Haus Israel e.V.
"Holocaust light gibt es nicht"
Der etwas andere Holocaustfilm am 19. und 21.März
Bendorf. Ein etwas anderer Film über den Holocaust kommt am 19. März, 19 Uhr, im Wilhelm-Remy-Gymnasium in Bendorf, und am 21. März, 19 Uhr, bei der Mennoniten Brüdergemeindeinn Neuwied, Ringstraße 45, zur Aufführung. Ein Leben ohne Lachen - eine Kindheit ohne Kindergeburtstag - spielen neben Leichen im KZ. Das ist die Kindheit von Sara Atzmon, israelische Malerin und Holocaust-Überlebende. Sara Atzmon überlebt als 12-Jährige Ghetto, Arbeitslager und das KZ Bergen Belsen. Fast 70 Jahre später besucht sie zusammen mit ihrer Enkelin Schachaf die Orte ihres Leidens in Deutschland. Dabei begegnet sie Jugendlichen, die nichts über den Holocaust wissen und Erwachsenen, die nichts mehr von den Verbrechen der Nazis und den Folgen für die Opfer hören wollten. Die heute 80-Jährige gehört zu den bekanntesten Malerinnen Israels. In über 180 Ausstellungen weltweit hat sie immer wieder das Thema Holocaust verarbeitet. Dieser aktuelle und bewegende 90-minütige Dokumentarfilm erzählt nicht nur die unglaubliche Überlebensgeschichte von Sara Atzmon, sondern schlägt auch den Bogen zur heutigen Generation in Deutschland und Israel. Warum dieser Film jetzt? Weil Auschwitz in Vergessenheit gerät. Jeder fünfte junge Erwachsene in Deutschland kann mit dem Begriff Auschwitz nichts anfangen. Gleichzeitig ist bei 20 Prozent der deutschen Bevölkerung ein latenter Antisemitismus zu finden. Dies ergab eine Forsa-Umfrage und eine Expertenstudie im Auftrag des Deutschen Bundestages. Der Film setzt sich mit der weitverbreiteten Meinung auseinander: „Ach, jetzt muss auch mal gut sein mit dem Holocaust.“ „Die Juden haben genug an Wiedergutmachung gekriegt.“ „Man muss ‚die Sache‘ nun endlich auf sich beruhen lassen.“ Sara Atzmon ist da ganz anderer Meinung. Und ihre Enkelin auch.