Allgemeine Berichte | 16.09.2014

Wilhelm-Remy-Gymnasium im Gespräch mit islamischer Gemeinde Mülhofen

Interreligiöser Dialog in Bendorf

Die Klassen 10c/d (katholische Religion) mit Fatma Soenmez (1.v.l.) und Ralf Hoffmann (2.vl.) in der Mülhofener Moschee vor dem Minbar. Privat

Bendorf. Ausgehend von einer schon lange am Bendorfer Gymnasium etablierten ökumenischen Tradition wird nun auch der interreligiöse Dialog intensiviert. Oberstudienrat Ralf Hoffmann hatte die Dialogbeauftragte der islamischen Gemeinde Bendorf-Mülhofen, Fatma Soenmez, am Ende des vergangenen Schuljahres zu einem Gespräch in den katholischen Religionsunterricht der Klassen 10c/d eingeladen.

Die Schülerinnen und Schüler der Lerngruppe hatten die Veranstaltung organisatorisch vorbereitet und folgende Diskussionsthemen ausgewählt: Integrationsprobleme von Muslimen im deutschen Alltag, die Rolle der Frau im Islam, die Positionierung der muslimischen Gemeinde vor Ort gegenüber radikal-islamistischen Gruppen und Erfahrungen von Muslimen vor Ort mit deutschem Rechtsradikalismus. Es entwickelte sich ein interessanter Erfahrungsaustausch, bei dem es Frau Soenmez gelang, die individuelle Entwicklung des Menschen in den Mittelpunkt zu stellen, von der die Religion ein Teil sei. Die Sorge, dass religiöse Vorgaben keine Freiheit mehr für individuelle Entwicklung lassen könnten, wurde vollständig entkräftet. Stattdessen entwickelten die Schülerinnen und Schüler Verständnis für die ihnen teilweise fremde Kultur.

Am Ende der Diskussion sprach Frau Soenmez eine Gegeneinladung aus, die die Gruppe gern annahm: den Besuch der Moschee in Mülhofen. Wenige Tage vor den Sommerferien traf man sich also erneut und erlebte zunächst eine kompetente Führung durch den Sakralraum der Moschee mit Erklärung der Symbolik und Zeit zum Fragen, bevor anschließend die muslimische Gastfreundschaft mit einem Mittagsimbiss zum Ausdruck gebracht wurde, bei dem sich die Gastgeber der islamischen Gemeinde selbst allerdings wegen des Fastenmonats Ramadan enthielten.

Der interreligiöse Dialog soll Toleranz zwischen den Kulturen fördern und ist zugleich ein Baustein für die „Europaschule“, ein neues Ziel, das sich das Wilhelm-Remy-Gymnasium derzeit gesetzt hat.

Die Klassen 10c/d (katholische Religion) mit Fatma Soenmez (1.v.l.) und Ralf Hoffmann (2.vl.) in der Mülhofener Moschee vor dem Minbar. Foto: Privat

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