Allgemeine Berichte | 15.08.2014

Notfallseelsorge im Landkreis Mayen-Koblenz

„Im Notfall für den Menschen“

Kreis MYK. Feuerwehrmänner, Sanitäter und Polizisten retten Menschen in Notfällen. Sie kümmern sich um das körperliche Leiden. Aber wer nimmt sich den psychischen Problemen an? Dafür gibt es die Notfallseelsorger. Im Landkreis Mayen-Koblenz ist ein ökumenisches Team von Seelsorgerinnen und Seelsorgern ehrenamtlich und unentgeltlich an 356 Tage im Jahr rund um die Uhr in Rufbereitschaft.

Wenn der Funkmeldeempfänger von Bernhard Lademann Alarm gibt, ist alles andere unwichtig. Egal, wie spät es ist und egal, was er gerade macht. Denn der Funkmeldeempfänger gibt nur im Notfall Alarm - immer dann, wenn andere Menschen auf seine Hilfe angewiesen sind. Bernhard Lademann ist der Koordinierende Notfallseelsorger für den Landkreis Mayen-Koblenz und im „normalen“ Leben ITK-Dienstleister. Seit zehn Jahren ist er ehrenamtlich im gesamten Landkreis Mayen-Koblenz für Einsätze dienstbereit. Und zwar immer dann, wenn Menschen in Not geraten, wenn Menschen den plötzlichen oder gewaltsamen Tod eines anderen Menschen erleben, wenn Kinder aus dem Mittagsschlaf nicht mehr aufwachen, wenn Menschen mit ihrem brennenden Haus nicht nur Möbel und Wertgegenstände verlieren und wenn Menschen Zeugen eines schweren Verkehrsunfalls werden. Denn das Motto der Notfallseelsorger lautet: „Im Notfall für den Menschen“.

Bernhard Lademann und seine Teamkolleginnen und Kollegen, zu dem auch der Leitende Notfallseelsorger und Schönstätter Marienbruder Rainer M. Gotter gehört, sind – da sie bei Notfallsituationen gebraucht werden – nur durch Rettungskräfte im jeweiligen Einsatz über die Integrierte Leitstelle Koblenz alarmierbar. Die Einsatzkräfte an der Einsatzstelle und die Leitstelle, die die Notrufe entgegennimmt, entscheiden, ob in der jeweiligen Situation ein Notfallseelsorger gebraucht wird. Wenn das der Fall ist, piepst die Leitstelle den jeweils diensthabenden Notfallseelsorger über seinen Funkmeldeempfänger an. Beim Rückruf auf der Integrierten Leitstelle Koblenz erhalten die ehrenamtlichen Seelsorger vom jeweiligen Leitstellen Disponenten die nötigen Informationen über den Einsatz, zu dem sie sich sofort mit dem Einsatzfahrzeug auf den Weg machen.

„10.000 bis 20.000 Kilometer fahren wir pro Jahr dienstlich zwischen 100 bis 130 Einsätzen im gesamten Kreisgebiet und stehen in Großschadenslagen auch außerhalb unseres Einsatzgebietes zur Verfügung“, erzählt Bernhard Lademann. Und zwar mit einem vor zehn Jahren fast vollständig aus den privaten Taschen der Notfallseelsorger finanzierten Einsatzfahrzeug. „Es ist wichtig für uns, einen Raum zu haben, der mobil ist“, erklärt Lademann. „Einen Raum, um Menschen zu schützen und einen Raum für Gespräche.“

Die Notfallseelsorger seien dazu ausgebildet, Menschen beizustehen, erklärt Lademann. Deswegen gibt es auch evangelische und katholische Pfarrer im Team, aber auch gut ausgebildete Angestellte, Feuerwehrmänner, Rettungsdienstler und Lehrer. Um Kraft zu schöpfen für ihre Aufgaben, tauschen sich die Notfallseelsorger untereinander regelmäßig aus. Denn die Notfallseelsorger erleben immer wieder andere Schicksalsschläge, mit denen auch sie klar kommen müssen. „Schließlich sind wir auch nur Menschen“, gesteht Lademann. Unabhängig von Religion oder Konfession begleitet die Notfallseelsorge Mayen-Koblenz Angehörige nach einer erfolglosen Wiederbelebung, Eltern bei Kindernotfällen oder plötzlichem Kindstod, Betroffene und Ersthelfer am Unfallort, Menschen nach Arbeitsunfällen, Personensuchen, vollzogenem Suizid, Großveranstaltungen, Polizeibeamte beim Überbringen von Todesnachrichten und Angehörige beim Erhalt einer Todesnachricht sowie Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst nach psychisch belastenden Einsätzen. Eine gute Ausbildung ist Voraussetzung, daher müssen die Seelsorger nicht nur gut ausgebildet sein, sondern auch Einfühlungsvermögen, Respekt, Akzeptanz und Zuverlässigkeit mitbringen.

Seit 1999 gibt es die Notfallseelsorge als Einheit des Zivil- und Katastrophenschutzes im Landkreis Mayen-Koblenz. Derzeit verrichten 22 Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorger ehrenamtlichen und unentgeltlich 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche, 365 Tage im Jahr ihren Dienst. Das Angebot ist kostenlos und wird vorwiegend durch Spenden und Zuwendungen finanziert. Weitere Informationen zur Notfallseelsorge Mayen-Koblenz und dem angeschlossenen Förderverein finden Sie unter http://www.notfallseelsorge-myk.de.

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