreichen Gleisanlagen und Ladeplätzen. Es entstanden die Ringofen-Ziegelei Kickel und Hahn auf dem Langenberg, die Wandplattenfabrik an der Rheinstraße und die Steinfabrik der Firma Geldmacher in Mülhofen. Die Bachstraße war durch Jahrhunderte die eigentliche Hauptstraße Bendorfs. Die wichtigsten Märkte fanden in ihr statt. Deren Bedeutung änderte sich zugunsten der heutigen Hauptstraße, als sich 1928 die Gemeinden Bendorf und Sayn/Mülhofen zur „Stadt Bendorf“ vereinigten. Doch schon die Weltwirtschaftskrise 1929 bestätigte die Feststellung: „Die Industriestruktur in Bendorf kann nicht durch kurzfristige Maßnahmen verbessert werden“. Bendorf veränderte sich einschneidend durch den Luftangriff am Silvestertag 1944, als nur noch die Hälfte der Innenstadt unversehrt blieb. Doch die Nachkriegsgeneration ließ sich nicht unterkriegen. Der Wiederaufbau begann, und so bot Bendorf zu Beginn der fünfziger Jahre wieder das Bild einer aufstrebenden Industriestadt. Doch dieser Boom war nicht von langer Dauer. Was sich 1929 während der Weltwirtschaftskrise angedeutet hatte, nämlich die Krisenanfälligkeit von Zweigwerken, traf die Heimatstadt 1995 wie mit einem Keulenschlag. Die Ära „Industriestadt“ ging zu Ende. Wieder einmal galt es anzupacken, die Krise von zunächst unüberschaubaren Ausmaßen als Chance zu ergreifen und neue Perspektiven für die Zukunft der Stadt zu erarbeiten. Die Umwandlung der Didier Werke in ein modernes Einkaufszentrum, die Umstrukturierung der Industriebrache Concordiahütte, große Verkehrsinfrastrukturmaßnahmen, die Revitalisierung von Schloss Sayn, die Erschließung neuer Wohngebiete und allein 1500 zusätzliche Einwohner in zehn Jahren waren Meilensteine auf diesem Weg. In seinem Schlusswort dankte der Vorsitzende der Senioren-Union, Hajo Stuhlträger, dem Referenten für seinen Vortrag und anerkannte die außergewöhnlichen Leistungen der Bendorfer Bürgerinnen und Bürger während der Umstrukturierung ihrer Heimatstadt. Er stellte fest: „Der Weg in die Zukunft unserer Stadt geht weiter!“ Weiter ging es auch mit der Veranstaltung, denn das Team um Werner Dietz lud mit Debbekoochen und Federweißem zum Gespräch in gemütlicher Runde ein.