Allgemeine Berichte | 16.08.2013

Jahresbilanz im Bereich Hygiene und Infektionsschutz veröffentlicht

„Impfschutz der Kinder ist erfreulich gut“

Rheinland-Pfalz. Die Impfquoten für die rheinland-pfälzischen Schulanfänger sind gemäß der vom Landesuntersuchungsamt erstellten Statistiken erfreulich. Auf Grundlage der Daten aus der Schuleingangsuntersuchung des Vorjahres berechnet das Amt die Impfquoten für die rheinland-pfälzischen Schulanfänger und fasst die Ergebnisse in sogenannten Impfreporten zusammen. Die Impfquoten für Polio, Tetanus, Diphtherie, Pertussis, Hepatitis B und Haemophilus influenza B liegen zwischen 94 Prozent und 98 Prozent und damit über dem Bundesdurchschnitt.

„Der Impfschutz der Kinder in Rheinland-Pfalz ist erfreulich gut, kann aber noch besser werden. Auf dem erreichten Niveau dürfen wir uns nicht ausruhen“, sagte Gesundheitsminister Schweitzer. Mit 97 Prozent Durchimpfungsrate für die erste von insgesamt zwei Masernimpfungen erfüllte Rheinland-Pfalz bereits im Jahr 2011 einen der europäischen Indikatoren der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Masernelimination. Außerdem wurden zwei weitere WHO-Ziele auf Landesebene erreicht: 93 Prozent der Kinder sind zweimal gegen Masern und mindestens einmal gegen Röteln geimpft.

Kein Geld, keine Fragen!

Wer wissen will, ob er mit HIV infiziert ist, kann sich in Rheinland-Pfalz seit 1985 völlig anonym testen lassen. In allen AIDS-Beratungsstellen der Gesundheitsämter wird Blut abgenommen, das kostenlos im LUA auf HIV-Antikörper untersucht wird. „Das Angebot wurde und wird sehr gut angenommen. Tausende von Männer und Frauen melden sich pro Jahr in den AIDS- und STD-Beratungsstellen der Gesundheitsämter und lassen sich auf HIV testen“, erklärte der Gesundheitsminister. Die Zahl der so entdecken HIV-Neuinfektionen liege konstant bei rund 80 pro Jahr. „Doch leider wird in vielen Fällen sehr lang gewartet, bis ein HIV-Test durchgeführt wird. So erfahren Betroffene erst spät von der eigenen Infektion und der möglichen Ansteckungsgefahr für andere“, mahnte der Minister zu einem verantwortungsvollen Handeln im eigenen Sinn und mit Rücksicht auf das Umfeld.

„Prävention und Aufklärung sind weiterhin unerlässlich“

„Vor allem junge Menschen wissen offenbar zu wenig über AIDS. Prävention und Aufklärung sind deshalb weiterhin unerlässlich“, betonte Schweitzer. Der Gebrauch von Kondomen sei nach wie vor der effektivste Schutz vor AIDS und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten.

„Infektionen im Krankenhaus mit multiresistenten Erregern“ sind ein wichtiges Thema

„Besondere Beachtung schenken wir der Verhütung von Infektionen im Krankenhaus vor allem mit multiresistenten Erregern“, so Minister Schweitzer. Jedes Jahr infizieren sich in Deutschland schätzungsweise circa 600.000 Menschen im Krankenhaus mit Erregern wie beispielsweise Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (MRSA), die gegen viele Antibiotika resistent und daher nur schwer zu behandeln sind. Ein Drittel dieser Infektionen wäre nach Meinung von Experten bei konsequenter Hygiene vermeidbar. „Ein wichtiges Instrument zur Bekämpfung von multiresistenten Krankheitserregern (MRE) sind die regionale Netzwerke der verschiedenen Akteure im Gesundheitswesen, die es auch in Rheinland-Pfalz fast flächendeckend gibt“, so der Minister. „Sie alle haben das gemeinsame Ziel, die Zahl der Infektionen durch multiresistente Keime zu verringern.“

Da das Problem sowohl grenz- als auch Institutionen übergreifend besteht - etwa beim Krankentransport von einem Altenpflegeheim in ein Krankenhaus - kann es auch nur im Zusammenwirken von stationären und ambulanten Einrichtungen gelöst werden. „In der Landesverordnung über Hygiene und Infektionsprävention in medizinischen Einrichtungen haben wir den Netzwerkgedanken deshalb ganz bewusst betont“, erklärte Schweitzer. Die Netzwerkarbeit in Rheinland-Pfalz wird durch das Landesuntersuchungsamt koordiniert.

Ausführliche Informationen finden Interessierte im Internet unter www.unter lua.rlp.de in der Rubrik „Publikationen“.

Pressemitteilung des

Ministeriums für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie

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