Allgemeine Berichte | 31.03.2026, 09:03 Uhr

Neue Einblicke in St. Medard

Holzproben enthüllen mittelalterliche Kirchengeschichte in Bendorf

(v.l.n.r.): Werner Prümm, Thea Boos, Erster Kreisbeigeordneter Pascal Badziong, Matthias Laumayer und Michael Syré begutachteten historische Besonderheiten der Kirchen St. Medard.
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Bendorf. Im Rahmen eines Ortstermins stellte der Altbürgermeister und Kenner der Bendorfer Geschichte, Michael Syré, neue Erkenntnisse zu den Kirchen St. Medard vor. An der Besichtigung nahmen Matthias Laumayer von der Denkmalpflege des Landkreises Mayen-Koblenz und die Gastausbildende Thea Boos, der Erste Kreisbeigeordnete Pascal Badziong sowie Werner Prümm vom Fachbereich Bauen der Stadt Bendorf teil.

Grundlage der neuen Untersuchungen waren drei Holzproben aus dem Kirchturm, der im Besitz der Stadt Bendorf ist – darunter Stücke einer Innentür sowie zwei Gerüsthölzer, die im Labor für Dendroarchäologie der Universität zu Köln analysiert wurden. Die Ergebnisse liefern aufschlussreiche Hinweise zur Historie: Eines der Gerüsthölzer weist deutliche Übereinstimmungen mit Hölzern mit einem Fälldatum um das Jahr 1171 auf, während ein zweites aufgrund seines Zustands nicht eindeutig datiert werden konnte. Für die Eichentür im Turm ließ sich ein Fällzeit-raum von etwa 1163 plus/minus 10 Jahre bestimmen.

Im Vergleich dazu gilt die zweiflügelige Tür des Klosters Maulbronn mit der Jahres-zahl 1178 als die bislang älteste datierte Tür Deutschlands. Vor diesem Hintergrund untermauern die Ergebnisse die Einschätzung von Michael Syré, dass es sich bei der mit Eisenbeschlägen versehenen Tür in Bendorf um ein herausragendes Zeugnis mittelalterlicher Handwerkskunst handelt. Da Eichenholz üblicherweise zeitnah nach der Fällung verarbeitet wurde, ist davon auszugehen, dass auch die Tür kurz nach der Holzgewinnung entstand. Die Weihe der Kirche erfolgte im Jahr 1204.

Vergleichbare datierte Türen aus dieser Zeit sind selten, sodass der Fund in Bendorf eine besondere Stellung einnimmt und neue Impulse für die bau- und kunsthistorische Einordnung liefert.

Bedeutung der Wandmalereien

Im weiteren Verlauf der Besichtigung erläuterte Syré zudem die Bedeutung der Wandmalereien in der Apsis des Reichardsmünsters in der katholischen Pfarrkirche, die auf etwa 1230 datiert werden. Diese wurden im Zuge von Innenrenovierungsarbeiten im Jahr 2007 freigelegt und stellen eine weitere kunsthistorische Besonderheit in der Region dar.

Untersuchungen zeigen, dass eine Innentür im Kirchturm von St. Medard aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts stammt.

Untersuchungen zeigen, dass eine Innentür im Kirchturm von St. Medard aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts stammt. Foto: Stadt Bendorf

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(v.l.n.r.): Werner Prümm, Thea Boos, Erster Kreisbeigeordneter Pascal Badziong, Matthias Laumayer und Michael Syré begutachteten historische Besonderheiten der Kirchen St. Medard. Foto: Stadt Bendorf

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