Landrat Dr. Alexander Saftig: Kreis wird Kommunen unkompliziert unterstützen
Heute Flüchtling, morgen Nachbar
Kreis MYK. Landrat Dr. Alexander Saftig will eine bessere Hilfe für Flüchtlinge und Asylbewerber im Landkreis. Erste Schritte wurden im Kreishaus bereits beschlossen. „Wir wollen schnelle Lösungen für bestehende Probleme finden. Es geht nicht um Bundes- oder Landespolitik, sondern darum, wie und was wir im Landkreis Mayen-Koblenz selbst regeln können. Jede Ebene muss ihre Hausaufgaben bestmöglich bewältigen“, betonte Landrat Dr. Alexander Saftig bei einem Treffen mit Vertretern der Städte und Verbandsgemeinden, der Behörden und Migrationsdienste zur ersten regionalen Arbeitssitzung. Alle Teilnehmer waren sich einig: Mit den derzeit bestehenden Strukturen kann man den enormen Anstieg an Asylbewerbern nicht mehr sinnvoll bewältigen.
In Abstimmung mit dem Kreisgruppenvorsitzenden des Gemeinde- und Städtebundes, Georg Hollmann, sagte der Landrat zu, dass der Landkreis Dolmetscherkosten übernehmen wird, falls Migranten diesen in der Kreisverwaltung benötigen. Fahrten der Asylbewerber zu Sprachkursen sollen genauso finanziell unterstützt werden, wie weitere Sprachkursangebote, falls Bedarf bestünde. Die Anzahl der Asylbewerber, die dem Landkreis Mayen-Koblenz zugewiesenen wurden, steigt rasant an.
Waren es im Jahr 2011 noch 119 Menschen, so sind für das Jahr 2014 636 Personen zu verzeichnen. (2012: 190, 2013: 250). Die mit Abstand meisten Flüchtlinge kommen aus Syrien. Absehbare Entspannungen der Lage in den Krisen- und Kriegsgebieten sind nicht absehbar. Saftig: „Die vorhandenen Strukturen der Flüchtlingshilfe und -integration im Landkreis Mayen-Koblenz waren ausgelegt auf ein Drittel des heute herrschenden Bedarfs. Bis zum starken Anstieg der Flüchtlingsströme im letzten Jahr haben sich die Strukturen äußerst gut bewährt.
Ich bin allen sehr dankbar, die daran mitgewirkt haben und mit hohem persönlichem Einsatz den Menschen in Not geholfen haben. Die Belastungsgrenzen der fachlichen Migrationsdienste, der engagierten Ehrenamtler und auch der kommunalen Verwaltungen wurden nun jedoch organisatorisch und finanziell überschritten. So geht das nicht weiter. Wir müssen umdenken und uns an den tatsächlichen Flüchtlingszahlen ausrichten.“ Im Kreishaus war man sich einig, dass die fachliche Begleitung grundsätzlich weiterhin durch die Migrationsdienste wie Caritas und Arbeiterwohlfahrt gewährleistet werden kann.
Doch auch deren Personalstruktur muss deutlich wachsen, um den zu betreuenden Menschen weiterhin die bestmögliche Unterstützung zukommen lassen zu können. Die ehrenamtlichen Paten, die den Flüchtling an die Hand nehmen und ihm dabei helfen, in alltäglichen Dingen zurechtzukommen, brauchen professionelle Unterstützung durch hauptamtliche Fachkräfte.
Helga Baron vom Caritasverband stellte Beispiele aus der Praxis vor und machte klar: „Die Flüchtlinge aus Krisen- und Kriegsgebieten sind sehr häufig traumatisiert. Die Arbeit mit diesen Menschen ist auch für die Paten oft belastend. Man darf die Ehrenamtler nicht überfordern, denn sie machen die Arbeit freiwillig und aus innerem Antrieb.“ Es wurde deutlich, dass im Landkreis Mayen-Koblenz bereits viele gute Angebote und Hilfen vorhanden sind. Oft mangele es jedoch an der Koordinierung und Informationsbündelung bei einer zentralen Stelle.
Um den tatsächlichen Bedarf an weitergehender Unterstützungdurch den Landkreis zu ermitteln, vereinbarte der Landrat mit den Vertretern der Kommunen, dass sie zeitnah eine Bestandsaufnahme in ihren Gebieten durchführen. Im zweiten Schritt werde dann definiert, an welchem Standort sinnvolle Ergänzungen angebracht sind. Für Dr. Alexander Saftig steht fest: „Nur wer miteinander spricht und weiß, was der andere tut, der kann auch gemeinsame Ziele erreichen!“
Pressemitteilung der
Kreisverwaltung Mayen-Koblenz
